Zurückgeblättert 1992: Krupp, Arbeitsplätze und Umweltschutz

0 10.08.2022

Arbeitskampf, Müllberge, Lärm und Umweltschutz: Mit diesen und anderen Themen beschäftigte man sich im August 1992 in Borbeck.

Kruppianer sauer: Mit einer Kranzniederlegung und einer zweistündigen Arbeitsniederlegung protestieren an der Helenenstraße in Altendorf 800 Beschäftigte der Krupp Maschinentechnik gegen die Pläne der Betriebsleitung 200 der insgesamt 1400 Arbeitsplätze abzubauen.

Personalnot in Ämtern: Schilder lassen auf sich warten: Auch in Borbeck werden Tempo-30-Zonen eingerichtet. Im Januar hieß es, dass die Schilder bis zum Sommer stehen sollten. Daraus wird nichts. Grund für die Verzögerung ist Personalnot in den Ämtern. Losgehen mit den Tempo-30-Zonen soll es im Kraienbruch und am Möllhoven.

Heimlich still und leise: Mitarbeiter des städtischen Gesundheitsamtes messen den Verkehrslärm an Borbecker Straßen. Nicht selten zeigen sich Anwohner von den Männern in dem weißen Golf mit dem gen Himmel gereckten Mikrophon verunsichert und rufen die Polizei. Den Bezirksvertretungen und dem Rat der Stadt dienen die Messungen als Grundlage für die Planung von Verkehrswegen.

Scherben bringen Glück, ist eine Reportage über die Glas-Recyclingfirma am Stadthafen überschrieben. Gesammelt wird nach Farben getrennt. Blaues Glas aber gehört in den Container für grünes Glas. Und Container für braunes Glas gibt es im August 1992 noch gar nicht in Borbeck. Sie sollen im Herbst aufgestellt werden.

Dem Glauben treu geblieben: Im August 1992 erinnern die BN an die Ermordung des Salesianer-Paters Theodor-Hartz im KZ Dachau am 23. August 1942. Seine sterblichen Überreste konnten auf dem Friedhof an der Hülsmannstraße bestattet werden.

Plastik-Müllberge auch in Borbeck: „Jedes Jahr wandern zweitausend Tonnen Plastikmüll in den Müll“, schreiben die BN im August 1992. Insgesamt verursachen die Borbecker pro Kopf und Jahr 360 Kilo Müll. Umweltminister Matthiesen empfiehlt: Pfandflaschen und Mehrweg-Verpackungen den Vorzug vor den Mülleimer-Füllern zu geben. „Bürger-Information in puncto Müll soll künftig die Vermeidungs- und Recycling-Quoten steigern helfen.

Doppelt wird besser: Die Prosperstraße soll 1993 neue Rad- und Gehwege erhalten. Die Maßnahme soll drei Millionen DM kosten. Dabei war die Straße nur vier Jahre zuvor aus „zusammengekratzten Haushalts-Restmitteln“, wie die BN damals schrieben, umgebaut worden. Das Ergebnis aber war nicht zufrieden stellend.

Karaoke bringt's: Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Beim Marktfest soll es einen Karaoke-Wettbewerb geben. Man ist darauf gespannt, wer sich traut.

Gut geklappt: Rechtzeitig zum Schulbeginn wird an der Vogelheimer Gesamtschule Nord, Kleinstraße, ein Neubau mit zehn Klassenräumen fertig gestellt.

Beliebte Borbecker VHS: Auf einer Doppelseite präsentieren die BN Ende August 1992 alle in Borbeck staffindenden Kurse der VHS. Die Borbecker VHS-Zweigstelle neben der Stadtteilbibliothek stieß auf reges Interesse.

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