Ein Schafstall machte den Anfang

0 22.06.2025

BERGE. Im Jahr 1934 ging diese Ansicht der Rosenkranzkirche in Bergeborbeck als Postkarte nach Solingen. Damals hätte sich wohl kaum jemand vorstellen können, was neun Jahre später geschehen würde: Am 25./26. Juli warfen britische Bomber über dem Ort hunderte Bomben und Luftminen ab und zerstörten dabei auch das Gotteshaus mit seinen hoch aufragenden Türmen.

Die Geschichte der Kirche St. Maria Rosenkranz in Bergeborbeck begann in einem Schafstall und einer Scheune. 1867 hatten die Barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth dem Landrat des Kreises Essen Leopold Devens das Haus Berge abgekauft. Die Schwestern richteten dort ein Waisenhaus und ein Krankenhaus ein. Auf Wunsch des Rektors der Klosterkirche Johann Werner Mähler stellten sie als Notkirche einen Schafstall und eine Scheune zur Verfügung. Nach und nach drohte dieses Provisorium wegen des Zuzugs vieler katholischer Bergleute und Fabrikarbeiter aus den Nähten zu platzen – eine neue Kirche musste her. Das führte 1877 zur Gründung eines Kirchbauvereins, der es in wenigen Jahren schaffte, sage und schreibe 100.000 Goldmark an Spenden zu sammeln. So konnte am 18. November 1888 die neue Kirche in Bergeborbeck eingeweiht werden.

Erster Pfarrer (1895 bis 1910) war Franz Xaver Erdweg, nach dem die Erdwegstraße benannt worden ist. In den Jahren 1900/1901 wurden nachträglich zwei große Kirchtürme errichtet. Sie waren viele Jahre bis zur Zerstörung der Kirche im 2. Weltkrieg ein imposantes Wahrzeichen von Bergeborbeck.

Die Wiederaufbauarbeiten begannen Anfang 1950. Im August fanden wieder Gottesdienste in der Kirche statt. Die beiden Türme bekamen 1952 flache Abdeckungen mit Kugel und Kreuz darüber, 1975 ersetzte man die Abdeckungen durch zwei zehn Meter hohe Faltdächer. 1977 wurde die alte Sakristei durch einen Neubau ersetzt und 1993 der Grundstein für ein neues Gemeindezentrum gelegt.

Auch für die Kirche in Berge wurde die letzte Messe bereits gelesen. Noch steht der Bau, aber es gibt Pläne das Kirchenschiff abzureißen und dort Wohnungen zu bauen. Wann etwas daraus wird? Man weiß es nicht.

Quellen: Andreas Koerner: Rosenkranzkirche – etwas zur Baugeschichte. In: Borbecker Beiträge 2/2010, S. 55-61, und Franz-Josef Gründges, borbeck.de.

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