Bittere Heimschlappe

RWE unterliegt SC Verl mit 0:5

0 10.10.2023

Einen weiteren erheblichen Dämpfer kassierte Rot-Weiss Essen zum Abschluss der Englischen Woche: Nur drei Tage nach dem 0:4 bei der SpVgg Unterhaching hatte das Team von Trainer Christoph Dabrowski am 10. Spieltag gegen den SC Verl im heimischen Stadion an der Hafenstraße sogar 0:5 (0:1) das Nachsehen. Vor 14.907 Zuschauern im Stadion an der Hafenstraße sorgten Lars Lokotsch (39.), Dreifach-Torschütze Oliver Batista Meier (60., Handelfmeter/62./74.) und Nico Ochojski (82.) für den Dreier des Sportclubs. In der Schlussphase sah RWE-Mittelfeldspieler Björn Rother auch noch die Rote Karte (85.). „Nach einem solchen Spiel muss man erstmal schlucken“, sagte Trainer Christoph Dabrowski im Interview bei MagentaSport. „In der ersten Halbzeit war es noch ein ausgeglichenes Spiel. Wir haben es ordentlich gemacht und hätten nach einer Ecke selbst in Führung gehen können. Die Leistung im zweiten Durchgang war dann inakzeptabel. Wir können uns bei unseren Fans nur dafür entschuldigen. Für den Moment habe ich noch keine Erklärung für diese Leistung. Klar ist aber, dass wir so nicht auftreten dürfen.“

Im Vergleich zur Niederlage am Mittwoch bei der SpVgg Unterhaching (0:4) hatte Christoph Dabrowski fünf Veränderungen in seiner Anfangsformation vorgenommen. Die beiden Außenverteidiger Eric Voufack und Sascha Voelcke nahmen nach ihrem Startelf-Debüt in Unterhaching nun wieder auf der Bank Platz. Dafür kehrten Andreas Wiegel (rechts) und Lucas Brumme (links) ins Team zurück. Für die angeschlagenen und im Kader fehlenden Felix Götze (Bauchmuskelzerrung) und früheren Verler Vinko Sapina (Nackenprobleme) begannen Björn Rother und Isaiah Young. Außerdem ersetzte Moussa Doumbouya im Sturmzentrum Ron Berlinski, der ebenfalls früher für die Ostwestfalen am Ball war.

RWE kehrte somit zur Viererkette zurück. Vor Torhüter Jakob Golz verteidigten Andreas Wiegel, José-Enrique Rios Alonso, Felix Bastians und Lucas Brumme. Björn Rother agierte als alleiniger Sechser. Hinter Stürmer Moussa Doumbouya bildeten Isaiah Young, Torben Müsel, Cedric Harenbrock und Marvin Orbuz die Offensivreihe.

RWE nach Standards mehrfach gefährlich

Die erste Torannäherung gehörte den Gästen. Einen Verler Freistoß von der rechten Seite konnte RWE-Torhüter Jakob Golz zunächst per Faustabwehr klären. Der Versuch von Michel Stöcker aus dem Rückraum ging knapp über das Tor. Auch auf der anderen Seite wurde es nach ruhenden Bällen gefährlich. José-Enrique Rios Alonso fehlte bei einem Freistoß von Torben Müsel nicht viel, um mit dem Kopf an den Ball zu kommen. Eine weitere Hereingabe der Essener Nummer 26 köpfte Björn Rother am Tor vorbei.

RWE setzte die Gäste im Spielaufbau immer wieder unter Druck und erzielte mehrere frühe Ballgewinne. Allein weitere klare Chancen blieben noch aus. Stattdessen wäre das Tor fast auf der anderen Seite gefallen. Eine flach ausgeführte Ecke von Oliver Batista Meier fand Marcel Benger, der den Ball mit einem Direktschuss aus elf Metern an den Pfosten hämmerte.

Nach einer Kombination über Cedric Harenbrock legte Andreas Wiegel im zweiten Versuch den Ball in den Rückraum. Dort lauerte Torben Müsel, der seinen Schuss aber über den Kasten setzte. Dann leistete sich Andreas Wiegel einen Ballverlust gegen Batista Meier. Der ehemalige U20-Nationalspieler war von Björn Rother und der übrigen RWE-Defensive nicht zu stoppen und behielt dann noch die Übersicht für Lars Lokotsch (39.), der den Ball zum 0:1 über die Linie drückte.

