Rot-Weiss Essen ist auch nach dem fünften 3. Liga-Derby gegen den MSV Duisburg noch unbesiegt. Das Team von Trainer Uwe Koschinat trotzte am 12. Spieltag dem bisherigen Tabellenführer an der Wedau nach einem intensiven Duell ein 1:1 (1:1) ab und verhinderte damit, dass sich die „Zebras“ die Spitzenposition vom FC Energie Cottbus (am Samstag 4:3 gegen den TSV Havelse) zurückholen konnten.
Vor 27.719 Zuschauern in der ausverkauften Duisburger Arena, darunter die maximal zugelassenen 3.945 RWE-Fans, hatte Florian Krüger (23.) den MSV mit seinem ersten Saisontreffer zunächst in Führung gebracht. Nur zwei Minuten später gelang den Rot-Weissen durch Ramien Safi (25.) die schnelle Antwort.
In der zweiten Halbzeit hatten die Gastgeber Vorteile, beide Teams erarbeiteten sich jedoch einige Möglichkeiten. Ein weiterer Treffer wollte aber nicht mehr fallen. RWE blieb damit auch im vierten Ligaspiel in Folge ungeschlagen (acht Punkte) und hält Anschluss an die Spitzenplätze.
„Wir konnten das Spiel sehr lange ganz gut kontrollieren“, sagte Uwe Koschinat im Interview bei MagentaSport. „Mit dem ersten Eckball in der 70. Minute ist aber eine Welle über uns hereingebrochen, die wir kaum noch verantworten konnten. Deshalb mussten wir uns mit zwei starken Innenverteidigern ins Ziel retten. In der ersten Halbzeit und auch in den ersten 20 Minuten des zweiten Durchgangs hatten wir eine richtig starke Ballbesitz-Struktur und phasenweise auch gut durch das Zentrum gespielt. Uns hat ein wenig der Punch gefehlt, was wir so ein wenig durch unsere Saison tragen.“
Innenverteidiger Tobias Kraulich meinte: „Am Ende müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Wir waren in der ersten Halbzeit federführend. Wir hatten guten Pass-Stafetten, waren ruhig am Ball und haben immer wieder die Zwischenräume gefunden. Bis auf ein, zwei Konter haben wir nichts zugelassen. In der zweiten Halbzeit muss man gestehen, dass Duisburg eine Wucht auf den Platz gebracht hat. Das sieht man – glaube ich – auch am Ecken-Verhältnis. Am Ende haben wir das aber alle zusammen leidenschaftlich verteidigt. Es muss uns gelingen, unsere Entlastungsangriffe besser auszuspielen. Aber das gehört zu unserem Prozess dazu.“
Zwei Veränderungen in RWE-Startformation
RWE-Trainer Uwe Koschinat nahm im Vergleich zum 1:0-Heimsieg gegen den FC Viktoria Köln zwei Veränderungen in seiner Anfangsformation vor. So ersetzte Franci Bouebari den angeschlagenen Lucas Brumme (muskuläre Probleme) auf der linken Abwehrseite. Außerdem kehrte Klaus Gjasula nach abgesessener Rotsperre in das zentrale Mittelfeld zurück, während Tom Moustier zunächst auf der Bank Platz nahm, nachdem er unter der Woche mit Beschwerden am Mittelfuß einmal das Training abbrechen musste.
Vor Torhüter Jakob Golz verteidigte damit in der Abwehr wieder eine Viererkette mit – von rechts nach links – Michael Kostka, José-Enrique Rios Alonso, Tobias Kraulich und Franci Bouebari. Im zentralen Mittelfeld zogen Klaus Gjasula und Torben Müsel die Fäden. In der offensiven Dreierreihe starteten Marvin Obuz, Ahmet Arslan und Kaito Mizuta. Sie unterstützten den erneut als Sturmspitze aufgebotenen Ramien Safi.
Kapitän Michael Schultz meldete sich nach überstandener Bauchmuskelzerrung zurück und gehörte erstmals wieder zum Aufgebot. Dagegen reichte es bei Angreifer Jannik Mause nach seinen muskulären Problemen noch nicht für einen Kaderplatz.
Ramien Safi mit dem schnellen Ausgleich
Die Rot-Weissen starteten spielbestimmend und mit mehr Ballbesitz ins Derby. Franci Bouebari schaltete sich immer wieder ins Offensivspiel ein, in aussichtsreicher Position rutschte der Franzose bei seinem Abschluss weg. Die Duisburger lauerten zu Beginn auf Umschaltsituationen, José-Enrique Rios Alonso blieb im Laufduell aber Sieger gegen Florian Krüger. Trotz des Essener Übergewichts gehörte dem MSV die erste Chance. Nach einer Flanke von Joshua Bitter köpfte Florian Krüger unter Bedrängnis über das Tor. Ein Fehlpass im Essener Spielaufbau am eigenen Strafraum blieb noch ohne Folgen, weil Florian Krüger beim Abschluss den Halt verlor.
