Nichts haute die alte Dame vom Sockel

0 01.09.2025

BORBECK-MITTE. Kaum zu glauben, dass sie nun schon einhundertfünfundvierzig Jahre alt ist und noch immer ziemlich frisch aussieht: die Germania behauptet ihren Platz seit dem Jahr 1880 mitten in Borbeck. Weder der Bombenkrieg noch die (im städtebaulichen Resultat erheblich verheerenderen) Visionen der 60er-Jahre-Stadtplaner konnten die alte Dame vom Sockel hauen. Vor zehn Jahren musste sie mal wieder in die Kur, wurde rundum aufgehübscht. Zwischen den Hochhäusern wirkt sie heute allerdings etwas verloren, die Verkörperung des siegreichen Deutschlands des 19. Jahrhunderts, das seine Nachbarn mit Kriegen überzogen hatte, in denen auch junge Borbecker ihr Leben ließen. Ihre Namen liest man auf dem Sockel der Statue: „Ihren in den Feldzügen 1866, 1870–71 ruhmvoll gebliebenen Söhnen. Die Bürgermeisterei Borbeck“, steht dort. 1912, als diese Karte aus dem Fundus von Wilhelm Küpper verschickt wurde, beherrscht Germania noch die Szene, sie stützt sich auf ihr Schwert und reckt einen Palmzweig in die Luft. Zwei Jahre später begann der Erste Weltkrieg - mit Ruhm und Siegen war es bald vorbei.

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