Die letzten drei Herrscherinnen des Fürstentums Essen

Frauenpower gefällig? Ausstellung am Schloss Borbeck

BORBECK. Als offizieller „FrauenOrt NRW“ präsentiert Schloß Borbeck im Jubiläumsjahr 2026 die drei letzten Essener Herrscherinnen des Fürstentums Essen. Denn in diesem Jahr jähren sich gleich mehrere Ereignisse, die mit den letzten drei gefürsteten Äbtissinnen des Stifts Essen zu tun haben. Es sind der 300. Todestag der Fürstin-Äbtissin Bernardine Sophia von Ostfriesland und Rietberg (1654-1726) 1726 und der Regierungsbeginn Franziska Christines von Pfalz-Sulzbach (1696-1776), die vor 250 Jahren starb. In diesem Jahr 1776 trat Maria Kunigunde von Sachsen (1740-1826) ihr Amt an, die vor 200 Jahren das Zeitliche segnete.

Neuer Blick auf mächtige Frauen

Über ein Jahrhundert lang haben die letzten drei residierenden Fürstinnen auf Schloss Borbeck die Geschicke von Stift und Stadt bestimmt. Bernardine Sophia regierte seit 1691 und verteidigte unnachgiebig ihr Fürstentum gegen Brandenburg-Preußen und die protestantische Stadt Essen, sie fördert die Mädchenbildung und gilt als größte Wohltäterin der B.M.V.-Schule. Franziska Christine regierte in Thorn seit 1717, in Essen seit 1726 und gründet das Waisenhaus in Steele, die heutige Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung. Zudem erweiterte und baute sie Schloß Borbeck um. Ein ganz ungeplantes Schicksal widerfuhr der gebürtigen „Königliche Hoheit“ Maria Kunigunde, die in Essen und Thorn 1776-1803 regierte: Sie trat vor ihrem Amt in Essen in Dresden als erfolgreiche Opernsängerin auf, war für einen ganz anderen Lebenslauf bestimmt, vertrat aufgeklärte Ideen in Politik und Pädagogik und förderte als Fürstin die beginnende Industrialisierung.

Die Geschichtsschreibung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat sie lange verachtet, verkannt und diffamiert, doch inzwischen hat sich das Urteil über sie gewandelt. Bislang unbeachtete Quellen wie z.B. private Briefe und Dokumente bieten neue Perspektiven auf diese Frauen. Sie beleuchten ihre Selbsteinschätzung und ihre Interessen, vor allem in der Kunst und Musik, ihre Herausforderungen und Errungenschaften. Darüber hinaus zeigen sie ihre Fürsorge und Verdienste um die Politik ihres kleinen Territoriums in Bezug auf Bildung, Religion und Verbesserung des Lebensstandards.

Ausstellung in Schloss Borbeck

Jetzt werden diese drei Fürstinnen und Äbtissinnen als eigenständige Frauen zum ersten Mal im Mittelpunkt einer gemeinsamen Ausstellung stehen. „Ihr wollt diese drei Powerfrauen näher kennen lernen?“, heißt es vom Kulturamt der Stadt Essen: „Dann besucht die Ausstellung!“

 

Drei Essener Herrscherinnen

Jubiläumsausstellung 2026

Eröffnung: Donnerstag, 27. August 2026, 18 Uhr

Ausstellungsdauer: bis 10. November 2026

Öffnungszeiten: Mittwoch – Sonntag 14 – 18 Uhr

Veranstaltungsort: Städt. Galerie - Schloss Borbeck, Schlossplatz 1, 45355Essen

Grafik © Stadt Essen, Kulturzentrum Schloß Borbeck; Fotos (v.l.n.r.): Bernardine Sophia von Ostfriesland und Rietberg © Fotoarchiv Ruhr Museum; Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach © Thorn Abteikirche, Kapitelsaal, Niederlande; Maria Kunigunde von Sachsen © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Foto: Hans-Peter Klut

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