Abschied von St. Maria Rosenkranz

Termine für die letzten Tage der Kirche stehen fest

0 04.09.2025

BERGEBORBECK. In wenigen Wochen endet nach über 150 Jahren eine Ära für Bergeborbeck: Am 5. Oktober um 16 Uhr wird Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck die letzte Hl. Messe in St. Maria Rosenkranz feiern und anschließend das Allerheiligste in die Kapelle des Geriatrie-Zentrums „Haus Berge“ übertragen.

„Solidarische Gemeinschaft zeigen“

„Dies wird ein einschneidender Tag für unsere Pfarrei sein, besonders für die Schwestern und Brüder der Gemeinde St. Maria Rosenkranz“, heißt es in den aktuellen Pfarrmitteilungen: „Als Pfarrei stehen wir an diesem schweren Tag an ‎der Seite der Menschen in Bergeborbeck und feiern daher an diesem Sonntag nur diese einzige Messe in unserer Pfarrei. Zeigen ‎wir uns als eine solidarische Gemeinschaft von ‎Schwestern und Brüdern‎ - gerade hier! Kommen Sie bitte an diesem Sonntag zur Feier der letzten Hl. Messe in dieser Kirche.“ Anschließend gibt es Empfang und Begegnung im Gemeindesaal. Alle Vereine und Verbände können gerne mit ihren Fahnen und Bannerabordnungen teilnehmen.

In der Woche vor der letzten Hl. Messe besteht die Möglichkeit jeden Abend die Kirche zu besuchen, innezuhalten, zu beten, sich zu verabschieden. Täglich von 17-19 Uhr ist die Kirche geöffnet; es gibt Orgelmusik und Gesprächsangebote. Täglich um 18:45 Uhr schließt die Offene Kirche mit einem Gebetsabschluss (außer am Mittwoch).

Rosenkranz in Rosenkranz

Zu Beginn des „Rosenkranzmonats“ am Mittwoch, 1. Oktober, werden um 18 Uhr in der Rosenkranz-Kirche feierlich die Rosenkranzandachten für die gesamte Pfarrei eröffnet. Am Freitag, 3. Oktober, ist bei der Offenen Kirche der Innenraum besonders illuminiert. Am folgenden Samstag, 4. Oktober, wird von 17-19 Uhr zur eucharistischen Anbetung in die Kirche St. Maria Rosenkranz eingeladen, abschließend wird der sakramentale Segen gespendet.

Anfänge der Kirche gehen auf 1867 zurück

Die Geschichte der Kirche St. Maria Rosenkranz in Bergeborbeck begann in einem Schafstall und einer Scheune: Im Jahre 1867 errichtete die Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth in Haus Berge ein Waisenhaus und ein Krankenhaus, stellten aber auch für die Errichtung einer Notkirche einen Schafstall und eine langgestreckte Scheune zur Verfügung. Trotz ihrem Fassungsvermögen 1800 Personen reichte die am 15. September 1868 geweihte Kirche nicht aus.

Der Zuzug vieler katholischer Bergleute und Fabrikarbeiter führte 1877 zur Gründung eines Kirchbauvereins, der in wenigen Jahren 100.000 Goldmark Spenden sammelte. Kein geringerer als der Dombaumeister am Stephansdom in Wien, Friedrich Freiherr von Schmidt, lieferte die Pläne, die Bauausführung übernahm die Borbecker Firma Pothmann. Am 18. November 1888 konnte die neue Kirche in Bergeborbeck eingeweiht werden. Die Konsekration der Kirche am 15. Oktober 1894 erfolgte durch den Kölner Weihbischof Dr. Hermann Joseph Schmitz. Rektor und erster Pfarrer war bis 1910 Franz Xaver Erdweg, nach dem die Erdwegstraße benannt wurde. Die beiden großen Kirchtürme wurden erst 1900/01 errichtet und zu imposanten Wahrzeichen des Stadtteils, doch Ende Juli 1943 legten zahllose Luftminen und Bomben innerhalb weniger Minuten Kirche und Pfarrhaus in Schutt und Asche. Erst 1950 begannen die Wiederaufbauarbeiten, die beiden zuvor hoch aufragenden Türme aber bekamen 1952 nur noch flache Abdeckungen.

 

Neue Nutzung in Planung

Die in ihrer Blütezeit rund 9.000 Gläubige zählende Gemeinde reduzierte sich im Lauf der Jahre auf weniger als 2.000 Pfarrangehörige. Peter Kroschewski, der letzte eigene Pastor der Gemeinde, wechselte im März 2020 in die Pfarrei St. Maria Immaculata in Meinerzhagen, Kierspe und Valbert. Mit dem Votum des Pfarreientwicklungsprozesses in der Großpfarrei St. Dionysius wurde schließlich entschieden, die Kirche St. Maria Rosenkranz als Kirchstandort aufzugeben. Mitte 2024 informierte die Pfarrei darüber, dass die Kirche und das Gemeindezentrum durch „casa sogno-Immobilien“ erworben wurden. Das Gemeindezentrum wird abgerissen und das Kirchenschiff nach den Planungen durch einen Neubau ersetzt. In ihm und in den bestehenbleibenden Türmen sollen Wohnungen entstehen, in der überwiegenden Mehrheit als geförderter Wohnungsbau.

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