Borbecker Nachrichten und borbeck.de als Begleiter Borbecker Schulgeschichte

Dargestellt am Beispiel des Gymnasiums Borbeck von Dr. Wolfgang Sykorra

0 31.01.2024

BORBECK. Wenn am 11. Februar 2024 die Ausstellung „Was gibt´s Neues?“ - Von der Borbecker Zeitung zu borbeck.de eröffnet wird, werden die GymBo-Absolventen des Jahrgangs 1964 auf den Tag genau vor 60 Jahren ihre Reifeprüfung abgelegt haben. In Anlehnung an den Titel der Ausstellung könnte für deren Jubiläumstreffen die Devise deshalb heißen: „Was gibt´s Neues? Von der Abiturientia 1964 zu Ehemaligen 2024“. Es ist ein Jubiläum, dessen Geschichte sich in der Berichterstattung der Borbecker Nachrichten und von borbeck.de kontinuierlich widerspiegelt.

Im BN-Bericht über das Abitur 1964 werden neben der Abiturientia dieses Jahres die an der Abschiedsfeier der Schule teilnehmenden Absolventen der Jahrgänge 1914 und 1939 ebenso gewürdigt. Unter Anspielung auf die Kriegserfahrung des Abiturjahrgangs 1914 wünscht man sich für die jungen Prüflinge, dass sie „einen weniger schicksalsschweren Start haben möchten, in einer Zeit, die beständig friedlich bleibt.“

Die Überschrift des Zeitungsartikels ist doppeldeutig: „Zu neuen Ufern ruft ein neuer Tag“ titelt er. Einerseits evoziert er den räumlichen Weggang, andererseits die persönliche und berufliche Entwicklung der jungen Menschen: Denn die Aufnahme eines Studiums, das sich – wie der Artikel in der „Borbecker“ ausweist - fast alle wünschen, bedeutet gleichzeitig das damit verbundene Verlassen des Elternhauses und der Heimatstadt. Grund: Das Ruhrgebiet verfügt im Jahr 1964 über keine Universität. Die nächsten universitären Hochschulen sind in Münster und Köln. Die Ruhr-Universität Bochum ist erst in der Gründungsphase.


Auf dem Photo in alphabetischer Reihenfolge: Heinz-Jürgen Borowsky, Werner Bosak, Alfred Dudda, Klaus-Dieter Hildebrand, Klaus-Dieter Langlotz, Udo Richarzhagen, Ulrich Rosche, Jürgen Rose, Friedrich Schlußnuß, Reinhard Scholven, Hans-Ulrich Squarr, Wolfgang Sykorra, Fritz-Dieter Tidtke, Michael Wenner, Reinold Werner, Foto: BORBECKER NACHRICHTEN (BN), 6.3.1964


Auf dem Photo in alphabetischer Reihenfolge: Lothar Böning, Hans-Jörg Denkler, Klaus Denzin, Lothar Ebben, Ulrich Freischlad, Heinz Geerlings, Ernst-Walther Göke, Jürgen Hartel, Volkmar Hintze, Hanswerner Janek, Burhard Kieliba, Hans-Georg Klein, Peter Kors, Horst Krüger, Rolf Kühn, Klaus Lorscheid, Karl Heinz Michels, Jochen Pannen, Roland Raschdorf, Arne Schulte, Armin Thurow, Eckhard Vogt, Volker Weber, Bild: BN 6.3.1964

Fünfundzwanzig Jahre später versammeln sich die Abiturienten – getrennt nach Klassen - erneut in der Schule, um ihr Silbernes Abiturjubiläum zu feiern. Diesmal blicken die Mitglieder der Oberprima s nicht so ernst in die Kamera von BN-Photographin Sigrid Lerche-Lünemann. Ihr Blick scheint zu verraten, dass der Prüfungsdruck von damals einer entspannten Zufriedenheit gewichen ist: In der Zwischenzeit hat es tatsächlich das erhoffte friedliche Vierteljahrhundert gegeben, beruflich ist man etabliert. Eine sportliche Kleidung ist an die Stelle der förmlichen dunklen Anzüge mit Krawatte getreten. Die ehemaligen Schüler befinden sich im Unterschied zu 1964 jetzt im ihnen früher verschlossenen Lehrerzimmer der Schule, in das sie der Direktor des Gymnasiums Borbeck zu Kaffee und Kuchen eingeladen hat. Allerdings hat es auch Absagen gegeben, weil man die Nähe zur Schule und zu den Schulkameraden nicht mehr suchen möchte. Dennoch verständigen sich die Anwesenden darauf, mit einem weiteren Treffen nicht erst 25 Jahre zu warten.


