Veräppeln kann ich mich selber

0 12.07.2019

„Waschküche“ ist so ein Wort, das man immer seltener vernimmt. Gehört es schon auf die Rote Liste der aussterbenden Wörter? Bei uns zu Hause gab es noch eine Waschküche. Doch in den Sechzigerjahren schon räumte Vattern sie aus. Die beiden steinernen Waschbecken, sie konnten bestimmt einen Kubikmeter Wasser fassen, kamen nach ganz hinten in den Garten, auf die Entenwiese. Dort wollte Vattern Regenwasser auffangen, um damit seinen Guten Heinrich, die Erbsen und die Bohnen zu wässern.

Der Ofen mit dem Bottich oben drauf, durfte vorne im Garten stehen. Er wurde alljährlich mit Fuchsien bepflanzt. In die Waschküche kam eine moderne Waschmaschine, daneben stand die Schleuder. Sie „marschierte“ im Schleudergang durch die Waschküche, wenn man nicht aufpasste. Manchmal reichte es, Klein-Monica auf die schleudernde Maschine zu postieren, um das Schlimmste zu verhindern. Manchmal musste Muttern sich auf die Schleuder werfen, und sie mit aller Kraft festhalten. Wie ich darauf komme? Es ist das „Waschküchenwetter“, schwül und warm, so wie das Klima, das am Waschtag anno dunnemal in der Waschküche herrschte, wenn Omma Emma Kochwäsche machte. Gewaschen wurde einmal die Woche. „Mach‘ dich nicht dreckig!“ lautete das Gebot der Stunde und Pullis und Socken wurden nicht soooo häufig gewechselt.

Heute schmeißt man – zack – , die Maschine an. In Familien läuft sie ein- bis dreimal täglich. Der Trockner steht gleich in der Nähe, und schwupps sind T-Shirts und Jeans wieder sauber und trocken.

Das ist weder Wasser sparend, noch klimafreundlich. Aber Hand auf‘s Herz: Würden Sie auf diese Bequemlichkeit verzichten wollen und stattdessen mit Shirts herumlaufen, die am zweiten Tag schon ein wenig müffeln? Ich nicht. Und dabei will ich für heute das Kapitel „Früher war alles besser“ beschließen.

In der Reihe „Veräppeln kann ich mich alleine“ widme ich mich heute einem namhaften Brausehersteller, der für sein braunes Gesöff eine neue Büchsengröße offeriert: 150 Milliliter passen hinein, das ist in etwa so viel wie in Monicas hohlen Backenzahn passen. So ein Verpackungsirrsinn! Dabei denkt der Brausehersteller nur an das Wohlergehen seiner Kunden. Er schreibt auf seiner Homepage „Die Menschen sind mobiler geworden, sie konsumieren mehr unterwegs, die Haushalte werden kleiner. Manche achten zudem verstärkt auf Zucker und Kalorien. Das bedeutet für uns, dass immer mehr Konsumenten ihre Lieblingsgetränke in kleineren, verbraucherfreundlichen Trinkgrößen genießen möchten. Für sie haben wir die 150 ml Mini-Dose entwickelt. 150 ml Coca-Cola enthalten 15,9 Gramm Zucker und 63 Kilokalorien. Unser Ziel ist es, den Konsumenten unsere Getränke in den Verpackungen anzubieten, die sie wollen und die am besten zu ihrem Lebensstil passen. Gleichzeitig unterstützen wir sie auf diese Weise dabei, die konsumierte Menge an Zucker leichter zu kontrollieren.“

„Wohl bekomm‘s!“ wünscht Ihre und Eure Monica

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