Wolfgang hatte die Nase vorn beim Kreis-Waldlauf

Hunderte Zuschauer säumten in den Fünfzigerjahren die Laufstrecke im Schlosspark

0 20.09.2021

Wie einen Schatz hat Wolfgang Brammen Dokumente seiner frühen sportlichen Erfolge gehütet. Er rannte für die Turngemeinde Borbeck Mitte der Fünfzigerjahre bei manchem Mittelstrecken-Wettbewerb. Wolfgang Brammen schreibt: "Bei Durchsicht von alten Unterlagen - u.a. durch diverse Umzüge stark dezimiert - stieß ich noch auf ein paar Fotos und einen Zeitungs-Ausschnitt. Beim Zeitungsausschnitt handelt es sich um einen Bericht der ,Borbecker Nachrichten' (Bild unten). Das war 1956. Damals wurde ich Vizemeister der Kreis-Waldlaufmeisterschaft. Trainiert wurde auch regelmäßig im Schloßpark. Wir hatten einen legendären Trainer, Theo Volland (vielleicht Vollandt geschrieben), der uns durch den Schloßpark trieb, schon bei Trainingsläufen augenzwinkernd verlangte, ,um Brustwarzenbreite' zu kämpfen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nicht immer der Trainingsfleißigste war, sehr zum Verdruss des Trainers.

Auf dem Foto mit den vier Jungs ging es ebenfalls um die Kreiswaldlauf-Meisterschaft, und zwar 1957. Da landete ich nicht so weit vorne, wohl um den 6. oder 7. Platz. In der Mannschaftswertung - das sind wir vier auf dem Foto, der Linke bin ich - waren wir weiter vorn, ich meine mich erinnern zu können, daß wir Dritte wurden, würde aber keinen Eid darauf ablegen. Leider kann ich mich an die Namen meiner Mannschafts-Kameraden nicht mehr genau erinnern, aber wir waren jedenfalls eine Pfundstruppe und starteten einige Male in dieser Besetzung. Ich war wohl der Jüngste in der Riege. (Bild im Text, rechts)

Auf dem Foto oben handelt es sich um den Schloßparklauf 1955. Man sieht, dass die Veranstaltung sehr gut besucht war. Absperrungen für die Zuschauer gab es nicht. Ich laufe da ersichtlich auf den letzten Metern auf der letzten Rille. Platz 3 oder 4, ich weiß es nicht mehr genau. Einen Zeitungsausschnitt fand ich nicht mehr; die ,Borbecker Nachrichten' war aber bestimmt vor Ort dabei."

Wolfgang Brammen wurde 1942, also mitten im Krieg, im Rheinland, nicht weit weg von Aachen geboren. Der Vater war Soldat, die Mutter wurde mit drei Kindern vor der nahenden Westfront evakuiert. Über mehrere Stationen und Regionen – und zwei Schulen – landete Brammen 1952 durch den Beruf des vom Krieg heil zurückgekehrten Vaters in Essen.

Es folgten weitere Schulzeit, Berufsausbildung und Verbleib in der Ausbilungsfirma in Rüttenscheid bis 1970. Dann verschlug es ihn aus beruflichen Gründen an die Ostsee, nach Kiel, wo er bis zum heutigen Tag wohnt.  

 

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