Finkenwerder Herbstprinz wartet auf Erntehelfer aus Borbeck

NABU Ruhr und NAJU Essen/Mülheim rufen auf zur Apfelernte auf alten Streuobstwiesen – eine Mitmachaktion für die ganze Familie

0 11.09.2021

ESSEN/BORBECK. Der Spätsommer zeigt sich derzeit von seiner schönsten Erntedankfeste-Seite. Die warme Sonne scheint auf die größtenteils abgeernteten Felder und schenkt den Obstbäumen noch einige „südlichere Tage“, bis die Früchte die perfekte Reife erreicht haben. Ganz klar: Es ist Zeit für die Apfelernte! In Essen und Mülheim kann dabei jede und jeder, der möchte, gerne selbst aktiv werden und mitmachen – und zwar auf alten Streuobstwiesen, die von der NAJU Essen/Mülheim und dem NABU Ruhr besonders gepflegt werden.

Denn Streuobstwiesen gehören seit Jahrhunderten zu unserer Kulturlandschaft, prägen diese auf einmalige Weise und gelten als besonders artenreiche, wertvolle Lebensräume. Im Gegensatz zu „modernen“ Obstplantagen, in denen die Bäume dicht an dicht stehen, kaum 20 Jahre alt werden und mit Pestiziden behandelt werden müssen, haben Obstbäume auf Streuobstwiesen weit größeren Abstand. „Es sind auch viel ältere Bäume, die allein durch ihre Nisthöhlen Tierarten wie Steinkauz, Fledermäusen, Meisen oder Siebenschläfern einen Unterschlupf bieten“, berichtet Malte Michaelsen von der NAJU Essen-Mülheim, der die Aktivitäten von NABU und NAJU zum Schutz von Streuobstwiesen betreut. Generell können Streuobstwiesen bis zu 3000 Tier- und Pflanzenarten beherbergen und verfügen mit ihren alten – deutschlandweit über 1000 – Obstsorten über eine enorme genetische Vielfalt. In Essen und Mülheim pflegen NABU und NAJU Streuobstwiesen mit einer Fläche von ca. 8,7 ha und ca. 550 Obstbäumen.

"Auf den von uns gepflegten Wiesen wachsen viele herrliche alte Apfelsorten wie z.B. die Rote Sternrenette, der Rheinische Winterrambur, der Finkenwerder Herbstprinz, und natürlich auch viele andere Obstsorten, ob Birnen, Mirabellen oder Zwetschgen“, schwärmt Michaelsen, „und diese alten Sorten sind nicht nur robuster gegen Schädlinge, weswegen wir seit Jahrzehnten keine Insektizide oder Dünger anwenden müssen, sondern auch viel aromatischer!“ Außerdem vertrügen sogar selbst viele Allergiker diese Äpfel. Wer sich also an der Ernte beteiligt, kann sich über unbehandeltes, köstliches Obst freuen. Schutz und Pflege von Streuobstwiesen tragen dazu bei, dass diese wunderbaren alten Sorten auch zukünftig geerntet werden können und diese wertvollen Kulturlandschaften erhalten bleiben.

Bei der gemeinsamen Ernte geht es auch um ein besonderes Erlebnis für Naturfreunde jeden Alters, bei dem man das Fühlen, Riechen und Schmecken verschiedener Apfelsorten genießen und sich mit Gleichgesinnten austauschen kann. Vor allem aber dient die Apfelernte in Essen der Produktion des beliebten ökologischen und naturtrüben NAJU-Apfelsaftes, der im Anschluss an die Erntesaison direkt bei der Naturschutzjugend Essen/Mülheim e.V. in Essen-Borbeck, in der Geschäftsstelle „Waldlehne“ des NABU Ruhr oder bei verschiedenen Verkaufsstellen im Stadtgebiet erworben werden kann. Weitere Informationen dazu sind auf www.vossgaetters-muehle.de/offene-angebote/apfelsaftverkauf einzusehen.

NABU und NAJU laden Interessierte zu zwei Ernteterminen ein: Am 18.09.21 auf der Streuobstwiese in Essen-Fischlaken, sowie am 25.09.21 in Essen-Schuir, jeweils von 10:00-15:00 Uhr. Genauere Angaben zum Treffpunkt gibt's über die Geschäftsstelle des NABU-Ruhr (0201-7100699, auch AB) bzw. info@nabu-ruhr.de.

Die Fotos machte Vanessa Burneleit von der NAJU.

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