Kurz darauf gelang aber dennoch den Duisburgern der erste Treffer. Nach einem Einwurf war Joshua Bitter bis zur Grundlinie durch. Seine Hereingabe drückte Florian Krüger aus kurzer Distanz RWE-Torhüter Jakob Golz durch die Beine zum 1:0 (23.) ins Tor.
Die Rot-Weissen zeigten sich aber unbeeindruckt vom Rückstand. Ramien Safi fing im Strafraum einen missglückten Pass von MSV-Torhüter Maximilian Braune ab. Der Niederländer verzögerte, wodurch der Duisburger Schlussmann auf einen Querpass spekulierte. Stattdessen schoss Ramien Safi (25.) zum 1:1 ein.
RWE wurde nur wenige Minuten nach dem Ausgleich erneut gefährlich. Torben Müsel traf mit einem sehenswerten Distanzschuss aus rund 30 Metern die Latte. Bis zur Halbzeitpause blieben die Rot-Weissen am Drücker. Die vielen Flanken fanden aber keinen Abnehmer, es blieb nach dem ersten Durchgang beim 1:1.
RWE übersteht Duisburger Druckphase
Für die erste Torannäherung in der zweiten Halbzeit sorgte der MSV Duisburg, als Conor Noß vorbei köpfte. Nur wenige Augenblicke später geriet auf der Gegenseite ein Rückpass des ehemaligen Esseners Alexander Hahn fast zu kurz. MSV-Torhüter Maximilian Braune konnte aber im letzten Moment vor Ramien Safi klären. Fast hätten die Rot-Weissen einen weiteren Fehler der Gastgeber ausnutzen können. Ramien Safi erzwang im gegnerischen Strafraum den Ballgewinn gegen Tobias Fleckstein. Torben Müsel zielte aus rund 16 Metern aber über das Tor.
Anschließend lieferten sich beide Teams viele umkämpfte Duelle im Mittelfeld. Schiedsrichter Richard Hempel (Dresden) verteilte in dieser Phase gleich vier Verwarnungen, drei Gelbe Karten gingen in dieser Phase an Duisburger Akteure. Anschließend gehörten die gefährlichen Offensivszenen dem MSV. Nach einem Dribbling von Jan-Simon Symalla konnte Jakob Golz dessen Versuch um den Pfosten zu lenken. Auch bei der anschließenden Ecken-Serie geriet die Essener Defensive unter Druck. Ein Schuss des eingewechselten Jesse Tugbenyo konnte im letzten Moment noch geblockt werden. Kurz darauf landete ein Versuch von Joshua Bitter am Außenpfosten.
RWE-Trainer Uwe Koschinat reagierte mit einem Doppel-Wechsel: Für Marvin Obuz und Ramien Safi kamen Kelsey Owusu und Marek Janssen in die Begegnung. Ein Entlastungsangriff brachte den Rot-Weissen einen Freistoß in vielversprechender Position ein. Kaito Mizuta schoss aber über das Tor. Auf Duisburger Seite näherte sich erneut Joshua Bitter einem Treffer an, der Ball rollte aber am langen Pfosten vorbei.
In der nun offen geführten und temporeichen Schlussphase kamen RWE nach einem Vorstoß von Franci Bouebari zur nächsten Gelegenheit. Kaito Mizuta leitete auf Kelsey Owusu weiter, der an der Strafraumgrenze aber den richtigen Moment für ein Abspiel verpasste und noch geblockt wurde. Weil Jakob Golz einen Schuss des eingewechselten Maximilian Dittgen um den Pfosten lenken konnte, blieb es bis zum Schluss beim 1:1.
Wiedersehen mit Ex-Essenern in Schweifurt
Eine Woche nach dem Revierderby in Duisburg steht dann erneut ein Duell mit einem Liganeuling auf dem Programm. Am Sonntag, 2. November, ab 16.30 Uhr stellt sich der aktuelle Tabellenletzte 1. FC Schweinfurt 05 (unter anderem mit dem von RWE ausgeliehenen Linksverteidiger Ekin Celebi sowie den weiteren Ex-Essenern Manuel Wintzheimer und Joshua Endres) im Stadion an der Hafenstraße vor.
Ebenfalls gegen einen Klub aus Bayern geht es dann auch im Rahmen des 14. Spieltages, wenn die Rot-Weissen am Samstag, 8. November, ab 14 Uhr beim aktuell formstarken FC Ingolstadt 04 zu Gast ist. Anschließend verabschiedet sich die 3. Liga in die dritte und vorerst letzte Länderspielpause in dieser Saison. Erst am Sonntag, 23. November, ab 19.30 Uhr geht es dann gegen den FC Energie Cottbus weiter.
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