Wieder in aller Munde

Hafer ist gesund und hält lange satt

0 25.06.2026

Vor fünfzig Jahren noch konnte jedes Kind die Getreidearten mühelos voneinander unterscheiden: Die Gerste mit langen Borsten (Grannen), der Roggen mit kurzen, der Weizen, ohne diese pieksigen Gebilde und Hafer. Wer Hafer nicht gleich erkannte, der bekam dafür „langen Hafer“. Damit war nicht das Hauptfutter der Pferde gemeint, sondern Ärger.

Der Hafer (Avena sativa) unterscheidet sich von den anderen Getreidearten besonders durch den Blütenstand, der eine 15 bis 20 cm lange Rispe bildet. Bei Roggen, Weizen, Gerste ist es eine Ähre. Beim Hafer gehen von den obereren Halmknoten zahlreiche Nebenstängel aus, die sich meist nochmals verzweigen und mit einem Ährchen enden. Jedes Ährchen trägt zwei bis vier Blüten. Nach der Fruchtreife hängen die Körner herab. Die Haferkörner sind von Spelzen umgeben, mit denen sie aber nicht verwachsen sind. Auch dadurch unterscheidet sich Hafer von anderen Getreidesorten

Hafer gehört zur Familie der Süßgrasgewächse (Poaceae). Die Gattung umfasst etwa 35 Arten. Süßgräser gehören zu den ältesten Nutzpflanzen und sind seit alters her für den Menschen von lebenswichtiger Bedeutung. Alle Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais und Reis zählen zu dieser Pflanzenfamilie.

In den kühl gemäßigten Zonen fühlt sich Hafer wohl. Längere Trockenheit verträgt er auch irgendwie. Hafer stellt keine großen Ansprüche an den Boden. Die Pflanze ist als Wildgras mit der Gerste von Vorderasien nach Europa gelangt. Die Ackerbauern der Bronzezeit kultivierten ihn in Mitteleuropa bereits um 2400 vor Christus.

Die Germanen stärkten sich mit Haferbrei, kochten die Körner zu Grütze. Die Briten schwören bis heute auf ihr Porridge, ein nahrhaftes Frühstück.

Im Mittelalter wurde Hafer bei uns zur bedeutenden Feldfrucht, die durch die Einführung der Kartoffel an Bedeutung verlor. In Deutschland war Hafer bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Roggen die wichtigste Getreideart. Dann war der Haferanbau in Deutschland nicht mehr so wichtig. In den letzten Jahren steigt aber die Anbaufläche wieder deutlich an (Wikipedia).

In aller Munde ist Hafer nämlich heute bei gesundheitsbewussten Menschen. Der Verzehr senkt den LDL-Cholesterinspiegel, verlangsamt den Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit und macht länger satt. Das liegt an den komplexen Kohlenhydraten. Er liefert zudem eine Menge pflanzliches Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Die Nachfrage nach Hafermilch, Müsli, etc., ist deutlich gestiegen.

Zum Bild: Der Blütenstand von Hafer ist eine Rispe, anders als bei anderem Getreide. Da nennt man die Blütenstand „Ähre“. Hafer wird Ende Juli/August geerntet. Das heimische Superfood, aufgekocht mit Wasser, schmeckt aber nicht jedem. Da greifen viele lieber zum Müsli und zu Haferdrinks. Foto: flora

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