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0 13.09.2026
BORBECK. Trotz Regen machten sie sich am Sonntagmittag auf den Weg: Aus Essen, Gelsenkirchen oder Wuppertal brachen Einzelpersonen, Paare und Familien mit Kindern auf, um Schloss Borbeck und den Park zu besuchen. Gleich drei Führungen lockten am Denkmaltag rund um das Gebäude, zu denen mit Schloss Borbeck auch der Borbecker Bürger- und Verkehrsverein (BBVV) eingeladen hatte.
Auf dem um 12 Uhr zunächst noch einsam und menschenleer im Nieselregen liegenden Platz vor dem Schloss trafen nach und nach interessierte Besucher ein und verschafften sich wetterbedingt einen ersten Eindruck im Wirtschaftsgebäude. Birte Marfording von Schloss Borbeck führte hier durch die neue Sonderausstellung zu den letzten drei Fürstäbtissinnen und stellte die letzten drei hochadeligen Herrscherinnen des Stiftes Essen vor. Anekdotenreich skizzierte sie die Zeit und die Persönlichkeiten, ihr Leben und ihre Regentschaft und sprach über die religiös-kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ambitionen der Fürstinnen.

Vom anschließenden gemeinsamen Gang mit Frau Marfording und dem Vorstand des BBVV durch den vorderen Teil des Parks ließ sich trotz erneut einsetzendem Regen dann niemand mehr abschrecken. Beim Weg rund um den Inselteich gab es neben Erläuterungen zur Geografie und dem jeweils zeitbedingten Blick auf die Natur zahlreiche Hinweise zur Entwicklung und Nutzung des Parks durch die Jahrhunderte – Eindrücke, die auch in die anschließende und gut besuchte Führung durch die Dauerausstellung eingingen.
Währenddessen blieb die Sonderausstellung in der Städtischen Galerie geöffnet und fand weiter ein sehr interessiertes Publikum. Allein die vielfach unbekannte grundlegende Tatsache, dass das in der Säkularisation untergegangene Stift ein Jahrtausend lang von sehr engagierten und couragierten Frauen geleitet wurde, stieß auf viele Nachfragen. Bei der abschließenden Führung, die hier um 16 Uhr begann, sollte es schließlich sogar noch einmal sehr viel voller werden.

„Wir hatten keine Vorstellung, dass es in Essen einen solchen herausragenden Ort überhaupt gibt und sind sehr fasziniert“, so eine der Äußerungen erstaunter Besucher, die von auswärts gekommen waren und sich zur Vertiefung ihrer neuen Erkenntnisse gleich weiter in die Domschatzkammer aufmachten. „Ganz sicher kommen wir wieder und hoffen, dass das Schloss Borbeck als lebendiges Denkmal erhalten bleibt.“
Für die Organisatoren schloss ein Tag, der die hohe identitätsstiftende Bedeutung des gesamten Schlossensembles erneut deutlich machte und dessen Wert damit kaum überschätzt werden kann. Mit dem Schlagwort „1000 Jahre Frauenpower“ verbänden sich nicht nur historische, sondern viele weitere Aspekte, die in dieser Zeit neu zu würdigen seien, so die BBVV-Vorsitzende Susanne Asche. „Schloss Borbeck, sein Park und das ganze Ensemble verdienen daher unsere ganze Aufmerksamkeit.”

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals am 13. September 2026 wurde von den Veranstaltern bundesweit insgesamt als großer Erfolg bewertet. Wiederum hätten sich mehrere Millionen Besucherinnen und Besucher im ganzen Land auf den Weg gemacht, um das vielfältige baukulturelle Erbe zu erleben, teilte die koordinierende Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit. Rund 11.000 Veranstaltungen in über 7.000 Denkmalen ermöglichten den kostenfreien Zugang zu zahllosen Orten, die eine wichtige Bedeutung hätten, erklärte der Vorstand der Stiftung, Steffen Skudelny: „Denkmale geben unserer Geschichte ein Gesicht und unserer Gesellschaft ein Gedächtnis. Gerade deshalb ist die Hinwendung zu unserem kulturellen Erbe heute so groß wie nie. Die Menschen von jung bis alt spüren: Wer Denkmale bewahrt, schützt nicht nur wertvolle historische Bauten, sondern erhält sichtbare Zeugnisse unserer gemeinsamen Geschichte.“

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