Zilpzalp speist im Restaurant „Zur Weide“

Der kleine Piepmatz ist ein echter Frühlingsbote

0 28.03.2019

"Endlich ist mir ein Foto vom Zilpzalp gelungen“,schreibt Uwe van Hoorn von seiner Foto-Safari. "Eigentlich ist es ein häufiger Vogel, den man aber nur selten sieht. Die Stimme kann man aber sehr leicht erkennen lernen, da der Winzling seinen Namen ruft: "Zilp-Zalp". Und das immer wieder und in einer Tour: Zilp-zalp, zilp-zalp, zilp-zalp und das recht laut.

Sein Gesang ist die leichteste Möglichkeit die Art von ihren zahlreichen, sehr ähnlich gefärbten Laubsänger-Verwandten zu unterscheiden. Zu Gesicht bekommt man den Kleinen nur selten. Es sei denn, in der Nähe wachsen Weiden. Der Zugvogel ist nämlich im März einer der ersten Vögel die aus dem im Süden gelegenen Winterquartier zurückkehren. Dann ist die Nahrung noch knapp. Da die früh blühenden Weiden aber Unmengen von Insekten anlocken, trifft man den Insektenfresser häufig im "restaurant zur Weide" an.

Zilpzalpe suchen ihre Nahrung überwiegend in den oberen Teilen der Baumkronen, manchmal auch in Sträuchern, aber nur ausnahmsweise auf dem Boden. Sie sind dabei fast pausenlos in Bewegung und suchen Blätter und Zweige ab, springen flatternd in Zweigen herum, machen aber auch kurze Rüttelflüge über der Vegetation oder über kleinen Tümpeln. Häufig schlagen sie mit dem Schwanz abwärts. Hauptnahrung sind kleine Insekten und deren Larven oder Puppen, seltener kleine Spinnen, Asseln und Schnecken. Den Jungen werden überwiegend kleine, weiche Wirbellose serviert.

Während der Brut und im Spätsommer und Herbst verschmähen die Vögel auch Beeren und andere Früchte nicht. Der Zilpzalp oder Weidenlaubsänger ist sehr klein (10 bis 12 cm groß und 6 bis 10 g schwer) und trägt ein bräunlich-grünes Federkleid. Er hat einen dunklen Augenstreif und über den Augen einen hellen Überaugenstreif. Der Schnabel ist wie bei allen nsektenliebhabern dünn. Die Beine sind meist dunkelbraun oder grauschwarz, selten heller braun.

Zilpzalpe sind am Ende des ersten Lebensjahres geschlechtsreif. Die Tiere leben überwiegend in einer Saisonehe. Das Nest wird meist in Bodennähe errichtet, wo genau, das entscheidet das Weibchen. Es erledigt ja auch die ganze Bau-Arbeit. Nach vier bis sechs Tagen (manchmal dauert es ein paar Tage länger) ist das Nest bereit. Vogelkundler haben mitgezählt: In dieser Zeit fliegt das Weibchen 1200- bis 1500-mal mit Material zum Neststandort. Man findet das Nest in Höhen zwischen 10 und 40 cm, zum Beispiel in Brombeeren, hohem Gras, Brennnesseln, Jungfichten, jungen Laubbäumen etc. Das Nest ist mehr oder weniger rund, oben geschlossen und hat einen seitlichen Eingang. Es besteht außen aus trockenen Halmen, Grasblättern und Moossprossen. Die Innenauskleidung erfolgt mit ähnlichem, aber feinerem Material, zusätzlich werden hierzu auch fast immer kleine Federn verwendet. Mitte April legt Frau Zilpzalp die ersten Eier, es sind meist vier bis sechs dunkelbraun gefleckte auf weißem Grund.

Nach etwa zwei Wochen schlüpfen die Nestlinge, weitere zwei Wochen bleiben sie im Nest, nach etwa 17 bis 19 Tagen können die jungen Vögel schon kurze Strecken fliegen.

Ab Mitte/Ende August bis Mitte Oktober machen sich die Zilpzalpe wieder auf in wärmere Gefilde. Für die europäischen Exemplare ist das der Persische Golf, der Mittelmeerraum und die Oasen der Sahara.

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