Aufklärungskampagne zu Schottergärten vom "Bündnis Grüne Lungen" gestartet

0 18.07.2025

ESSEN/BORBECK. Vielleicht hat sich der Ein oder Andere schon über einen „Schottergarten-Flyer“ in seinem Briefkasten gewundert? Nach der erfolgreichen Aktion „Moneten für Schotter“ vom "Bündnis Grüne Lungen für Essen" aus dem letzten Jahr, starten die Bündnismitglieder die zweite Phase ihrer Aufklärungskampagne zu Schottergärten. „Seit 2018 sind Schottergärten in ganz NRW verboten“, so Estelle Fritz vom Bündnis Grüne Lungen, „seit der Novellierung des Gesetzes durch das CDU geführte NRW-Bauministerium, enthält es sogar eine Rückbaupflicht: Schottergärten sind hierzulande daher illegal. Egal, wann sie gebaut wurden, denn vor 2018 galt ein Begrünungsgebot. Das ist Vielen nicht bewusst und das wollen wir ändern.“

500 Flyer hat das Bündnis nun auf dem diesjährigen Gutes Klima Festival in Essen an interessierte Betroffene mitgegeben. Diese haben die Flyer eifrig mitgenommen, um sie in ihrem Umfeld bei betreffenden Nachbarn mit Schottervorgarten einzuwerfen, denn „die direkte Ansprache ist noch immer ein Tabu-Thema“, so Fritz. „Zwar ist den Betroffenen bewusst, dass der Schottergarten ihres Nachbarn ihr Mikroklima direkt mit beeinflusst und sie an Hitzetagen mitleiden müssen, doch das Thema direkt anzusprechen, trauen sich die Wenigsten. Man will eben keinen Ärger mit dem Nachbarn. Unter der Hitze leiden, möchte man aber auch nicht.“ Um dieses Dilemma aufzubrechen, haben die Mitglieder des Bündnisses Grüne Lungen für Essen einen niederschwelligen Aufklärungsflyer drucken lassen. Er enthält sachliche Informationen, klärt über die Rechtslage auf und nennt gute und einfache Alternativen zum Schotter - zeigt einfache Lösungen auf. „Es geht hier nicht um Verurteilung, sondern um Verstehen.“, so die Bündnismitglieder. „Vielen ist gar nicht klar, was so ein Schottergarten anrichtet: Er ist Gift für die Artenvielfalt, meist wasserundurchlässig, was besonders bei Starkregen ein Problem ist und kann sich an Hitzetagen bis zu 70 Grad aufheizen. Das merkt dann auch der Nachbar und ist so, mit betroffen.“

Schottergärten zu beseitigen verbessert also das Stadtklima und hilft, die Zahl der Hitzetoten zu reduzieren, die es mit den häufiger werdenden Hitzewellen auch in Essen gibt.

Rückbau wird durchgesetzt

Für die Durchsetzung des novellierten Baugesetzes ist die Stadt Essen zuständig - und handelt: „Sofern im Einzelfall ein Handlungsbedarf der Bauaufsichtsbehörde festgestellt wird, werden die gesetzlichen Vorgaben im Rahmen ordnungsbehördlicher Verfahren durchgesetzt.“, schreibt das Amt für Stadtplanung und Bauordnung auf eine Anfrage des Bündnisses. „Ordnungsbehördlich durchgesetzt bedeutet ganz einfach: Der Rückbau wird verlangt, d.h. Wasserdurchlässigkeit und Begrünung sind wieder herzustellen.“, so das Bündnis, „bei Verweigerung klagt die Stadt und das bisher immer erfolgreich.“

Momentan sind es Hinweise aus dem direkten Umfeld, dem Ordnungs- oder dem Umweltamt, welche die entsprechende Bauaufsicht zum Handeln bewegen. Andere Kommunen gehen da einen Schritt weiter: In der Nachbarstadt Heiligenhaus oder z.B. auch in Erkrath werden die Schottergarten-Eigentümer:innen bereits amtlich angeschrieben und zum Rückbau aufgefordert. „Über kurz oder lang sollte das auch hier in Essen eine Lösung sein.“, so Estelle Fritz, „damit die Nachbarschaft nicht in die unangenehme Lage versetzt wird, sich an Ämter wenden zu müssen und die Schottergarten-Eigentümer nicht unangenehm überrascht werden. Bis dahin gibt es unsere Flyer. Die ersten 500 wurden mitgenommen, wie warme Semmel. - Die nächste 500er Auflage ist bereits gedruckt.“

Das Bündnis Grüne Lungen für Essen setzt sich seit 2019 für Klimaresilienz und Klimaanpassung in der Stadt Essen ein. Mit seiner Aktion „Moneten für Schotter“ erhielt das Bündnis 2024 den Umweltpreis der Stadt Essen. Wer weitere Informationen oder auch Flyer wünscht kann diese hier anfragen: gruenelungenfueressen@gmail.com

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