Komm, lieber Mai

0 26.04.2019

„Komm lieber Mai und mache, die Bäume wieder grün“ hatte anno dunnemal der Lübecker Bürgermeister Christoph Adolph Overbeck getextet und die Zeilen mit „Fritzchen an den May“ überschrieben. Ein paar Jährchen später hat Wolfgang Amadeus Mozart dem Fritzchen eine eingängige Melodie verpasst und die Zeilen damit unsterblich gemacht.

Klein-Monica musste in der Schule das Liedchen trällern oder auf der C-Flöte anstimmen. Die Musiklehrerin war unerbittlich und duldete keine schiefen Töne. Doch Klein-Monica war Kummer gewöhnt. Im Kindergarten nämlich wurden die lieben Kleinen hinter Xylophon und Glockenspiel gesetzt. „Alle meine Entchen“, „Häschen in der Grube“ und „Der Kuckuck und der Esel“ waren die Hits aus dieser Zeit. Wer da kein Könner war auf den Orff‘schen Instrumenten, hatte mit Zitronen gehandelt. Erst gab es tüchtig Schimpfe von der Kindergartentante – die konnte man straflos als solche bezeichnen – und dann einen mit dem Klöppel auf die Fontanelle. Autsch, das tat weh.

Die Tage im Kindergarten betrachtete Klein-Monica als allgemeines Lebensrisiko. Zu Hause lauerten andere Gefahren: Die älteren Brüder und der Oppa, der zum Gruße seinen Krückstock schwenkte und uns Kindern verbot, über die Blumenbeete zu springen.

Doch zurück zu dem Lied „Komm lieber Mai“: Ich wette mein ganzes Taschengeld, dass auch vor 250 Jahren die Bäume im Mai schon grün und die Veilchen nahezu verblüht waren. Klimawandel hin oder her!

Egal: Hauptsache der erste Mai wird schön, denn da treffen wir uns doch in Schönebeck beim Maifest, oder?

Ein schönes Wochenende wünscht Ihre und Eure Monica

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