Die Verfassung verteidigen

Evangelische Kirche in Essen würdigt siebzigjähriges Bestehen des Grundgesetzes

0 29.04.2019

ESSEN. Mit einer Veranstaltungsreihe vom 9. Mai bis 15. Juni würdigt die Evangelische Kirche in Essen die Verabschiedung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland vor 70 Jahren. Höhepunkt ist ein Bürgergespräch über die Grundrechte und ihre Gefährdung mit Oberbürgermeister Thomas Kufen, Superintendentin Marion Greve und weiteren Gästen aus Kirche und Schule am Donnerstag, 23. Mai, dem Geburtstag des Grundgesetzes.

Außerdem geplant: Ein Buchprojekt über das Thema Gleichberechtigung für Menschen mit Handicaps (9. Mai), die Ausstellung „un.antastbar“ mit Schwarzweiß-Fotografien von Stefan Arend (11. bis 31. Mai), ein Vortrags- und Diskussionsabend über die „Neue Rechte“ (20. Mai), ein „Essener Demokratiefrühstück“ (15. Juni) und eine inklusive Gedenkstättenfahrt in das Konzentrationslager Buchenwald (geplant Anfang 2020). Seit 70 Jahren schützen die Grundrechte, die in den Artikeln 1 bis 19 des Grundgesetzes niedergelegt sind, vor Repression und Diktatur. Ihre Mütter und Väter entwarfen sie in der Absicht, die richtige Lehre aus der menschenverachtenden Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus zu ziehen und ein offenes, freiheitliches und demokratisches Gemeinwesen zu begründen. Gleichwohl muss der gesellschaftliche Konsens, auf dem ihre Gültigkeit und Wirksamkeit beruht, immer wieder neu gesucht werden.

Worin besteht die außerordentliche „Leistung“ unserer Verfassung? Wodurch kann sie gefährdet werden? Wie können und sollen wir sie verteidigen? Wie wird sich – um nur ein aktuelles Beispiel zu nennen – das Spannungsverhältnis zwischen dem Recht auf freie Meinungsordnung und der Forderung nach Grenzen der Toleranz zukünftig entwickeln? Wie ist es um die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die Unverletzlichkeit der Privatsphäre bestellt? „Durch unseren Glauben haben wir Christinnen und Christen einen besonderen Bezug zum Grundgesetz. So begründen wir die Unantastbarkeit der Menschenwürde auch biblisch-theologisch. Die Freiheit des Glaubens und des Gewissens ist ein Leitmotiv für alle unsere kirchlichen Handlungs- und Arbeitsfelder“, erklärt Marion Greve, Superintendentin des Kirchenkreises Essen. „Deshalb ist es uns wichtig, das Grundgesetz zum Thema einer Veranstaltungsreihe zu machen und die Bürgerinnen und Bürger zum Gespräch darüber einzuladen.“

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