Frintroper Friedenseiche demnächst Naturdenkmal?

Bezirksvertretung Borbeck tagt darüber

0 05.11.2023

FRINTROP. Seit 1872, also seit mehr als 150 Jahren, steht in Frintrop eine Friedenseiche. Durch verschiedene Umstände kam es an immer der gleichen Stelle insgesamt dreimal zu Neupflanzungen. Jetzt nahm die Bezirksvertretung eine Anregung aus den Reihen des Bürger- und Verkehrsvereins Frintrop während des OB-Besuches im Oktober auf, die Frintroper Friedenseiche in die Reihe der Essener Naturdenkmäler aufzunehmen. In der Bezirksvertretungssitzung am 14. November 2023 wird darüber beraten.

Ein Baum als Symbol des Friedens

Nur knapp über 20 Friedenseichen sind zurzeit in Deutschland als Naturdenkmal gelistet. Die meisten haben ihren Ursprung als Friedensgedenken aus der Zeit nach dem Deutsch-Französischen-Krieg und der Reichsgründung 1871. Aus dieser Zeit stammt auch die erste Anpflanzung einer Eiche in Frintrop. Bäume sind immer schon Symbole von Langlebigkeit und Kraft. Ganz besonders Laubbäume mit ihren sich jährlich erneuernden Blättern sind daneben Symbole der Wiedergeburt und des Lebens. Die Eiche gilt seit der Romantik  zudem als Symbol der Treue.


Die Friedenseiche in Frintrop hat eine mehr als 150 Jahre alte Tradition.

Mit der Nationalromantik des 19. Jahrhunderts, mit der Deutschen Revolution 1848/1849 und der Reichsgründung 1871, die das Gefühl nationaler Einheit bestärkten, zog das Eichenlaub in die deutsche Symbolsprache ein und die Deutsche Eiche wurde zu einem Nationalsymbol. (Quelle: Wikipedia zum Thema „Friedenseiche“)

Die Geschichte der Frintroper Friedenseiche

An der ehemaligen Einmündung der Schloßstraße in die Frintroper Straße pflanzte der Kriegerverein Frintrop, dem Veteranen aus den deutschen Einigungskriegen angehörten, 1872 eine Friedenseiche, die aus unklaren Gründen 1896 erneut gepflanzt wurde. 1944 fiel diese im Zweiten Weltkrieg den auf Frintrop niedergehenden Bomben zum Opfer. Die dritte Anpflanzung der Friedenseiche1958 erfolgte durch die Stadt Essen, hielt aber letztlich einem Sturm nicht stand, weil Unbekannte zuvor den Stamm angesägt hatten.
1964 pflanzte schließlich das städtische Gartenamt auf Veranlassung des Bürger- und Verkehrsvereins Essen-Frintrop eine vierte Friedenseiche zum Gedenken an die Opfer der Kriege und als Symbol der Mahnung für Frieden und Freiheit. Direkt an der vielbefahrenen Frintroper Straße gelegen ist diese Mahnung für eine friedvolle Welt aufgrund der inzwischen erreichten Größe weithin sichtbarer Zeitzeuge und hat in den aktuellen Zeiten auch eine große Strahlkraft: Frieden für alle.
Am 29. Juli 1997 wurde anlässlich des 125jährigen Jubiläums der Frintroper Friedenseiche durch den Bürger- und Verkehrsverein Essen-Frintrop der Bereich um die Friedenseiche neugestaltet und um einen gravierten Findling ergänzt und feierlich an die Bevölkerung übergeben. Seit dem 5. Juli 2010 trägt der Platz auch offiziell den Namen Zur Friedenseiche.


Diese Postkarte wurde 1909 an der Frintroper Friedenseiche aufgenommen und nachcoloriert.

Nicht alle Eichen sind deutsch

Eichen sind deutsch? Nicht immer. Bei der 1964 erfolgten Neuanpflanzung handelt es sich keinesfalls um eine deutsche Eiche, sondern um eine amerikanische Roteiche. Diese ist gerade in Nordamerika sehr verbreitet und z.B. auch offizieller Staatsbaum des US-Bundesstaates New Jersey.
Die Roteiche wächst als sommergrüner Baum und erreicht meist Wuchshöhen von 20 bis 25 Metern, mitunter bis zu 35 Metern. Sie kann bis zu 400 Jahre alt werden und dabei einen Stammdurchmesser von bis zu 2 Metern erreichen.
Die Roteiche besitzt in der Jugend ein Pfahlwurzel-, später ein Herzwurzelsystem. Sie ist überaus schnellwüchsig. Bei jungen Bäumen werden bisweilen Jahrestriebe von 2,5 Meter Länge beobachtet. Das Triebwachstum erfolgt in zwei Perioden Mitte Mai bis Anfang Juni sowie Ende Juli bis Anfang August. Im Freistand blüht die Roteiche bereits im verhältnismäßig jungen Alter von 25 bis 30 Jahren. Sie bildet eine runde Baumkrone aus. (RWS)

Quellen:
Wikipedia, Bürger- und Verkehrsverein Essen-Frintrop

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