Ab 2030 doch wieder eine Tram-Verbindung nach Oberhausen?

Oberhausener Nachbarn stimmen im Rat darüber ab

2 22.11.2023

Haltestelle Unterstraße. Gibt es hier bald wieder Baustellenschilder?


FRINTROP/OBERHAUSEN. Man muss weit in den Chroniken zurückblättern, wann es denn zuletzt eine direkte Straßenbahnverbindung über Frintrop nach Oberhausen gab. Am 7. Oktober 1967 fuhr die letzte Straßenbahn der Linie 5 von Rellinghausen nach Oberhausen. Ab dann war an der Unterstraße Schluss. Gleichzeitig wurde die Verbindung von der Wertstraße bis zur Frintroper Straße (über Dellwiger Straße und Unterstraße) eingestellt. Eröffnet wurde die Direktverbindung nach Oberhausen über die Essener Stadtgrenze hinaus seinerzeit am 6. April 1915. Bis Lirich konnte man mit der Straßenbahn fahren. 52 Jahre gemeinsame Straßenbahnzeit mit Oberhausen waren von dann ab Geschichte.
Erst 1997 kamen Gedanken auf, die Straßenbahn wieder über die Stadtgrenze hinaus fortzuführen, was 2003 geschehen sollte, aber wieder und wieder verschoben wurde. 2015 stimmte ein Bürgerentscheid in Oberhausen schließlich gegen eine neuerliche Durchstreckung nach Oberhausen. Aber der Bürgerentscheid war nicht endgültig.

Dann vor zwei Jahren wieder ein Lichtstreif am Horizont. Oberhausen dachte wieder laut über eine Linienführung nach. Pläne über neue Wohnbebauungen rund um das CentrO waren der Anlass. Der 2017, die politische Bindungsfrist des Bürgerentscheids war abgelaufen, von der Stadt Oberhausen aufgestellte Nahverkehrsplan sah die Verlängerung von zwei Straßenbahnlinien vor. Eine davon war die vom Nachbarn Essen kommende Linie 105 und auch die Stadt Essen freundete sich mit den Plänen an. Arbeitete man doch selbst an einem neuen Linienkonzept für die gute alte Tram 105.


Quelle: Stadt Oberhausen, Vergleich der aktuellen Planung mit der Trassenvariante 2015

Man stieg auf Oberhausener Seite erneut in die Prüfung einer neuen Linienführung ein. Ziel war, die Verlängerung bis zur bestehenden Straßenbahntrasse Höhe Gasometer und von dort weiter im Wechsel zum Oberhausener Hauptbahnhof und zum Sterkrader Bahnhof zu führen. Sieben neue Haltestellen sollten dafür eingerichtet werden.


Quelle: Stadt Oberhausen

Am 11. Dezember 2023 nun wird der Rat der Stadt Oberhausen beraten und einen Beschluss fassen, nachdem die Vorlage am 23. November 2023 sicherlich den Stadtplanungs- und Mobilitätsausschuss passieren wird. Schon 2030 könnte man dann auf neuen Schienen fahren – eine zeitlich sportliche Herausforderung. (RWS)

Die gesamte Vorlage für den Rat gibt es hier:
https://allris.oberhausen.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=17883

Fotoquellen:
1. Rainer W. Seck
2. und 3. Stadt Oberhausen

Zurück

Kommentare

Kommentar von Klaus Schäfer |

So trickst man Bürgerentscheidungen aus. Kein Geld in der Kasse, aber unsinnige Bauvorhaben durchführen. OB ist und bleibt ein Sauladen.

Antwort von Rainer W. Seck

Guten Tag Herr Schäfer,

bei dieser Sache ist kein Austricksen eines Bürgerentscheids erkennbar. Sicherlich sind Bürgerentscheidungen zunächst verbindlich.
Die Verbindlichkeit von Bürgerentscheiden verhindert aber nicht, dass die kommunale Vertretung zu einem späteren Zeitpunkt einen Beschluss fasst, der das Ergebnis des Bürgerentscheids abändert oder aufhebt. Verschiedentlich wird in diesem Zusammenhang die Einführung von Sperrfristen diskutiert, die es der kommunalen Vertretung für einen gewissen Zeitraum verbietet, dem Wesensgehalt eines durch Bürgerentscheid zustande gekommenen Beschlusses eigenmächtig entgegenzuhandeln.

Genauso ist es nach unserem Kenntnisstand in Oberhausen gewesen.

Kommentar von Vincent Büchner |

Das ist finde ich ein wichtiges Projekt, das für Oberhausen und den Essener Westen eine sehr große Bereicherung sein kann. Auch im Lichte des Klimaschutzes ist dieses Projekt wichtig, um die Mobilität zwischen den Städten umweltfreundlicher zu gestalten. Dieser Lückenschluss ist schon lange überfällig und wird dazu beitragen, dass die Städte weiter zusammen rücken.

Antwort von Rainer W. Seck

Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Kommentar.
Man kann das Projekt auch aus dem Umwelt-Blickwinkel sehen. Da haben Sie Recht.

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 7 plus 5.