Dunja Hayali war zu Gast im MGB

Diskussion über digitale Zivilcourage in den Medien

0 11.05.2026

BORBECK. Von digitaler Zivilcourage über Meinungsfreiheit bis hin zu Hate Speech - eine anregende Podiumsdiskussion zum Thema „Digitale Medien“ führte am Mittwoch ZDF-Moderatorin und Journalistin Dunja Hayali mit Schülerinnen, einem Elternvertreter und Experten am Mädchengymnasium Essen-Borbeck. Das Gymnasium lieferte dazu in der Aula das passende, kulturelle Rahmenprogramm. Mit dem Song „Labour“ von Paris Paloma hieß der Schulchor „Die Sirenen“ unter der Leitung von Stefan Goralski den berühmten Gast vom ZDF willkommen. Der Song prangert die Ausbeutung der Frauen in patriarchalen Strukturen an. Denkanstöße für die Podiumsdiskussion lieferte der Darstellendes Spiel Kurs, der in einer Sequenz die möglichen Folgen eines bedenkenlos im Internet geposteten Videos aufzeigte.

Bild oben: Podiumsdiskussion am MGB (v.l.): Dunja Hayali, Dr. Necati Alkan, Änna Hääl, Amalia Ries, Fiona Albersmeyer und Frank J. Bündgen.

„ZDF goes Schule“ mit Dunja Hayali

Für die anschließende Podiumsdiskussion stellte sich Hayali den Fragen der Schülerinnen. Im Rahmen des Programms „ZDF goes Schule“ war Hayali als ZDF-Botschafterin zu Gast. Zusammen mit ihr diskutierte Digitaltrainer und Medienpädagoge Frank J. Bündgen, Elternvertreter Dr. Necati Alkan sowie Schülerin Fiona Albersmeyer. Mit gezielten Fragen und Einwürfen moderierten Änna Hääl und Amalia Ries (Q1) die Diskussion.

Auf die Frage nach einer Empfehlung zu einer Social Media App hob Dunja Hayali Instagram hervor, da es ein Ort sei, wo man sich noch vernünftig austauschen könne. Es gebe hier noch viele, die guten Content anbieten. Schülerin Fiona Albersmeyer nutze auch viel Instagram. „Ich habe aber den Algorithmus ausgeschaltet, damit auch verschiedene Meinungen sichtbar werden“, erklärte Albersmeyer. Elternvertreter Dr. Necati Alkan sehe alle sozialen Medien eher kritisch. Frank Bündgen nannte das Angebot von youtube, ausgenommen der Shorts-Videos. Er hatte in den Tagen zuvor verschiedene Workshops zum Umgang mit digitalen Medien am MGB in unterschiedlichen Jahrgangsstufen geleitet. „Es kommt aber immer darauf an, wem man folgt“, gab Hyali zu bedenken. Hass und Hetze, auch gegen Frauen, sei eine Schattenseite. „Warum sollen wir uns immer die Frage stellen, wie wir uns als Frauen schützen können. Adressaten sollten die Männer sein, die diesen Hass sähen. Die wichtige Frage ist: Wie hört es auf der anderen Seite auf?“, so die ZDF-Journalistin. Es gebe aber auch genug Männer, die sich auf die Seite der Frauen stellen und diesen Hass missbilligen.

Smartphone-Führerschein auch für Eltern?

„Wir haben alle die Wahl, auf welche Seite wir uns stellen“, meinte Bündgen. Der Medienpädagoge appellierte beim Schutz von Jugendlichen vor allem an die Eltern. „Bevor Eltern ihren Kindern ein Smartphone kaufen, sollten sie selbst 20 Stunden einen Smartphone-Führerschein machen“, erklärte Bündgen. Er sieht die Eltern in der Verantwortung, ihre Kinder in der digitalen Welt zu begleiten. Nach weiteren Fragen zur Zivilcourage im Netz, die laut Bündgen leider manchmal zwischen vielen Hass-Kommentaren unterzugehen drohe, und zur Haltung zu demokratischen Grundwerten endete eine anregende Diskussion. Im Anschluss hatten die Schülerinnen in der Aula noch die Gelegenheit persönliche Fragen an die ZDF-Journalistin zu stellen. Hayali versprach danach, dass sie noch einmal wiederkommen werde.

Den Abschluss des Tages bildete ein von Lea Friedrich und Alexandra Jaworek(Q1) vorgetragener Poetry Slam-Text, der die Chancen und Risiken der digitalen Welt thematisierte. Ein Beitrag, die einen ereignisreichen Vormittag am MGB passend abschloss.

Sebastian Timpe

v. l. Dunja Hayali, Änna Hääl, Jutta Reimann und Amalia Ries.

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