Die Rot-Weissen waren um eine Antwort noch vor der Pause bemüht. Lucas Brumme setzte sich mit einem Sprint über die linke Seite durch, seine Hereingabe wurde aber gerade noch so vor dem einschussbereiten Doumbouya zur Ecke geklärt. Nach dem folgenden ruhenden Ball verlängerte Rother für Marvin Orbuz, der aber aus fünf Metern an Verls Torhüter Luca Unbehaun scheiterte. Es ging mit der Führung für den Sportclub in die Kabine.

Verls Batista Meier schnürt Dreierpack

Den zweiten Durchgang nahmen die Rot-Weissen mit einem Wechsel in Angriff. Für den angeschlagenen Kapitän Felix Bastians kam Aaron Manu in der Innenverteidigung zu seinem ersten Drittliga-Einsatz. Beim SC Verl blieben Michel Stöcker, Patrick Kammerbauer und Torschütze Lars Lokotsch draußen. Neu in der Begegnung waren Yari Otto, Maximilian Wolfram und Marcel Mehlem.

Wie schon zu Beginn des ersten Durchgangs wollte RWE den Spielaufbau der Gäste früh unterbinden, der Dabrowski-Elf gelang das allerdings nicht so gut, wie noch kurz nach Anpfiff. Ein guter Angriff über Obuz und Wiegel landete bei Harenbrock, dessen Versuch aus kurzer Distanz noch zur Ecke geblockt wurde.

Bitter für RWE: Nach einem Hackentrick von Yari Otto prallte der Ball an den Arm von Rios Alonso. Schiedsrichter Eric Weisbach (Halle/Saale) entschied auf Handelfmeter. Batista Meier (60.) ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen und verlud Golz. Nur wenige Sekunden später folgte schon der nächste Rückschlag. Einen weiten Abschlag von Verls Torhüter Luca Unbehaun verlängerte Maximilian Wolfram mit dem Kopf in den Lauf von Batista Meier (62.), der den Ball über Jakob Golz hinweg ins Tor lupfte.

Trainer Christoph Dabrowski reagierte mit einem Dreifachwechsel: Leonardo Vonic, Ron Berlinski und Nils Kaiser kamen für Isaiah Young, Torben Müsel und Moussa Doumbouya ins Spiel. Und Berlinski hätte fast als „Joker“ gestochen. Ein Eckball von Wiegel landete vor seinen Füßen, der ehemalige Verler scheiterte aber am gut reagierenden Unbehaun. Nach der anschließenden Ecke fingen sich die Rot-Weissen einen Konter. Oliver Batista Meier (74.) lief mit Tempo auf die RWE-Defensive zu, setzte sich technisch gut gegen Wiegel durch und ließ Golz keine Abwehrchance.

Es kam sogar noch schlimmer für die Rot-Weissen: Nico Ochojski (82.) kam rund 30 Meter vor dem Tor an den Ball, lief ohne großen Gegnerdruck bis in den Strafraum und überwand auch Golz. Auf der Gegenseite lag der Ball zwar ebenfalls im Netz, beim Treffer von Leonardo Vonic entschied das Schiedsrichter-Gespann aber auf Abseits. Die Schlussminuten musste RWE in Unterzahl bestreiten. Björn Rother hatte sich wegen groben Foulspiels noch die Rote Karte eingehandelt (85.).

Revierderby bei U23 des BVB auf großer Bühne

Nach zwei Englischen Wochen in Serie hat das Team von RWE-Trainer Christoph Dabrowski jetzt zumindest etwas mehr Zeit, um sich auf die nächste Partie vorzubereiten. Am kommenden Freitag, 13. Oktober, steht ab 19 Uhr das Revierderby bei der U23 von Borussia Dortmund, einem weiteren alten Bekannten aus der Regionalliga West, auf dem Programm. Gespielt wird im großen Dortmunder Signal Iduna Park, der unter anderem auch deshalb zur Verfügung steht, weil die Bundesliga im Gegensatz zur 3. Liga Mitte Oktober eine Länderspielpause einlegt.

Schon vor etwas mehr als einem Jahr hatten die Rot-Weissen auf dieser großen Bühne bei der zweiten Mannschaft des BVB gespielt und vor 11.079 Zuschauern unglücklich 0:1 verloren. Diesmal könnte es eine noch größere Kulisse geben, denn allein in Essen wurden schon mehr als 6.000 Tickets verkauft. Das Rückspiel gewann RWE übrigens an der Hafenstraße durch Tore von Thomas Eisfeld und Björn Rother 2:0. Beide werden jetzt beim erneuten Aufeinandertreffen mit dem BVB fehlen.

 

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