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1 17.04.2026
FRINTROP/GERSCHEDE. „Die Abrissarbeiten am Turm der früheren St.-Paulus-Kirche in Essen-Gerschede haben Anfang dieser Woche die Nachbarschaft und viele Gemeindemitglieder ebenso überrascht wie die Pfarreileitung der Pfarrei St. Josef“, meldete die Pfarrgemeinde St. Josef am 14. April. - Wir hatten am selben Tag berichtet. In den aktuellen Mitteilungen der Gemeinde erinnerte die Pfarrei daran, dass sie nach einem entsprechenden Beschluss im Pfarreientwicklungsprozess die Kirche vor fünf Jahren geschlossen und das gesamte Grundstück an die CSE (Caritas-SKF-Essen) verkauft hatte, die dort einen Neubau für das Hospiz Cosmas und Damian errichten will. Nachdem zunächst die Kirche abgerissen worden war, um Platz für das Hospiz zu schaffen, war den Menschen vor Ort zugesichert worden, zumindest den Kirchturm als identitätsstiftende Landmarke und als Verweis auf das 1955 geweihte Gotteshaus zu erhalten und in den Neubau zu integrieren.
„Nun hat die CSE der Pfarreileitung am selben Tag, an dem mit dem Abriss des Turms begonnen wurde mitgeteilt, dass sie ihre Pläne ändern musste und der Turm nun doch abgerissen wird“, so die Pfarrei. Eine Prüfung habe ergeben, „dass die Grundbruchsicherheit des Turms während der Ausschachtungsarbeiten und danach nicht gewährleistet werden kann, da dieser nicht standsicher ist“, teilte CSE mit. Die Tochtergesellschaft von Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen Essen-Mitte verweist auf hohe Kosten für das Sichern und den Erhalt des Turms, die „wirtschaftlich nicht vertretbar“ seien. Deshalb müsse der Turm „unmittelbar zurückgebaut werden“.
Dass die plötzliche Entscheidung gar nicht gut ankam, scheint nach den aktuellen Mitteilungen klar: „Wäre die Pfarrei vorab über den anstehenden Abriss des Kirchturms informiert worden, hätte die Pfarreileitung diese Information zeitnah in der Pfarrei und vor allem in Gerschede verbreitet und die Menschen in einem Abschiedsprozess begleitet“, heißt es. „Auch wenn dieses Areal unserer Pfarrei schon lange nicht mehr gehört, hätten wir den Menschen der Paulus-Gemeinde, die rund um ihre ehemalige Kirche schon mehrere Planänderungen verkraften mussten, diese unschöne Überraschung gerne erspart“, sagt Pfarrer Ingo Mattauch, der sich zusammen mit Diakon Stefan Jochems sowie einigen Mitgliedern des Kirchenvorstandes und dem Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates am Montag vor Ort in Gerschede informierte.
Um die Menschen vor Ort und in der Pfarrei nicht allein zu lassen, lädt die Pfarreileitung am Sonntag, 19. April, um 15.00 Uhr im PaulusHaus zu einem Gottesdienst und zur anschließenden Begegnung ein.

Kommentare
Kommentar von Monica Borbeck |
Das lag doch auf der Hand. Der Turm hätte baulich ertüchtigt und gesichert werden müssen. Auch den Bergeborbeckern versprach man, die Türme zu erhalten. Man darf gespannt sein, ob der Investor dort sein Versprechen hält.
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