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0 28.03.2026
BORBECK. „Na, dann wachst mal schön und kräftig!“, dachten sich mancher heute Vormittag, 28.03.2026, beim offiziellen Dankeschön der Gemeinde St. Dionysius auf dem Dionysiuskirchplatz in Borbeck-Mitte. Zahlreiche Baumpaten hatten sich bei leichtem Nieselregen versammelt, um aus der Hand von Pfr. Benedikt Ogrodowczyk ihre Paten-Urkunden entgegen zu nehmen. Sie bescheinigen die Stiftung der Patenschaft für einen der neun neuen Amberbäume, die nun die gefällten Linden ersetzen.
In der ersten Jahreshälfte 2024 waren die vertrauten Lindenbäume auf der West- und Nordseite der Pfarrkirche St. Dionysius unter die Säge geraten: Bei den Bauarbeiten auf dem Kirchplatz hatte sich gezeigt, dass sie nicht richtig wurzeln konnten und ihre Standfestigkeit verloren hatten. Auch auf der Südseite der Borbecker Mutterkirche musste ein mächtiger Lindenbaum fallen.
Die seit 1864 erstmals schriftlich überlieferte doppelte Baumreihe auf dem Platz des alten Friedhofs gilt als typisch für alte Dorfkirchen in der Region und überstand in den vergangenen 160 Jahren so einiges: Sie erlebte die gesamte Entwicklung der alten Bürgermeisterei, sah zahlreiche kleine und große Ereignisse rund um den Kirchberg, überlebte schließlich auch die Bombardements des II. Weltkriegs. Immer wieder musste mit Baumschnitt-Maßnahmen Hand angelegt, auch nachgepflanzt werden, der Wurzelraum allerdings war für die Bäume immer sehr begrenzt. Dies änderte sich auch nicht wirklich nach dem Rückbau des alten Parkplatzes rund um die Kirche, als bereits erste Ersatzpflanzungen vorgenommen werden mussten.

Mit einer ganz neuen Baumart wird die Tradition nun fortgesetzt: In großzügigen Baumbeeten haben jetzt bereits stark aufgewachsene amerikanische Amberbäume (Liquidambar styraciflua) mit der Verwurzelung begonnen. Sie sind auch unter dem Namen „Seesternbäume“ bekannt, werden seit dem Ende des 17. Jahrhunderts als Zierbäume angepflanzt, sind für die im Spätsommer flammende Farbenpracht ihrer ahornähnlichen Blätter und für ihren Duft geschätzt, sie gelten als robust im Klimawandel und kommen auch mit größerer Trockenheit klar. Ergänzt wurden die Bäume auf der Marktplatzseite durch zwei weitere vor dem Pfarrhaus und zwei weitere vor dem Jugendheim.
Seit Juli 2024 hatte die Pfarrei St. Dionysius für diese neun neuen Bäume „Baumpatenschaften“ ausgeschrieben. Einzelpersonen, Gruppen und Gemeinschaften wie der Kirchenchor, CV-Zirkel Kohle und die Borbecker Kolpingsfamilie übernahmen die Kosten, die sich pro Baum mit Spendenbescheinigung auf 900 Euro beliefen. Inbegriffen war die namentliche Nennung an der Baumscheibe. Mit einem Sekt und dem Dank für das Engagement waren sie nun eine Woche nach dem offiziellen Frühlingsanfang eingeladen, trafen sich zu einem Umtrunk im Dionysiushaus und gingen in einer kurzen Regenpause alle neuen Bäume ab.
2027 wird die sicher über 1000-jährige Kirchengemeinde die 160-jährige Wiederkehr des Weihedatums ihres jetzigen Gotteshauses feiern können. Fünf Jahre nach der Grundsteinlegung wurde die einst größte Kirche im weiten Umkreis mit ihren Altären am 25. Mai 1867 durch Erzbischof Paulus Kardinal Melchers (1814-1895) aus Köln, dem damaligen Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, geweiht. Die Baumreihe vor der Kirche wird jetzt nun nicht nur in Wuchs und Farbe schon von weitem ein Hingucker werden. Sie erinnert wie ihre Vorgängerin auch weiter an die Säulenreihen der ersten Kirche am Platz, die vor 160 Jahren dem großen neuen Gotteshaus gewichen ist.
C. Beckmann
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Fotos: Wilhelm Hartmann und Hermann Bovens












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