Haus-Berge-Straße wird tüchtig umgemodelt: Planung für Citybahn nimmt Gestalt an

Wird man künftig ohne Umsteigen von Bochold mit der Straßenbahn nach Borbeck-Mitte kommen?

1 10.03.2022

ESSEN/ALTENDORF/BERGEBORBECK/BOCHOLD. Keine Angst vor großen Projekten hat man in Essen. Eine neue Straßenbahnlinie (Citybahn) soll über den Berthold-Boulevard, Essen 51 querend, auf der Haus-Berge-Straße bis zur Haltestelle Bahnhof Bergeborbeck geführt werden. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität hat sich in seiner heutigen Sitzung (10.03.) mit dem diesem Abschnitt befasst und die Planung für diesen Teil der künftigen Citybahn beschlossen. Der Planbeschluss sieht neben dem Neubau von Straßenbahngleisen auf dem Berthold-Beitz-Boulevards nördlich der Altendorfer Straße auch einen Trassenneubau in ESSEN 51. sowie den Umbau der Haus-Berge-Straße von der Zollstraße bis zur Bocholder Straße vor. Die Citybahn (Linie 108) wird an der Straßenbahnhaltestelle Bahnhof Bergeborbeck enden.

Details zur geplanten Trassenführung der Straßenbahn

Ab der Kreuzung Altendorfer Straße/Berthold-Beitz-Boulevard sollen die Gleise der Straßenbahn im bereits bestehenden Mittelstreifen entlang des Berthold-Beitz-Boulevards in Richtung Norden auf Schotter geführt werden. Vom Berthold-Beitz-Boulevard zweigt die neue Linie nördlich der Pferdebahnstraße zukünftig nach Westen ab und verläuft an der ehemaligen Zeche Amalie weiter über die neue Zollstraße. Entlang der Zollstraße wird die Straßenbahn auf einem separaten und mit Rasen begrünten Gleiskörper geführt werden. Am westlichen Ende der Zollstraße zweigt die Straßenbahntrasse dann Richtung Haus-Berge-Straße ab und verläuft von dort mitten auf der Haus-Berge-Straße bis zur Kreuzung Bocholder Straße/Haus-Berge-Straße auf einem mit Rasen begrünten Gleiskörper.

Vier neue Haltestelle für Straßenbahnen

Der gesamte Planungsabschnitt zwischen Berthold-Beitz-Boulevard bis zur Haus-Berge-Straße beinhaltet insgesamt vier Straßenbahnhaltestellen, welche barrierefrei neu- bzw. ausgebaut werden. Die neue Haltestelle "Krupp-Park" wird sich auf dem Berthold-Beitz-Boulevard unmittelbar nördlich der Einmündung in den Quartiersbogen befinden und als rund 40 Meter langer Mittelbahnsteig umgesetzt. Die Haltestelle "Schacht Amalie" liegt in der geplanten Südspange, südlich der ehemaligen Zeche, im künftigen Stadtteil ESSEN 51. und soll zusammen mit dem angrenzenden Straßenraum eine Gestaltung im Zusammenhang mit dem Industriedenkmal "Schacht Amalie" erhalten. Eine weitere Haltestelle mit zwei rund 40 Meter langen Seitenbahnsteigen soll am westlichen Ende der Südspange entstehen (Haltestelle "Zollstraße"). Die Planung sieht zudem den Umbau der Haltestelle "Bergmühle" nördliche des Einmündungsbereichs Zollstraße/Haus-Berge-Straße in einen 40 Meter langen Mittelbahnsteig vor.

Wege für Radfahrer

Die vorhandenen Radverkehrsanlagen auf dem Berthold-Beitz-Boulevard liegen außerhalb des Planungsbereichs weshalb hier keine Änderungen vorgesehen sind. An den Kreuzungen Altendorfer Straße/Berthold-Beitz-Boulevard sowie Pferdebahnstraße/Berthold-Beitz-Boulevard müssen die Radfurten und die Aufstellflächen für die indirekten Linksabbieger an die Planung der Straßenbahn angepasst werden. Neue Radverkehrsanlagen sind Bestandteil des Verkehrskonzeptes ESSEN 51. weshalb die Planungen zur Citybahn dieses Konzept aufgreifen werden. Südlich der neuen Haltestelle "Schacht Amalie" quert demnach der künftige ESSEN 51.-Radweg die neue Straße und läuft auf den parallel der Pferdebahnstraße verlaufenden Radschnellweg RS 1 zu.

Entlang der neuen Südspange soll für Radfahrende künftig für beide Fahrtrichtungen ein Radweg mit einer Breite von zwei Metern entstehen. Eine Anbindung der Südspange an die Haus-Berg-Straße erfolgt über die Zollstraße, über die künftig der Radverkehr in Richtung Bocholder Straße ermöglicht werden soll. Für Anlieger der Haus-Berge-Straße, die mit dem Rad in Richtung Bocholder Straße fahren wollen, sollen an zwei Stellen Querungsmöglichkeiten über den Gleiskörper, der sich in der Mitte der Haus-Berge-Straße befinden wird, geschaffen werden. In Gegenrichtung, also von der Bocholder Straße kommend in Richtung Süden, ist ein 1,85 Meter breiter Radfahrstreifen geplant.

Zeitlicher Ablauf

Für den Bau der CITYBAHN ist ein Planfeststellungsverfahren für den gesamten Streckenabschnitt notwendig. Derzeit ist der Umsetzungszeitraum für den beschriebenen Abschnitt zwischen Berthold-Beitz-Boulevard und Haus-Berge-Straße von Anfang 2024 bis 2025 vorgesehen.

Kosten

Die vorläufigen Gesamtkosten für den Planungsabschnitt betragen 31,75 Millionen Euro, hiervon entfallen rund 27,775 Millionen Euro auf die Ruhrbahn als Kostenträger für den ÖPNV und rund 3,975 Millionen Euro auf die Stadt Essen als Kostenträger für den Straßenbau. Diese Kosten beruhen auf einer vorläufigen Kostenberechnung.

Aus dem nebenstehenden künftigen Linienplan geht hervor, dass man künftig nicht mehr ohne Umsteigen von Altendorf/Bochold (Jahnplatz) aus mit der Straßenbahn nach Borbeck kommt - und zurück auch nicht.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zur CITYBAHN finden Interessierte unter www.citybahn-essen.de

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Kommentare

Kommentar von Rainer Seck |

Leider ist es dann so, dass die Tram 105 nur noch eine City-Anbindung zum Essener Hauptbahnhof hat.
Wichtige Anbindungen wie das Job-Center, die Uni, die nördliche Innenstadt, das Rathaus und anderes sind dann für Frintroper und Bedingrader Bürger nicht mehr ohne Umsteigen erreichbar. Die Begründung ist, dass die Tunnelführung ab ThyssenKrupp sonst überlastet wäre.
Das ist ein klarer Rückschritt zum kundenunfreundlichen ÖPNV.

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