Gymnasium Borbeck

Die Anfänge des Gymnasiums Borbeck reichen ins 19. Jahrhundert zurück. Die 1873 errichtete „katholische Knaben-Mittelschule“ wurde 1898 in eine „Katholische Knaben-Rectorat-Schule“ und 1901 nach einer Revision durch das königliche Provinzialschulkollegium zu einem Progymnasium in Entwicklung umgewandelt. 1905 erhielt das Progymnasium den Status einer Vollanstalt. Mit der Eingemeindung Borbecks im Kriegsjahr 1915 bekam die Schule die Bezeichnung „Städtisches Gymnasium Essen-Borbeck“.


Kollegium des Progymnasiums im Schuljahr 1903/04. Obere Reihe v.l.: Firmenich, Dr. Kühne, Weinand, Zillekens, Nothdurft, Pauly; untere Reihe v.l.: Dr. Pabst, Müller, Dr. Cüppers, Allner, Dr. Voß.

Im Zuge der Reformen im Bildungswesen zu Beginn der Weimarer Republik richtete die Schule 1920 neben dem Gymnasium (1. Fremdsprache Latein) eine Oberrealschule (1. Fremdsprache Französisch) ein, der Versuch ein Reformgymnasium zu installieren, scheiterte 1925 auf Druck von Eltern nach nur drei Jahren. Mit Beginn des Schuljahres 1927/28 wurde dann wieder eine Oberrealschule angegliedert. Die Zeit des Nationalsozialismus überstand das Gymnasium Borbeck nicht zuletzt dank der regimekritischen Haltung seines Schulleiters Wilhelm Vollmann weitgehend unbeschadet. Das Schulgebäude allerdings wurde im Oktober 1944 bei einem Bombenangriff fast völlig zerstört.

Nach mühsamem Wiederaufbau und vorübergehender Unterbringung der Schüler in der Alfred-Krupp-Schule fand ab 1949 der Unterricht wieder in der Prinzenstraße in Borbeck statt. 1965 richtete man einen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Zweig ein, an dem Realschüler und Realschülerinnen die fachgebundene Hochschulreife erlangen konnten. Wegen der gestiegenen Zahl der Schüler wurde 1965 ein Erweiterungsbau errichtet. Unter dem Schulleiter Dr. Walter Rohlfing wandelte sich das frühere humanistische Jungengymnasium zu einem koedukativen Gymnasium für Jungen und Mädchen mit der Anfangssprache Englisch.

Sein Nachfolger Dr. Wolfgang Sykorra führte die Öffnung der Schule nach außen konsequent weiter. Kernpunkte des neuen Schulprogramms waren u.a. die Kooperation mit außerschulischen Partnern, die Zusammenarbeit mit anderen Schulen, die Außendarstellung der Schule in den Medien sowie Schüleraustausche (u.a. mit Schulen in Frankreich, Niederlande, USA). Pläne für die Umwandlung des Gymnasiums in eine Gesamtschule konnte die Schulgemeinde abwehren. Wegen der ständig steigenden Schülerzahl musste im Schuljahr 1997/98 eine Dependance in der Wüstenhöferstraße für die Erprobungsstufe (Klassen 5 und 6) eingerichtet werden. (FJG)

Quelle: Klaus Lindemann: „Dies Haus, ein Denkmal wahrer Bürgertugend“. Das Gymnasium Borbeck seit der Kaiserzeit. Klartext Verlag, Essen 2005.

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