111 Jahre: „Immer das Beste für den Stadtteil“

Von der Jahreshauptversammlung des BBVV

0 14.09.2021

BORBECK. „Was immer galt, gilt auch heute und in Zukunft“ – das war der Tenor bei der Jahreshauptversammlung des Borbecker Bürger- und Verkehrsvereins (BBVV). Er lud am Montagabend in das „Flotte Socken-Haus“ am Kuhlmannsfeld ein. Das Treffen in familiärer Atmosphäre erinnerte an eine lange Geschichte in der „Wahrnehmung der Interessen der Eingesessenen Borbecks“, wie es bereits zur Gründung 1910 unter Vorsitz von Prof. Dr. Karl Pabst hieß. Da im vergangenen Jahr ein Jubiläum nicht gefeiert werden konnte, erklärte man nun die „111“ kurzerhand zur „runden Zahl“.

„Demokratische Mitverantwortung für die öffentlichen Dinge“

Geschäftsführer Franz Josef Gründges warf in lebendigem Kurzvortrag den Blick auf wechselvolle Zeiten, damit auch auf alle großen Themen, die Borbeck bewegten. Denn echte Reizthemen gab es seit der Gründung genug – nicht selten auch in einem spannungsreichen Verhältnis zur Stadt. In all den Jahrzehnten war der BBVV von Beginn an aktiv beteiligt. Von den frühen Auseinandersetzungen um die Eingemeindung der alten Bürgermeisterei in die Stadt Essen standen bis in die heutigen Tage dabei zahllose sehr praktische Fragen auf der Tagesordnung. Das belegten viele Zitate aus Protokollen und Berichten. Sie zeigten den Einsatz von Vorstand und Mitgliedern seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg in zahlreichen Bau- und Verkehrsfragen, für Infrastruktur, Institutionen, Projekte für das Miteinander, für die Pflege des Stadtbilds und das Kulturleben.

Seit der Wiederbegründung 1949 unter Vorsitz von Wilhelm Wimmer, mit Rechtsanwalt Hubert Kohlmann ab 1952 oder in der 20-jährigen Amtszeit von Fritz Brüggemann ab 1967 rang man - oft unbequem und hartnäckig, aber auch konstruktiv - immer „um das Beste für den Stadtteil“. Auch unter den Nachfolgern Dr. Jürgen Marsch (1987-1998), Thomas Isermann (1998-2006), Dr. Wolfgang Sykorra (2006-2008), Tobias Degener (2008-2012), Thomas Isermann (2012-2014) und seit 2014 unter Vorsitz von Susanne Asche. Von einem starken „bürgerschaftlichen Geist“ getragen, ging und geht es „im besten Sinne um demokratische Mitverantwortung für die öffentlichen Dinge“, so Gründges.

Jahresbericht in Corona-Zeiten

Rund 200 Mitglieder und ein aktiver Beirat tragen die Arbeit aktuell mit. Das berichtete die Jahresrückschau von Susanne Asche. Corona habe 2020 und 2021 zwar zahlreiche stehende Planungen zunichte gemacht, schmerzhaft seien insbesondere der Verzicht auf die Großveranstaltungen wie die Maienmahlzeit, das Fest der Fürstin im Schlosspark oder auf den Borbecker Weihnachtsmarkttag gewesen. Gleichwohl habe man trotzdem alle gegebenen Möglichkeiten genutzt, so die BBVV-Vorsitzende. „Die Geheimkonzerte mit den Schönebeckern, Historische Spaziergänge mit der Fürstin im Park und andere kleine Veranstaltungen waren einfach gut für die Seele in angespannter Zeit“, erklärte Susanne Asche und betonte: „Die jährliche Auszeichnung „Hand in Hand“ ging im vergangenen Jahr ganz zu Recht an alle Borbecker und Borbeckerinnen.“ Noch heute ziert die Tafel den Brunnen auf dem Borbecker Markt.

Internetprojekte borbeck.de und BBVV

Ganz unbeschadet von Corona-Zeiten entwickelte sich ein anderes Projekt, für das sich der Borbecker Bürger- und Verkehrsverein nach dem Ende für die BORBECKER NACHRICHTEN gemeinsam mit dem Initiativkreis Centrum Borbeck (CeBo), den Kultur-Historischen Verein Borbeck und dem Förderverein Schloß Borbeck e.V. stark gemacht hatten. Das zeigte der Bericht über das Online-Projekt www.borbeck.de, mit dem der BBVV seine Ziele ganz zeitgemäß umsetzen will.

Das unter dem Motto „Aus Liebe zu Borbeck“ am Valentinstag im Februar 2019 an den Start gegangene Stadtteilportal knackte erst unlängst die 300.000-Besucher-Marke, so Tim Gössling von der in der Borbecker Grasstraße ansässigen Agentur ppr, die engagiert für den technischen Part sorgt. Nach seinen Daten lieferte die Redaktion bislang fast 4.150 Artikel, die in aller Welt gelesen werden. Fast zwei Drittel kamen dabei über soziale Netzwerke - wie über den Facebookauftritt - auf die Seite, die von Susanne Hölter und Dr. Christof Beckmann rein ehrenamtlich betreut wird.

