Antennen sind ausgefahren

RWE-Cheftrainer Dabrowski vor dem Start gegen den Halleschen FC

0 13.01.2023

Exakt zwei Monate nach dem 1:1 zum Jahresabschluss 2022 beim TSV 1860 München startet Rot-Weiss Essen am Samstag, 14.00 Uhr, im heimischen Stadion an der Hafenstraße gegen den Halleschen FC in das neue Pflichtspieljahr 2023 der 3. Liga. RWE-Cheftrainer Christoph Dabrowski hat sein Team seit Anfang Dezember akribisch auf die verbleibenden 21 Spieltage der laufenden Saison 2022/2023 vorbereitet. Jetzt wollen die Rot-Weissen möglichst mit einem Dreier gegen den HFC loslegen. Vor dem Anpfiff stand Christoph Dabrowski Rede und Antwort.

Mit dem 1:3 im Testspiel gegen Gornik Zabrze und dem Gewinn des Hallenturniers in Gummersbach endete die Vorbereitung. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Christoph Dabrowski: Alle Spieler haben ordentlich gearbeitet und ein gutes Pensum absolviert. Gegen Zabrze haben wir die beiden Gegentreffer in der zweiten Halbzeit zu einfach kassiert – daran müssen wir arbeiten. Am Ende haben wir es verpasst, mit der nötigen Zielstrebigkeit das eine oder andere Tor mehr zu erzielen. In Gummersbach hatten alle Bock, möglichst erfolgreich zu sein. Das hat Spaß gemacht.

Wo genau steht das Team vor dem Auftaktspiel gegen den Halleschen FC? Sehen sie RWE für die zweite Saisonhälfte gerüstet?
Christoph Dabrowski: Unser letztes Punktspiel liegt exakt zwei Monate zurück. Das ist eine sehr lange Zeit und für eine Wintervorbereitung ungewohnt. So geht es aber allen anderen Mannschaften auch. Keiner weiß vor dem Ligastart so genau, wo er steht und wie gut der jeweilige Gegner schon in Form ist. Wir haben während der Vorbereitung gegen zahlreiche höherklassige Vereine gespielt, wurden dabei maximal gefordert. Jetzt geht es darum, so schnell wie möglich den Wettkampfrhythmus wieder aufzunehmen und im besten Fall direkt mit Erfolgserlebnissen zu starten. Das wäre eine sehr gute Basis.

Mit den nächsten beiden Partien gegen den HFC und beim SC Verl wird zunächst die Hinrunde abgeschlossen. Insgesamt stehen bis zum Saisonende noch 21 Spieltage auf dem Plan. Wie bewerten Sie das Programm?
Christoph Dabrowski: Es ist klar, dass herausfordernde Monate auf uns alle warten. Die Zeit der längeren Pausen ist jetzt vorbei. Wir werden einen langen Atem benötigen. Aber ich bin auch sehr zuversichtlich, dass wir unsere Ziele erreichen werden.

Was stimmt Sie vor allem optimistisch?
Christoph Dabrowski: Wir hatten während der ersten Saisonhälfte mit extrem vielen Widrigkeiten zu kämpfen, unter anderem mit dem missglückten Start und mit zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen. Dass wir am Ende als Team dennoch schon so gut funktioniert haben, spricht für die Mannschaft. Wenn wir so weitermachen und dazu das zweifellos noch vorhandene individuelle Potential besser ausschöpfen, dann sind wir auf einem guten Weg.

Spieler wie Thomas Eisfeld, Simon Engelmann oder Cedric Harenbrock, die während der Hinserie lange Zeit ausgefallen war, stehen wieder zur Verfügung. Hat das den Konkurrenzkampf noch weiter erhöht?
Christoph Dabrowski: Definitiv. Als Trainer habe ich jetzt noch mehr Alternativen und hoffe sehr, dass es auch so bleibt. Im Herbst hat man ja gesehen, wie schnell es durch Verletzungen oder Sperren gehen kann. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass wir schon 27 Spieler eingesetzt haben. Jeder im Kader wird benötigt und kann für das Team noch sehr wichtig werden.

