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0 24.07.2025
Frintrop. Es gibt Zeitgenossen, die bezeichnen den Wildwuchs innerhalb der Frintroper Gleisschleife als Unkraut. Unkraut ist aber eher eine abwertende, nichtwissenschaftliche Sammelbezeichnung für Pflanzen der spontanen „Begleitvegetation“ in Kulturpflanzenbeständen, Grünland oder Gärten, die nicht vom Menschen angebaut wurden. Alternativ werden heute andere Bezeichnungen verwendet wie Beikraut, Wildkraut oder Kulturpflanzenbegleiter.
2019 gab es eine großangelegte Gleisinstandsetzung in Frintrop. Die Baufirmen nutzten den von der Ruhrbahn gepachteten Bereich der Gleisschleife zum Lagern von Material und nach Beendigung der Bauarbeiten war der ganze Bereich verdichtet und verödet.
Der Bürger- und Verkehrsverein Frintrop (BVV) nahm daher gerne die Anregung einer Bürgerin auf, die Instandsetzung der Fläche zu nutzen und sie vielleicht in eine Wiese mit reichlich Nahrung für Insekten umzuwandeln.
Es wurden viele Gespräche geführt und man konnte die Ruhrbahn als Pächterin schnell überzeugen und noch im gleichen Jahr erfolgte die Zusage, die Insektenwiese zeitnah anzulegen und den Mährhytmus entsprechend anzupassen.
Zwar bot die Fläche wegen der Überdüngung durch Vierbeiner nicht die optimalen Voraussetzungen, denn der Standort sollte sonnig und der Boden eher mager und nährstoffarm sein, aber dennoch zeigte sich bereits im ersten Jahr nach der Aussaat eine herrliche Wildblumen- und Kräuterpracht. Durch den von der Ruhrbahn angepassten Mährhytmus konnte die Fläche auch "vor sich hinwachsen" und es gesellten sich auch andere Pflanzenarten hinzu.

Die Gleisschleife 2020.
Leider ließ sich eine geplante und auch von der Grünen Hauptstadtagentur geförderte Idee nicht umsetzen. Kinder der Altfriedschule und Senioren aus dem Papst Leo-Haus sollten gemeinsam Insektenhäuser basteln und so Jung und Alt zusammengebracht werden. Gleichzeitig wollte man den Kindern mit diesem Projekt die Liebe zur Natur näher bringen.
Leider kam dann Corona und das Projekt konnte nicht umgesetzt werden und die Fördergelder wurden zurückgezahlt. Aber immerhin hatten die Kinder Freude daran, in einem anderen Projekt der Altfriedschule die vorhandenen Stromkästen mit bunten Insekten- und anderen Motiven zu bemalen.

Die Gleisschleife nach dem ersten Rückschnitt im November 2020
Die Wiese wuchs mal so und mal so. Je nach Witterung und anderen äußeren Einflüssen wie Feste, die angesprochene Überdüngung durch Hundehinterlassenschaften oder wie im vergangenen Jahr ein viel zu später Frühjahrsschnitt, der gerade begonnene Artenvielfalt wegmähte.
Heute ist die Wildwiese wieder im vollen Wuchs, denn in Absprache mit der Ruhrbahn wurde in diesem Jahr auf den Frühjahrsschnitt verzichtet, damit sich die Fläche wieder entwickeln konnte. Im Herbst will man sich treffen, um über ein weiteres Vorgehen zu beraten. Immerhin liegt die Gleisschleife ja an der Naturlinie 105. Kennen Sie nicht? Dann klicken Sie doch hier, um mehr darüber zu erfahren.
Fotos und Text: BVV
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