Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns an:
Sie möchten Ihren Beitrag veröffentlichen lassen? Dann nutzen Sie unser
Sie möchten das ehrenamtlich arbeitende Nachrichtenportal borbeck.de unterstützen?
Mit einer Spende für mehr Inhalt und das interaktive leserfreundliche Layout helfen Sie uns sehr, aktuell und zuverlässig zu berichten, Tag für Tag! Auf Wunsch ist eine Spendenquittung möglich.
0 26.08.2025
Abschied vom August nimmt der Borbecker Heimatdichter Hermann Hagedorn, der am 20. August 1884 auf die Welt kam, mit diesem Gedicht, das am Ende ganz melodisch ein Schnäpschen besingt. Ins Hochdeutsche übersetzt von Franz Josef Gründges.
Auguss
August
Dät wo'n Auguss! Heet wi dä Donner!
Das war ein August! Heiß wie der Donner!
'n Schweet boss mi 'n Röggen heronner,
Der Schweiß floss mir den Rücken herunter,
Dä Sonne, nä, wat het sö gelach,
Die Sonne, nein, wie hat sie gelacht,
Dagg vö Dagg,
Tag für Tag,
On nachs dä Moone,
Und nachts der Mond,
Dä wo ok nech ohne
der war auch nicht ohne
Wat Tonge ha en düsse Höllenglut,
Wer eine Zunge hatte in dieser Höllenglut,
Hong se wiet 'n Hals herut.
dem hing sie weit aus dem Hals heraus.
On'n Gewisper wo dät, 'n Palaver,
Und ein Gewisper war das, ein Palaver,
Met Roggen, Weite, Gaste an Hawer
mit Roggen, Weizen, Gerste und Hafer
Dann sprock dä Sichel 'n Wöetken met,
Dann sprach die Sichel ein Wörtchen mit,
Dät wo dann't Sterwegebätt
das war dann das Sterbegebet
Bitter äens wo nu gemack
Bitterer Ernst wurde nun gemacht
- tack-tack, tack – tack -
- tack, tack, tack-
Mahle Mühle mahle!
Mahle Mühle, mahle!
Koen ut'e Schale!
Korn aus der Schale!
Mehl en'n Sack!
Mehl in den Sack!
On nu noch
Und dann noch
En'n Trogg,
in den Trog.
't önnerste no bowen
Das Unterste nach oben,
Gefommelt, gepommelt
gefummelt, gepfriemelt
On pläck!
und zack!
Do blitt öm dä Spucke wegg -
Da bleibt einem die Spucke weg
'n paa Köenkes send annere Wege gegohen
ein paar Körnchen sind andere Wege gegangen
Ick kann nech dütlicher wären
Ich kann nicht deutlicher werden
't wo wi Geesterbeschwören
Es war wie Geisterbeschwörung
Wat? Dät kass du nech västohen,
Was? Das kannst du nicht verstehen?
Du Japps?
Du Jappes!
Wenn'e tapps,
Wenn du klopfst,
Du Lapps,
du Lappes,
Kömmp Schnaps
Kommt Schnaps
Nu frog ick di, dat du mi redlich sess,
Nun frag ich dich, auf dass du mir ehrlich sagst,
Aff Schnaps kän Gawe Gottes es.
ob Schnaps nicht eine Gabe Gottes ist.
Oktavheft A, S. 50 [1949]
BN Nr. 32 / 04.08.1950
Fläutepiepen 1956, S. 24
Kommentare
Einen Kommentar schreiben