Zurückgeblättert 1972: Spezialschiff "schwamm" neue Kanalbrücke ein

0 07.09.2022

Wilde Pläne und wilde Natur: Das gib es alles im Sommer 1972 in Borbeck. Unten mehr:

Sensationell: "Schauspiel am Kanal lockte Hunderte von Zuschauern an“ titeln die BN Ende August/Anfang September in ihrem Blatt. „Sie wurden Zeugen, wie die östliche Brückenhälfte mit einem Spezialschiff eingeschwommen wurde und damit eine neue Verbindung zwischen Bottrop und Essen hergestellt wurde. Seit den Tagen, da am Kanal die Brücken sinnlos in die Luft gesprengt wurden, hat der Vorgang des Brückenschlages in unserer Gegend für alle, die den zweiten Weltkrieg miterlebten, eine besondere Bedeutung. Das östliche Teilstück der Brücke soll im Oktober dem Verkehr übergeben werden. Sie ist über 60 Meter lang, hat eine zweispurige Fahrbahn von 7,50 Meter Breite zuzüglich der Randstreifen und der Mehrzweckspur. Nach Freigabe der Brückenhälfte für den Verkehr wird mit dem Bau der westlichen Hälfte begonnen.

Wilde Pläne: Die Vorbereitungen zur Sanierung Borbecks laufen auf Hochtouren. Man prüft im Sommer 1972, ob man die neue Borbecker Straße unter der Bahn durchführen kann oder ob eine „Hochstraße“ gebaut werden muss. Die bisherige Borbecker Straße soll dann für den Autoverkehr gesperrt werden: das lassen die BN ihre Leser wissen. Und auch das: Nach dem Bebauungsplan Borbeck-Mitte wird bis dahin auch die Bebauung zwischen Wagner und Petry niedergelegt und zwischen Bahndamm und Borbecker Straße ein geräumiger Bahnhofs-Vorplatz geschaffen.

Nachtigall ich hör‘ dir trapsen: Mitarbeiter der Essener Vogelschutzwarte haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Vogelbestand des Hexbachtales zu erfassen. Grund war die im Jahre 1968 bekannt gewordenen Pläne, aus dem Hexbachtal eine Fläche für eine Autobahn zu machen. Ergebnis 37 Vogelarten brüten im Hexbachtal, darunter auch zwei Nachtigallen, Und sieben Vogelarten hielt sich dort auf, brüteten aber woanders.

DB will sparen: Aufregung verursacht eine Ankündigung der DB-Direktion Essen. Sie will im Sommer 1973 den Borbecker Güterbahnhof schließen. Außerdem soll die Expressgutabfertigung, die Reisegepäck-Annahme und -Abgabe aufgehoben werden.  Die BN schreiben: „Seitdem die Güterabfertigung Frintrop, Dellwig und Bergeborbeck aufgehoben sind, ist die Güterabfertigung Borbeck für den ganzen Bereich Groß-Borbeck zuständig. Viele Einzelhandelsfirmen in der Ortsmitte holen hier täglich als Selbstabholer ihre Waren ab. Zwei Rollfuhrunternehmer sind mit der Zustllung der einkommenden Güter beschäftigt. Zu den Haupabnehmern zählen die Firmen Lemcke, Balster, Gierig & Nasse, Redmann, Lichthaus & Gierig, Schuhhaus Deichmann, Seifen-Beckmann, Knümann, Beyhoff, Hahn & Schätzel, Schalkamp und Strüßmann. Geld- und Zeitverluste werden nach einer Stillegung der Borbecker Güterabfertigung auch die in Borbeck ansässigen Hersteller-Firmen auf sich nehmen müssen, die bisher ihre Produkte auf dem Borbecker Bahnhof verladen lassen. Betroffen sind hier u.a. Hammerschmiede van Triel, Fa. Jasta-Armaturen, Hamker & Rieth (….) und nicht zuletzt das Preßwerk PAG.

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