Bild: BN 9.9.1989

Schon 15 Jahre später trifft man sich wieder, diesmal feiern beide Oberprimen gemeinsam. Das Photo vor dem Hauptportal mit dem deutlich sichtbaren Schriftzug „Gymnasium Borbeck“ über den Eingangstüren macht erneut Sigrid Lerche-Lünemann, man kennt sich inzwischen. Die Ehemaligen stehen jetzt einige Jahre vor ihrem Ruhestand und lassen ihr bisheriges Leben revue passieren. „Welchen Anteil hat wohl die Schule an den beruflichen Erfolgen?“ fragen sie. Genau einschätzen können es nicht alle. Eindeutig fällt die Antwort von Lothar Böning aus. Aus Dankbarkeit der Schule gegenüber wird er einige Monate danach im Jubiläumsjahr 2004 eine gemeinnützige Stiftung, die Lothar-Böning-Stiftung, gründen. Die Borbecker Nachrichten werden dazu später titeln: „Altschüler gründet Stiftung für Gymnasium Borbeck. Dr. Lothar Böning will junge Menschen unterstützen.“


Bild: BN, 6.5.2994

Die zeitlichen Abstände zwischen den Treffen verkürzen sich. Zehn Jahre später kommt man im Jahr 2014 zum Goldenen Abiturjubiläum zusammen. Natürlich versammelt man sich vor dem Hauptportal wieder zu einem Gruppenphoto. Die Reihen haben sich gelichtet: Etliche Jubilare sind verstorben. Das Bild der Borbecker Nachrichten weist darüber hinaus aus, dass sich die Schule modern weiterentwickelt hat: Die männliche Dominanz an der Spitze der Schule ist inzwischen einer weiblichen Schulleitung gewichen. Unter den Abiturienten von damals befindet sich jetzt eine Frau, nämlich Heike Walbrodt-Derichs als neue Direktorin.


Bild: BN 27.6.2014

Das gegenseitige Versprechen ist, sich zum 60jährigen Abiturjubiläum wiederzusehen, also im Jahr 2024. Bis es so weit ist, treffen sich einzelne 1964er Abiturienten zu besonderen Anlässen. So auch Lothar Böning und Wolfgang Sykorra, um an der Sitzung der Schulstiftung als Vorstandsmitglieder teilzunehmen. Über dieses Ereignis können die Borbecker Nachrichten nicht mehr berichten. Ihr Erscheinen ist eingestellt worden. Gleichwohl genießt das Borbecker Leben weiterhin publizistische Beachtung. Engagierte Bürger haben das Internetportal borbeck.de ins Leben gerufen. Darum erscheinen Berichte über das Gymnasium Borbeck jetzt hier, wie das folgende Bild belegt: „Borbecker Lothar-Böning-Stiftung feiert 15. Geburtstag“ titelt ein Artikel und präsentiert ein Bild, das den Vorstand der Lothar-Böning-Stiftung mit drei Borbecker Altschülern zeigt: den Stiftungsgründer Lothar Böning, den ehemaligen Direktor Wolfgang Sykorra und den aktuellen Schulleiter Lars Schnor, der an der Prinzenstraße sein Abitur 1995 bestanden hat.


Die Vorstandsmitglieder der Lothar-Böning-Stiftung für das Gymbo: (v.l.) Wolfgang Sykorra, Lothar Böning und Lars Schnor, borbeck.de, 14.4.2020

Natürlich wird borbeck.de darüber berichten.

Wolfgang Sykorra

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