Borbecker Kolping-Gedenken am 12. Dezember

Feier des Kolpingjubiläums wird verschoben

0 04.12.2021

BORBECK. Kolpingbrüder und -schwestern rund um die Welt haben in jedem Jahr den 4. Dezember fest auf dem Kalender: Nicht nur die Hl. Barbara steht an diesem Tag drauf, sondern auch der Priester und Sozialreformer Adolph Kolping. Der Gründervater der Katholischen Gesellenvereine selbst setzte 1860 eigenhändig seine schwungvolle Unterschrift unter die dekorative Stiftungsurkunde der Kolpingsfamilie Essen-Borbeck. Sie gehört damit zu den ältesten der mehr als 2.000 Kolpingsfamilien in Deutschland.

Kolping-Gedenktag am Sonntag, 12. Dezember

Die Kolpingsfamilie Essen-Borbeck begeht den diesjährige Kolping-Gedenktag am Sonntag, 12. Dezember, in der Hl. Messe um 10 Uhr in St. Dionysius. Gefeiert wird sie von Pfarrer Benedikt Ogrodowzyk, der am 20. September 2021 von der Mitgliederversammlung der Kolpingsfamilie zum Präses gewählt worden war. Das ursprünglich für den 12. Dezember geplante nachgeholte 160.(+1)-Gründungsfestfest mit Jubilar-Ehrung aber fällt aus. Das schon im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie verschobene große Fest in der Dampfbierbrauerei soll nach Stand der Planung nun am 14. August 2022 begangen werden.

Derzeit im Kirchenladen präsent

Was jedoch bei den Borbecker Kolpingern in das ganze Jahr über entsteht, lässt sich derzeit ein wenig im Kirchenladen nachvollziehen (aktuelles Bild von der Dekoration des Schaufensters oben): Am Germaniaplatz gibt es viele schöne bunte Holzsachen, die der hochaktive Bastelkreis das ganze Jahr über an den Samstagnachmittagen schreinert. Er präsentiert auch zahlreiche andere selbst hergestellte Dinge, die sonst üblicherweise beim Borbecker Weihnachtsmarkttag für den guten Zweck verkauft werde. Auf ihm ist die Kolpingfamilie von Beginn an vertreten - und auch er wurde in diesem Jahr erneut abgesagt.

Viele Initiativen sind durch die geschickte Arbeit der Handwerker seitdem gefördert worden: Direkte Hilfe ging etwa an eine Schweinezucht in Togo, über das Hilfswerk Kolping International unterstützten die Borbecker Kleinbauern in Brasilien und an zahlreichen anderen Orten. Auch diesmal wird der Erlös wieder für Projekte in der Welt, aber auch für örtliche Projekte wie die Essener Tafel oder für Jugend- und Obdachlosenarbeit verwendet – ganz in der Tradition der Kolpingfamilien weltweit: „Bildungsförderung, Gemeinschaft, soziale Arbeit, Verantwortung und Solidarität gehören für die Kolpingbrüder und -schwestern seit jeher zusammen“, so die Verantwortlichen im Leitungsteam.

Samstags gehts in die Werkstatt: Das ganze Jahr über wird bei der Kolpingsfamilie fleißig gebastelt für den Borbecker Weihnachtsmarktttag

Borbecker Gründung erinnert an eine wilde Zeit

Das jährliche Kolpinggedenken in Borbeck erinnert an die Zeit, in der die alte Bürgermeisterei ihren großen Aufbruch durchmachte: Industrie und Handwerk wuchsen, Tausende kamen, suchten Arbeit und Brot. In diesen Jahren fiel auch hier die 1846 erstmals in Elberfeld verwirklichte Idee auf fruchtbaren Boden, mit der die durch die Industrie wurzellos gewordenen wandernden Handwerksgesellen eine neue Heimat finden sollten. Die Idee der in diesem Jahr 175 Jahre bestehenden ersten Initiative übernahm damals der junge Kaplan Adolph Kolping. Er formte 1850 den Rheinischen Gesellenbund und seine neue Bewegung zog in die Welt: 1854 kam sie in die Schweiz, 1856 nach Nordamerika, ein Jahr später waren es über 150 Vereine mit 20.000 Mitgliedern, die in zahlreiche Länder ausschwärmten.

In Deutschlands „Wildem Westen“

Bald regte sich so auch in der ehemals größten Landgemeinde Preußens junges Gesellenleben: In Borbeck, wo die verschlafenen 12 Bauernschaften von der Industrialisierung fast über Nacht überrollt wurden, standen Kolpings Katholische Gesellenvereine für einen Gegenentwurf zu den teils chaotischen Verhältnissen. Auch in Deutschlands „Wildem Westen“ sollte der Einzelne nicht in der Masse untergehen, sondern Heimat und Familie, Halt in der Gemeinschaft erfahren. Wo er einen sozialen Aufstieg schaffen wollte, bot man ihm Möglichkeiten für sein berufliches Fortkommen, auch in der Freizeit. Es entstand ein Netzwerk, das nun auch in Borbeck mit Adolph Kolpings eigener Unterschrift seinen Anfang nahm.

