Wenn der weiße Flieder wieder blüht – ist Mai

Warum die duftenden Blüten den Insekten schnuppe sind

0 13.05.2022

Wenn der weiße Flieder wieder blüht...“ dann ist Mai, oder im Fernsehen läuft wieder einmal eine Wiederholung des gleichnamigen Herz-Schmerz-Spielfilms aus den Fünfzigerjahren.

Doch zurück zu dem Gewächs aus der Familie Ölbaumgewächse. Flieder ist ein sommergrüner (d.h. er verliert im Winter seine Blätter), langsamwüchsiger, bis zehn Meter hoher Strauch oder kleiner Baum.

Die Urform des Flieders (Syringa vulgaris) kommt aus Südosteuropa und ist hierseit dem 16. Jahrhundert bekannt. Heute werden überwiegend Veredelungen als Zierpflanze gesetzt. Die Wildform kann, wie auch die Veredelungen, starke Ausläufer entwickeln, die sofort entfernt werden sollten. Auch aus der Unterlage bei Veredelungen bilden sich oft wilde Triebe, die man abschneiden muss.

Die Rinde des Strauchs ist graubraun, rau, später längsrissig und dünn abblätternd. Die jungen Zweige sind rundlich glatt, olivgrün. Die herzförmigen Blätter sind gegenständig angeordnet. Er blüht lila oder weiß, die wohlriechenden Blüten stehen in bis zu 20 cm langen Rispen. Seine Früchte (Kapseln) sind eiförmig und vorne zugespitzt und etwa einen Zentimeter groß. Der Strauch gedeiht in der Sonne und im Halbschatten, wo er allerdings weniger blüht.

Nach der Blüte sollten die Blütenstände ausgebrochen werden, damit sich die neuen Blüten, die schon als Knospen vorhanden sind, besser entwickeln können. Überhaupt sollte man ihn hie und da stutzen. Sogar einen kräftigen Rückschnitt bis ins alte Holz kann der Flieder vertragen, allerdings riskiert man dann, dass er eins, zwei, drei Jahre nicht blüht.

Der Flieder ist bodenneutral, sowohl ein saurer als auch ein kalkreicher Boden sagt ihm zu, er gedeiht auch auf Sand oder schweren Böden.

 

Man könnte meinen, dass Flieder wegen seiner duftenden Blütenpracht bei Insekten unglaublich beliebt sei. Dem ist nicht so. Den allermeisten Insekten sind Fliederblüten vollständig schnuppe. Das gilt sowohl für die Veredelungen als auch für die Wildform. Flieder enthält nämlich giftige, bittere Inhaltsstoffe. Da die Insekten aber auf Süßes versessen sind, lassen sie Flieder links liegen.

Fliederfreunde müssen aber nicht unbedingt auf ihren Lieblingsstrauch im Garten verzichten. Aber vielleicht können sie ergänzend in eine andere Ecke ein paar Beerensträucher setzen. Das sind wahre Bienenmagnete!

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