Das wichtigste sportliche Ziel lautet Klassenverbleib. Nach 17 Spieltagen weist RWE sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone auf. Ist das schon ein komfortables Polster?
Christoph Dabrowski: Wir haben uns durch die positive Serie vor der Winterpause eine gute Ausgangsposition erarbeitet, keine Frage. Vom Erreichen unseres Ziels sind wir aber noch weit entfernt. Wir dürfen uns auf keinen Fall auf dem Erreichten ausruhen.

Wie würden Sie die Vorgabe für den weiteren Saisonverlauf beschreiben?
Christoph Dabrowski: Die Position, die wir uns bislang erarbeitet haben, wollen wir festigen und möglichst weiter verbessern. Diesen Anspruch wollen wir sofort mit Punkten untermauern. Im besten Fall können wir so früh wie möglich für klare Verhältnisse sorgen, damit wir Planungssicherheit für die nächste Saison bekommen. Aber wie gesagt: Der Weg bis dahin ist noch weit.

Das erste von noch elf ausstehenden Heimspielen steigt gegen den Halleschen FC, der zu den direkten Konkurrenten gehört. Wie schätzen Sie den Gegner ein?
Christoph Dabrowski: Der HFC stellt eine vergleichsweise junge Mannschaft, die mit 16 Punkten sicherlich nicht die Ausbeute erreicht hat, die sich der Klub vor Saisonbeginn erhofft hatte. Dennoch spielt die Mannschaft einen sehr ordentlichen Fußball und wird uns mit Sicherheit alles abverlangen. Unsere Jungs wissen, dass wir auf den Punkt sofort da sein müssen, um erfolgreich zu sein. Die Antennen sind entsprechend ausgefahren.

Aller Voraussicht nach öffnen zum Heimspiel gegen den HFC die Tageskassen, an denen Tickets für die Blöcke „E4“ (Sparkassen-Tribüne) und „G1“ / „G2“ (Stadtwerke-Essen-Tribüne) erhältlich sein werden.

Aufgrund der hohen bereits vergriffenen Anzahl an Karten und der zu entrichtenden Tageskassengebühr empfiehlt Rot-Weiss Essen jedoch eindeutig den Vorverkauf über den Online-Ticketshop, den Ticketschalter am Fanshop an der Hafenstraße oder die bekannten Vorverkaufsstellen zu nutzen, um garantiert an eine Karte zu kommen. Der Vorverkauf für die Partie läuft online und in den Vorverkaufs-Stellen bis Samstag, 10 Uhr. Am Ticketschalter bietet sich bis zum heutigen Freitag, 18 Uhr, die Möglichkeit, Karten vorab zu erwerben.

 

RWE war vor der Winterpause sehr erfolgreich, kam allerdings in den zurückliegenden drei Heimspielen jeweils nicht über Unentschieden hinaus. Wie soll sich das ändern?
Christoph Dabrowski: Eines vorweg: Auch ich wünsche mir – wahrscheinlich genau wie unsere Fans – nichts mehr als Heimsiege. Dennoch ist es wichtig, jedes Spiel einzeln zu betrachten und zu bewerten. Gegen Dynamo Dresden mussten wir lange Zeit in Unterzahl spielen, haben dennoch erst kurz vor Schluss den Ausgleich kassiert. Gegen den FSV Zwickau sind wir sehr früh in Rückstand geraten, hatten außerdem das Pokalspiel beim ETB über 120 Minuten in den Beinen. Dennoch hätte ich mir dabei – genau wie beim folgenden 0:0 gegen den SV Meppen – mehr Klarheit und mehr Zielstrebigkeit in unseren Aktionen gewünscht. Daran haben wir zuletzt auch intensiv gearbeitet und wollen es möglichst schon gegen den Halleschen FC besser machen. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass die Partien in der 3. Liga so eng sind, dass es alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist, ein Heimspiel zu gewinnen. Wenn es mal nicht so läuft, wie es etwa gegen Zwickau oder Meppen der Fall war, dann ist es nicht unwichtig, die Stabilität zu bewahren und am Ende zumindest einen Punkt mitzunehmen. Auch das ist Teil der Weiterentwicklung.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 5 und 5.