Sicher war dies auch der besonderen Tatkraft des Ortspfarrers zu verdanken: In der Gemeinde von Johann Joseph Legrand, der 1855 für die Pfarrjugend zunächst den Aloisius-Jünglingsverein ins Lebens rief, richtete sich ab 1860 nun eine neue Organisation insbesondere an die im Handwerk tätigen Jugendlichen. Der Essener Gesellen-Verein, seit 1852 aktiv, hatte 1858/1859 mit einem Gesellenhospiz eine feste Plattform für die Ausbreitung des Verbandes in der Umgebung gegründet, in Steele griff die Idee 1854, in Werden 1856, im selben Jahr auch in Mülheim/Ruhr, später in Velbert (1864) und in Stoppenberg (1869).


links: Gründungs-Diplom von 1860, Zeitungsanzeige aus dem Gründungsjahr, unten Vikar Kurtz und der Vorstand, rechts die Schlossfachabteilung 1890 mit einem damals noch seltenen Fahrrad, Modell des Kolpingdenkmals, 1910 vor dem damals noch stehenden Gasthaus Bahrenberg am Kirchplatz aufgestellt

Gründungsurkunde trägt Kolpings Unterschrift

Die für den Borbecker Gesellenverein ausgestellte und bis heute erhaltene große Stiftungsurkunde trägt das Datum vom 11. November 1860. „Gott segne das ehrbare Handwerk“ lautet die von Engelsfiguren getragenen Devise auf dem „Diplom“. Der in gotischen Lettern und mit verzierten Großbuchstaben gestaltete Text gibt bekannt:

„Der katholische Gesellenverein zu Borbeck wurde gegründet am 11. Nov. 1860, in den allgemeinen Verband des Katholischen Gesellenvereins durch Beschluß des Central-Vorstandes zu Cöln am 26. Nov. 1860 aufgenommen und hat sich damit an die treue, gewissenhafte Befolgung der allgemeinen Statuten des Katholischen Gesellenvereins, wie solche nach vorhergehender Berathung durch den Central-Vorstand publiciert worden sind und publiciert werden verpflichtet.“

Unter der Abbildung des Hl. Josef und von 10 Zunftzeichen gerahmt, sind die Beweggründe und Ziele der Vereinigung eindeutig kennzeichnet:

Gott zur höchsten Ehre, dem Handwerk zum segensreichen Aufblühen wurde unter dem Patronate des h. Nährvaters Joseph der katholische Gesellenverein gegründet. Sein Fundament ist der h. katholische Glaube, ehrenhafte, christliche Sitte der Mitglieder seine Würde, brüderliche Eintracht sein Ehrenzeichen, gegenseitige Hülfe in Noth und Bedrängnis besondere Liebespflicht, tüchtiges Schaffen und Wirken im Berufskreise das Ziel gegenseitiger Ermunterung. Ein christlicher und wackerer Gesellenstand soll und will durch Tugend und Fleiß einst in der Bürgerschaft sich einen ehrenwerthen Meisterstand erobern. Darum halten die Mitglieder des kath. Gesellenvereins die Religion heilig, die Sitte rein, die Ehre des Mannes und des Gewerbes hoch und reichen sich überall die brüderliche Hand, damit sich aufrichte, wer darnieder gesunken, und mutig stehen bleibe und weiterschreite, wer den Weg der guten Sitte und der Ehre betreten. Unter dem Segen Gottes, und unter dem Schutze des h. Nährvaters Joseph wachse und gedeihe der katholische Gesellenverein ! Der Central-Vorstand, K o l p i n g“.

Adolph Kolping setzte eigenhändig seine schwungvolle Unterschrift unter die dekorativ gestaltete Gründungsurkunde. Damit gehört die Gründung zu den ältesten bis heute bestehenden Vereinigungen unter den mehr als 2.000 Kolpingsfamilien in Deutschland.

