Zum Rendezvous kommt das Männchen mit dem Kamm

Teichmolche fühlen sich überall wohl, wo es einen Tümpel gibt

0 22.03.2024

Wer an einem großen Teich oder kleinen See lebt, weiß Molche zu schätzen. Im Gegensatz zum Gequake der Frösche und Kröten schweigen sie nämlich bei der Suche nach einem Weibchen. Auch wenn man sie nicht akustisch auf sich aufmerksam machen: In Borbeck hat man gute Chancen Teichmolche zu sehen. Sie sind noch relativ häufig. Das Foto von einem Molch-Weibchen machte die Biologin Jule Nuy am Niederfeldsee in Altendorf.

Ab März sind die Teichmolche in besonnten, wasserpflanzenreichen Pfützen, Tümpeln oder Teichen anzutreffen. Auch Teiche in naturnahen Gärten können Lebensraum für die Amphibien sein. Allerdings sollte der Gartenteich nicht mit Fischen besetzt sein, die Appetit auf Laich und Larven von Amphibien haben.
Zurück zur Liebe: Wenn die Molche bei der Balz stumm bleiben, wie können sie dann ihre Herzensdame beeindrucken? Nun: Sie haben ihren Kamm dabei. Paarungsbereite Männchen entwickeln nämlich im Wasser ein Hochzeitskleid, die so genannte „Wassertracht“, die beim Teichmolch auf dem Rücken einen prächtigen Kamm zeigt.

Das Männchen trägt Wassertracht

Damit nicht genug: Das Männchen tanzt im Wasser und gibt Duftstoffe ab, die es dem Weibchen mit dem Schwanz zufächelt. Ist das Weibchen beeindruckt, setzt das Männchen noch einen drauf: Am Gewässerboden deponiert es ein Samenpaket, das dann von dem Weibchen mit dem Hinterleib aufgenommen wird. Die Samen befruchten im Körper des Weibchens zwischen 100 bis 300 Eier. Dann beginnt die Arbeit der Weibchens, das die Eier einzeln an Blätter von Wasserpflanzen legt. Dort wachsen dann die Larven heran. Sie atmen in ihrer Kinderstube unter Wasser durch Kiemen, die seitlich am Hinterkopf angeordnet sind.
Erwachsene Tiere können durch die Lunge atmen und über die Haut. Die Hautatmung ist wichtig und sie reicht an kühlen Tagen völlig aus, so dass sie nur selten auftauchen. Ist es warm, müssen die Molche zum Luft schnappen an die Wasseroberfläche kommen.

Im Sommer verlassen die Molche dann ihren See oder Teich und wandern in ihre Landlebensräume. Diese können ein paar hundert Meter entfernt vom Wasser liegen.
Der Teichmolch ist wie alle Amphibienarten nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung „besonders geschützt“. Sie dürfen nicht gefangen, verletzt oder getötet werden.

Das Foto entstand übrigens bei einer Rettungsaktion: Bei den Wanderungen vom Winterquartier zum Laichgewässer (und zurück) sind Molche, wie auch Frösche und Kröten, Gefahren durch den Straßenverkehr ausgesetzt. Ehrenamtliche tragen die Tiere dann, über die Straße oder den Radweg in sicheres Terrain.


Zum Foto: Die Teichmolche sind bräunlich gefärbt, der Unterleib weist dunkle Flecken auf. Sie können bis zu elf Zentimeter lang werden. Das Bild zeigt ein Weibchen. Foto: Jule Nuy

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