Wirkt beinahe genau so gut wie echter Glücksklee

Oxalis tetraphylla hat von Natur aus vier Blättchen

0 29.12.2023

Das vierblättrige Kleeblatt gilt seit Menschengedenken als Glückssymbol. Schließlich bildet unser heimischer Klee (Trifolium repens) in nur 0,01 Prozent seine Blätter vierzählig statt dreizählig aus. Dieser kleine genetische Defekt ist dafür verantwortlich, dass die Menschen, das vierzählige Kleeblatt für einen Glücksbringer halten. Finden sie eines, wird es häufig gepflückt und zwischen zwei Buchseiten zum Trocknen gelegt.

Weil also vierblättrige Kleeblätter recht selten sind, man aber gerade zu Silvester und Neujahr Glücksbringer en gros braucht, greift man zur Sauerklee-Familie, deren Mitglied Oxalis tetraphylla von Natur aus mit vierzähligen Blättern ausgestattet ist. Mit Schweinchen, Hufeisen oder Schornsteinfegern garniert, wird der Glücksklee zurzeit überall in den Blumenläden angeboten. Und er ist ebenso wirksam wie der echte vierblättrige Klee.

Oxalis tetraphylla stammt ursprünglich aus Südamerika. Seine Blätter sitzen auf sehr langen Stielen, die direkt aus dem Boden wachsen. Jeder Stiel hat vier Blätter, jedes Blatt ist herzförmig und hat – je nach Sorte - eine ganz deutliche braune Zeichnung. Die Blattunterseite ist graugrün.

Die Blüten sitzen in Scheindolden zu fünf bis zwölf auf einem 20 bis 40cm hohen Blütenstand. Die Farbe der Blütenblätter ist rosa bis purpurn. Es gibt allerdings auch eine reinweiße Sorte („Alba“). Der Durchmesser der Krone beträgt  zwei bis drei Zentimeter. Blütezeit ist in Mitteleuropa Juli bis September oder Oktober.

Am Grunde kurz unter der Erde sitzt eine rübenförmig verdickte Wurzel, die im Herbst zahlreiche Brutzwiebeln bildet, mit deren Hilfe die Pflanze sich vegetativ vermehrt. In milderen Klimaten überwintert die Pflanze mit dieser Knolle.

Die aus Südamerika stammende Art wurde im letzten Jahrhundert als Zierpflanze in Europa eingeführt. Sie ist nicht winterhart: Bei Temperaturen unter –5 Grad Celsius sterben die Wurzelknolle und die Brutzwiebeln ab. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können die Pflanze empfindlich schädigen. Ab April kann man sie aber ins Freie setzen. Günstig ist ein Pflanzabstand von 15-20 cm. Ab März bis weit in den Herbst hinein schmücken sich die Glücksbringer mit rosa Blüten. Diese sind für kleine Sträußchen gut geeignet. Ziehen die Pflanzen im Spätherbst ihre Blätter ein, lockt außerdem noch eine Ernte. Zu seiner Vermehrung bildet der Klee viele kleine Knöllchen und weiße feste Rübchen, die ein schmackhaftes Kochgemüse ergeben. Der Geschmack ähnelt den Teltower Rübchen.

Im Zimmer und zumal in der dunklen Jahreszeit verliert Oxalis tetraphylla jedoch sehr schnell ihr nettes Aussehen. Beim Kauf sollte man daher darauf achten, dass die Pflanze noch recht frisch aussieht. Sind ihre Stiele schon lang, dann hat sie irgendwo zu lange zu warm gestanden. In der Wohnung sollte man die Pflanzen hell aufstellen, aber doch relativ kühl. Neben einem optimalen Standort, ist auch eine richtige Wasserversorgung wichtig, damit sich der grüne Klee wochenlang im Wohnzimmer wohlfühlt. Zu viel Wasser macht den Glücksklee traurig. Nasse Füße verträgt die Pflanze überhaupt nicht. Sie muss trotzdem gleichmäßig feucht gehalten werden.

Zum Bild: Die Pflanze ist clever. Wenn es draußen zu regnen droht, klappt sie die Blätter ein. Genauso ist es, wenn sie zu viel Sonne bekommt, dann faltet sie wirklich ihre Blättchen zusammen und schützt so die Blätter vor Sonnenbestrahlung. Foto: pixabay

 

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