Festzug von 1920 beim 60. Stiftungsfest, rechts unten: Das alte Kolpingdenkmal vor dem alten Pfarrhaus am Kirchplatz 1918

Kolping-Großfamilie in Groß-Borbeck

Früh schon gab es in Borbeck eigene Gruppierungen für Meister und Gesellen. Dazu traten nach dem Abklingen der Wirtschaftskrisen, der Streiks und des Kulturkampfs mit dem Staat auch Fachabteilungen für Schlosser (1890), später für Schreiner und für Anstreicher sowie eine eigene St-Martinus-Krankenkasse. Rund 200 Mitglieder, davon 100 aktive, zählte der Verein kurz vor der Jahrhundertwende. Ein ausgefeiltes und intensives Vortrags- und Unterrichtsprogramm bereitete mit Kursen im Deutschen, Rechnen und in Buchführung auf die Meisterprüfung vor, dazu gab es eine eigene Bibliothek und Lesezimmer im Vereinslokal Wegener am Borbecker Germaniaplatz. Und der Verein wuchs weiter: 1910 gehörten ihm insgesamt 213 Gesellen an, auch die Zahl der Ehrenmitglieder stieg von 260 auf 302.

50 Jahre nach der Borbecker Gründung folgte jetzt auch die Bildung eines eigenen Vereins für Frintrop (1910), zugleich wurde ein Gesellenverein in Bergeborbeck ins Leben gerufen. Ein vom Verein 1910 selbst errichtetes großes Kolping-Denkmal auf dem Kirchplatz - eine Kopie des Kölner Denkmals vor der dortigen Minoritenkirche - zeigte nicht nur den Gesellenvater mit einem Handwerker: Zugleich demonstrierte der Verein damit auch unübersehbar seine eigene Bedeutung in der Gemeinde. 1911 konstituierte sich sogar auch ein eigener eingetragener „Kolpinghausverein“ und man dachte durchaus groß: Das geplante Hospiz sollte u.a. Schlafräume für ca. 50 Gesellen enthalten, einen Unterrichts- bzw. Versammlungssaal, einen Speisesaal, Billardzimmer, Lesezimmer und Kegelbahn umfassen, doch wurde es nie verwirklicht, denn Inflation und Krieg zehrten das mit großem Einsatz zusammengetragene Vereinsvermögen wieder auf.

Nach dem Krieg: Zurück zur alten Stärke

Der I. Weltkrieg hatte einschneidende Folgen: Der Verein verlor 40-45 Mitglieder, Wirtschaftskrise und Ruhrbesetzung schwächten die Region. Dafür durften nun Lehrlinge an den Versammlungen teilnehmen und erst nach Verpflichtung von 115 neuen Handwerksgesellen fand die örtliche Kolpingssache wieder langsam zurück zu alter Stärke: Zum 60. Stiftungsfest 1920 wurden wieder Handwerkergruppen für den Festzug gebildet, die in Berufskleidung bemannten und von Musikgruppen begleiteten Motivwagen standen für ein neues Selbstbewusstsein. 1923 pendelte sich der Mitgliederstand wieder bei 130-140 Aktiven ein, große Theaterstücke wurden wieder aufgeführt, man gründete eine Mandolinenabteilung und zur Bäckerfachabteilung trat 1931 eine neue Malerfachabteilung. 125 Mitglieder, 12 Ehrenmitglieder und 275 inaktive Mitglieder zählte der Verein damals, dessen Unterabteilungen auf der Generalversammlung alle einen eigenen Bericht abzugeben hatten - auch die Theater-, Musik-, Kegelabteilung und das Tambourkorps.

Auch außerhalb des Vereinslebens war der katholische Gesellenverein Essen-Borbeck ein gern gesehener Veranstalter von Festen für die Borbecker Bevölkerung. Beliebt waren seine Karnevals-, Nikolaus- und Weihnachtsfeiern, vor allem aber sein geschlossenes Auftreten bei Prozessionen, Wallfahrten, Katholikentagen und kirchlichen Großveranstaltungen. 1932 wurde die Gründung einer Schneiderfachabteilung und einer kaufmännische Abteilung zunächst noch vertagt, doch konnte eine „lang bestellte + ersehnte goldene Seniorenkette“ angeschafft werden, in die die Namen aller Senioren seit der Gründung eingraviert waren. Diese Kette ist nach Kriegsende verschwunden, befindet sich aber heute vielleicht immer noch in der Familie eines früheren Vereinsmitgliedes - auch die alte Fahne und die Gründungsurkunde des Kolpingvereins Borbeck gerieten erst auf Umwegen und durch Zufall wieder in den Besitz des Vereins. 1933 trennte sich der Gesellenverein von 30 Mitgliedern und benannte sich in „Kolpingsfamilie“ um, die Arbeit und das öffentliche Auftreten wurde von den NS-Machthabern verboten. Im II. Weltkrieg ruhte jede Vereinstätigkeit in Borbeck - fast alle Mitglieder waren zum Kriegsdienst eingezogen.