Neben der ganz aktuellen Berichterstattung präsentiert die Borbeck-Homepage Videos, Bilder und ein stetig wachsendes Lexikon, das mit Geschichte und Persönlichkeiten aus Groß-Borbeck vertraut macht. „Ein ideales Mittel, um Dialog, Information und Austausch in Essens größtem Stadtteil zu fördern, Öffentlichkeit in direkten Lebensumfeld herzustellen, auf Probleme hinzuweisen und nicht zuletzt über viel Gutes zu berichten, das von unzähligen Initiativen in Groß-Borbeck getragen wird“, so die Macher.

Auch der Bürger- und Verkehrsverein selbst ist seit Sonntag, 12. September, mit einem neuen, gelifteten Internet-Auftritt im Netz. Er wurde beim Abend vorgestellt: Im ähnlichen Look wie die Borbeck.de-Seite informiert er unter der Adresse www.bbvv.de über die Aktivitäten des Vereins, der nach 111 Jahren recht optimistisch in die Zukunft schaut. Zahlreiche Termine sind bereits ins Auge gefasst.

Schwerpunkt Borbeck: Für alle Generationen

Große Freude gibt es nicht zuletzt darüber, dass sich neben lange notwendigen Baumaßnahmen spannende stadtweite neue Projekte auf Borbeck fokussieren: Nach dem großen Sommerevent in der wiederentdeckten Dubois-Arena steht dort am Samstag, 18. September, die Abschlussveranstaltung des Arche-Noah-Projekts auf dem Programm. Darauf machte die Gastgeberin des Abends, Bezirksbürgermeisterin Margartete Roderig, aufmerksam. Sie lud herzlich ein, die Präsentation der Agenda für eine lebens- und liebenswerten Stadt live mitzuerleben.

Außergewöhnlich und mit einem ähnlichen Anspruch soll auch ein Pilotprojekt, das am Samstag, 2. Oktober, in Borbeck starten und zukünftig in allen Bezirken der Stadt stattfinden: Die Stadt Essen lädt zu einem ersten Bezirksforum Planen und Bauen, das von Oberbürgermeister Thomas Kufen im Mädchengymnasium Borbeck eröffnet werden wird. „Es will als neues Dialog-Format Raum für ganz eigene Erfahrungen schaffen“, unterstrich Andrea Wilbertz von der Stabsstelle für Bürgerbeteiligung und Ehrenamt. Sie warb bei der BBVV-Versammlung für breite Beteiligung. Bürgerinnen und Bürger aus Bedingrade, Bergeborbeck, Bochold, Borbeck, Dellwig, Frintrop, Gerschede und Schönebeck werden sich ganz aktuell über Planungsprojekte in ihren Stadtteilen informieren können und sind aufgefordert, bei neuen Projekten mitzudenken und mitzudiskutieren.

Was vor allem im sozialen Bereich im Stadtteil geschieht, steht knapp eine Woche später auf dem Programm: Für Freitag, 8. Oktober, ist die Neuauflage von „Miteinander in Borbeck“ am Germaniaplatz geplant. Über 20 Einrichtungen und Initiativen stellen sich vor und sorgen für ein buntes Programm. Kompakte Angebote für Senioren sollen bald auch ihren Niederschlag im Stadtteilportal borbeck.de finden.

„Doch all dies sind Bereiche, die nicht zuletzt auch für die Jugend sehr spannend sein können,“ betonte Susanne Asche. Sie seien Borbecks Zukunft, erklärte sie – nicht zuletzt mit Blick auf den großen Schulstandort Borbeck. Darum müssten sie sich repräsentiert sehen und in allen Fragen einbringen können, die sie betreffen. Auch hier stehe der BBVV als Kooperationspartner immer bereit. Ein klares Signal, dass 111 Jahre geballte Vereinshistorie beim Borbecker Bürger- und Verkehrsverein in keiner Weise vom Wesentlichen ablenkt: Vom Blick nach vorne.

Mehr:
13.09.2021: 111 Jahre Borbecker Bürger- und Verkehrsverein (BBVV). Heute Abend Jahreshauptversammlung

Homepage des Borbecker Bürger- und Verkehrsvereins (BBVV): www.bbvv.de

Bild unten: Der  aktuelle Vorstand des BBVV, (v.l.) Lars Schnor, Margarete Roderig, Fritz-Ludger Brüggemann, Franz Josef Gründges, Susanne Asche, Walter Frosch, Pater Otto Nosbisch, Dr. Christof Beckmann, nicht im Bild: Dagmar Schilli-Frank

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