Zugwurzeln sorgen für Tiefgang

Der Krokus verleiht dem Garten erste Farbenpracht

0 25.02.2023

Richtig kräftig sind die Sprosse der Krokusse. Sie können schweren Boden durchstoßen oder auch eine feste Schneedecke. Die Blattspitzen eines Krokusses bestehen nämlich aus verdickten Zellen. Nur die Sonne kann eine Krokusblüte wach küssen. Die Blüten reagieren schon auf Temperaturschwankungen von 0,2 °C. Verschwindet die Sonne auch nur für kurze Zeit hinter einer dicken Wolke, machen die Krokusse ihren Kelch dicht.

In dichten Büscheln gepflanzt, sieht der Krokus am schönsten aus. Am häufigsten sind die Abkömmlinge des Frühlingskrokus anzutreffen, der violette, weiße oder in beiden Farben gestreifte Blüten besitzt. Gerne wird auch der Gelbe Krokus angepflanzt, der wahrscheinlich aus Südeuropa in diese Bereiten gekommen ist.

Krokusse sind klein, sie werden nicht höher als zwölf Zentimeter. Die Blätter sind schmal und spitz. Man nennt das lanzettartig. Die Zwiebeln haben einen  Durchmesser von weniger als einem Zentimeter und werden im späten Sommer vier bis sechs Zentimeter tief in den Boden gelegt. Das gilt für Frühlingskrokusse; Herbstkrokusse pflanzt man ab Mai.

Die Vermehrung erfolgt durch Brutzwiebeln, die sich auf den alten Zwiebeln bilden. Damit sich die Zwiebeln nicht nach wenigen Jahren aus dem Boden herausarbeiten, bilden sich an den neuen Zwiebeln so genannte Zugwurzeln, die die Knolle nach unten ziehen und für den richtigen „Tiefgang“ sorgen.

Wilde Krokusse kommen ausschließlich in den gemäßigten Breiten Europas und Asiens sowie in Nordafrika vor, wobei die Schwerpunkte im Mittelmeerraum von Italien über den Balkan und Griechenland bis zur Türkei und zum Kaukasus liegen.

Krokusse in freier Natur sind rar

An einigen Stellen wachsen auch in Deutschland Krokusse in freier Natur, diese sind aber fast ausschließlich auf Anpflanzung in früheren Zeiten zurückzuführen. Das gilt auch für die als Ausflugsziel beliebten, großen Bestände des Frühlings-Krokus in Bad Teinach-Zavelstein in Baden-Württemberg, die aber immerhin schon seit mindestens 1825 bekannt sind. Eine ähnlich große Attraktion bietet hoch im Norden der Schlosspark von Husum. Millionen lilafarbener Krokusse blühen dort im Februar/März.

Tatsächliche Wildbestände gibt es hier lediglich vom Weißen Krokus (Crocus albiflorus) im Alpenvorland und vom Allgäu bis zu den Berchtesgadener Alpen. Aber auch diese Art kam wohl erst mit der menschlichen Besiedlung in vorgeschichtlicher Zeit nach Mitteleuropa.

Zum Bild: Die Blüten des Krokus besitzen sechs Blütenhüllblätter, aber nur drei Staubblätter. Die Krokusarten gehören – wie die Iris oder die Gladiole – zur Familie der Schwertliliengewächse. Die Blätter des Krokus sind paralleladrig. Daran kann man Pflanzen erkennen, die nur ein Keimblatt (Einkeimblättler) haben.

 

 

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