Bebauung Kesselstraße: Bürgerproteste zeigen Wirkung

0 04.12.2019

BOCHOLD. Ob das Hin und Her bei dem Wohnbauvorhaben zwischen Bocholder Straße und Kesselstraße bald ein Ende hat? Über eine „geänderte städtebauliche Konzeption“ für diesen Bereich spricht am kommenden Dienstag die Borbecker Bezirksvertretung bei ihrer um 17 Uhr beginnenden Sitzung im Schloss Borbeck (Schlossstraße 101-103).

Das bereits laufende B-Planverfahren wird geändert und auf eine Bebauung der öffentlichen Grünfläche (weitgehend) verzichtet. Dort sollte zuletzt u.a. auch eine neue Grundschule für Bochold errichtet werden (dieser Plan wurde von der Fachverwaltung verworfen). Durch den Verzicht auf die Bebauung des öffentlichen Grüns will die Stadt den Bürgern entgegen kommen, die binnen kurzer Zeit rund 1200 Unterschriften gegen die Bebauung gesammelt und dem Oberbürgermeister übergeben hatten.

Da der Investor aber – um auf dem nun kleineren Grundstück bauen zu können – erhebliche Kosten und Risiken zu tragen hat (Kosten u.a. für den Straßenbau, für den Bau eines Regenrückhaltebeckens und anderer abwassertechnischer Infrastruktur – Risiken durch Altlasten und Bergschadensverzichte), will die Stadt auch ihm entgegen kommen und mehr Wohnungen auf dem Gelände der Gärtnerei ermöglichen.

Das geht aus einer Drucksache hervor, die die BV am Dienstag berät. Interessierte finden diese auch unter essen.de (Ratsinformationssystem, Sitzungskalender, BV IV)

In der Verwaltungsvorlage heißt es: „Das überarbeitete städtebauliche Konzept sieht auf der verringerten Fläche daher überwiegend Geschosswohnungsbau vor (112 WE) sowie fünf Doppelhäuser und eine Dreierhausgruppe (13 WE). Die Bebauung ist in den nördlichen und westlichen Randbereichen zweigeschossig zzgl. eines weiteren Nichtvollgeschosses und in den zentralen und östlichen Flächen dreigeschossig zzgl. eines weiteren Nichtvollgeschosses. Die Erschließung ist mit einer Mischverkehrsfläche einschließlich ausreichend öffentlicher Stellplätze im Gebietsinneren vorgesehen.“

Für die Mehrfamilienhäuser werden Tiefgaragen gebaut. Der Investor muss außerdem einen „hinreichend leistungsfähigen Kreuzungspunkt mit der Planstraße“ ausbauen, die abwassertechnische Erschließung mit separatem Regenwasserkanal sowie Regenwasserrückhaltebecken in der Grünfläche bezahlen.

Geförderter Wohnungsbau (Sozialwohnungen) kann lediglich im nördlichen Eingangsbereich (an der Bocholder Straße) realisiert werden, da der überwiegende Teil der Grundstücke durch Bergschadensverzicht bzw. -minderverzicht belastet ist und damit nicht förderfähig ist.

Rückblende: Bereits seit dem Jahr 1998 bestehen Bestrebungen die Flächen des aufgegebenen Gärtnereibetriebes zwischen Bocholder Straße und Kesselstraße mit Wohnhäusern zu bebauen. (Zuvor sollte dort die Verlängerung der Otto-Brenner-Straße Richtung Altendorfer Straße herführen.). Mehrere Investoren hatten zunächst Interesse, sind jedoch abgesprungen.

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