Die Kolpingfamilie Borbeck auf Romfahrt im 100. Jubiläumsjahr 1960

Wiederaufbau nach dem Krieg

Nach dem Krieg war der Wiederaufbau nicht leicht. Viele hatten in den ersten Jahren anderes zu tun und mussten zuerst ihr Überleben sichern. Doch für zahlreiche Menschen, die nach Essen zogen und hier Arbeit fanden, bot auch Kolping wieder eine neue Heimat. Der 1934 ins Leben gerufenen Dellwiger Kolpingsfamlie folgte 1947 eine Gründung in Bedingrade, 1948 eine weitere in Schönebeck und 1952 in Vogelheim.

Schon 1949 wurde an der Stelle des kriegszerstörten Kolpingdenkmals ein neues mit einer Bronzebüste Adolph Kolpings auf einer Stele aus Anröchter Dolomit eingeweiht. Organisierte Hamsterfahrten unterstützten in den Hungerjahren bedürftige Mitglieder, eine Musikband wurde gegründet, auch eine Kegelabteilung und zum 100. Gründungsfest 1960 ging es mit einem großen Handwerkerzug wieder auf die Borbecker Straßen. Der ausschließlich Männern vorbehaltene Verband öffnete sich in den 1970er Jahren nun auch in Borbeck offiziell für Frauen. Das Feldschlößchen an der Flurstraße hatte nach Jahrzehnten als Vereinstreffpunkt ausgedient, die Jungkolping-Vereinigung im Bezirk Borbeck spielte eine starke Rolle - auch im Stadtverband. Und zahllose Vortragsabende, Wallfahrten, Reisen nach Rom bis Ungarn, Italien, Turin oder Polen, aber auch Exkursionen in der Region prägten die halbjährlich gedruckten Vereinsprogramme.

rechts: Festakt zum 150-jährigen Bestehen mit Kolping-Bundes- und Europapräses Ottmar Dillenburg am 13. Juni 2010 im Theatersaal des Don Bosco-Gymnasiums

Neue Initiativen wie Familiensonntage strahlten in die ganze Gemeinde aus, auch Gesprächsforen und soziale Initiativen wie die Sammlung von „Maschinen für die 3. Welt“ oder die Organisation von Senioren-Werkwochen. Die Borbecker Kolpinger beteiligten sich Anfang der 1990er Jahre sogar aktiv an der Gründung einer neuen Kolpingsfamilie in Balatonföldvár am ungarischen Plattensee (1994), sie initiierten die seit vielen Jahren laufenden Fastenessen in der Fastenzeit für Misereor und beteiligten sich am Borbecker Weihnachtsmarkttag. „Eine Kolpingsfamilie „verdient“ ihren Namen, wenn in ihren eigenen Reihen der Dienst am Menschen großgeschrieben wird“, erklärte der Kolping-Bundes- und Europapräses Ottmar Dillenburg im Theatersaal des Don Bosco-Gymnasiums, als die Borbecker Kolpingsfamlie am 13. Juni 2010 ihr letztes großes Jubiläum zu ihrem 150-jährigen Bestehen feiern konnte.


Das aktuelle Vorstandsteam mit Präses Pfr. Benedikt Ogrodowczyk von St. Dionysius (2.v.l.) vor dem Schaukasten mit der Prachtfahne im Dionysiushaus

„Kolping ist mir heilig!“

Ihr Gründer, der auch als „Gesellenvater“ bezeichnete Priester, Sozialreformer, Publizist und Seelsorger Adolph Kolping (*8. Dezember 1813, + 4. Dezember 1865), selbst gelernter Schuhmacher und zehn Jahre lang als „fahrender Geselle“ unterwegs, wurde am 27. Oktober 1991 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Zwar steht er, wie gesagt, am 4. Dezember auf dem Heiligenkalender, doch offiziell heiliggesprochen ist er noch nicht. Das aber wünschen sich derzeit das Kolpingwerk Deutschland und Kolping weltweit. Sie haben unter dem Motto „Kolping ist mir heilig!“ am 27.10.2020 eine weltweite Unterschriftenliste unter www.petition-kolping.com freigeschaltet. Die gesammelten Unterschriften aus aller Welt sollen im Rahmen der Romwallfahrt am 27. Oktober 2022 an Papst Franziskus übergeben werden. Auch die Kolpingfamilie in Borbeck, die schon vor 30 Jahren in Rom mit dabei war, freut sich schon darauf.

Informationen zu Kolping: Das Kolpingwerk Deutschland mit Sitz in Köln zählt heute bundesweit mehr als 230.000 Mitgliedern in 2.350 Kolpingsfamilien, davon etwas 40.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der Kolpingjugend. Allein in NRW sind rund 100.000 Mitglieder in 800 Kolpingsfamilien organisiert. Das Internationale Kolpingwerk ist mit rund 500.000 Mitgliedern und etwa 5.800 Kolpingsfamilien in 62 Ländern eines der großen Sozialwerken der Katholischen Kirche. Internet: www.kolping.de.

CB

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