Brüggemann, Fritz Ludger

BORBECK / SCHÖNEBECK. „Ich arbeite trotz der beruflichen und ehrenamtlichen Beanspruchung im Beirat weiter, das tue ich im Gedenken an meinen Vater, dem der BBVV am Herzen lag.“ Fritz Ludger Brüggemann, geboren am 8. August 1962, war das, was man einen „Kümmerer“ nennt. Er starb, viel zu jung, am 17. Juni 2025, im Alter von 62 Jahren an den Folgen seiner langen schweren Krankheit, die er sehr bewusst und mit großer Geduld ertragen hatte.

Als Geschäftsführer bei ALCOMIX Marken GmbH trat er beruflich in die Nachfolge seines Vaters Dipl.-Kaufmann Fritz Brüggemann (1935-2010), der 1961 die Geschäftsführung der Borbecker Kornbrennerei Fritz Brüggemann KG übernommen hatte. Für den Familienbetrieb an der Bocholder Straße in Bergeborbeck, bekannt für Marken wie „Saurer Fritz“ oder „Borbecker Schlosstropfen“, entwickelte „Fritz" zahlreiche weitere Produkte und setzte sich seit Beginn der 1990er Jahre aktiv beim Marketing Club Essen bzw. Ruhr ein.

Was sein Vater begonnen hatte, setzte er auch im Borbecker Bürger- und Verkehrsverein (BBVV) um: Fritz Brüggemann Senior war 1967 zum Vorsitzenden gewählt worden und entfaltete für mehr als zwei Jahrzehnte zahlreiche Aktivitäten in seinem Amt. Er initiierte und begleitete tiefgreifende Veränderungen im Stadtteil und rief u.a. 1984 die bis heute bestehende „Borbecker Maienmahlzeit“ mit prominenten Gastrednern ins Leben. Diese Familientradition nahm Fritz Ludger Brüggemann ganz bewusst und gerne auf: Als aktives Beiratsmitglied im BBVV brachte er ab 2011 seine Erfahrungen im Beirat des Marketing-Club Ruhr zur Optimierung der internen Arbeitsabläufe in BBVV-Vorstand und -Beirat ein. Als umtriebiger Markenbotschafter ließ er keine Gelegenheit aus, zudem für das eigene Borbecker Unternehmen aufzutreten: Allen Ehrengästen des BBVV bei der Maienmahlzeit überreichte er als Präsent den traditionellen Borbecker Schlosstropfen und sorgte verlässlich für tätige Unterstützung bei vielen Veranstaltungen.

Fritz Ludger Brüggemann hat sich als wacher Zeitgenosse gern und viel auch in gesellschaftliche Debatten eingebracht. Ein Blick in seine Facebook-Einträge zeigt, dass er sich bevorzugt zu politischen, kulturellen und kirchenpolitischen Themen und Streitpunkten äußerte – mit einer klaren Haltung: „Die Gesellschaft in Deutschland fußt auf christlichen Werten, und wenn die Nachkommenden diese immer seltener kennen und leben, wird das keine guten Folgen für unsere Gesellschaft haben.“  Ob er seine Unterschrift unter einen „Offenen Brief“ zum Thema sexualisierte Gewalt in der Kirche setzte oder eine Petition zur Rettung der Ozeane unterschrieb - sein Anliegen war die „Stärkung der Zivilgesellschaft“: Er betonte die Bedeutung der Digitalisierung, überreichte als Botschafter des Unternehmens bei der 1. Ladies Night des TC GW Schönebeck „Welcome Drinks“, gab seiner Sympathie für den damaligen Bundestagspräsidenten und Ehrengast der Borbecker Maienmahlzeit Ausdruck, zeigte sich enttäuscht über das Aus der Borbecker Nachrichten, gab eine Spende für ein Trampolin für Ferienspiele in Schönebeck und vieles mehr.

Besonders nachdrücklich setzte er sich für seine geistige und geistliche Heimat im Förderverein für den Erhalt der Kirche St. Antonius Abbas in Schönebeck ein und gehörte dem Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Josef in Frintrop an. Auf dem Friedhof von St. Antonius wurde er am 27. Juni 2025 nach dem dort bis auf den letzten Platz besuchten Gottesdienst zur letzten Ruhe getragen.

In all seinem Tun und Wirken lag Fritz Ludger Brüggemann immer eher das Sprechen als das Schreiben. Gerne verwendete er die Metapher: „Sprechen ist die Hand Jesu“. Und ergänzte: „Er hat keine Briefe geschrieben.“

Franz Josef Gründges / C. Beckmann

 

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