Wenn der Apfel rote Bäckchen bekommt…

Wann kann man Äpfel ernten und wie pflückt man sie?

0 17.09.2021

Beginnen wir heute einmal bei Adam und Eva. Adam war vermutlich auf Achse und so brockte uns Eva die Vertreibung aus dem Paradies ein, als sie eine verlockende runde Frucht vom verbotenen Apfelbaum pflückte. Martin Luther würde heute noch einen pflanzen, auch wenn morgen die Welt unterginge. Wilhelm Tell musste als Strafe seinem Sohn mit Pfeil und Bogen einen Apfel vom Kopf schießen. Paris, der alte Schlickefänger, überreichte Aphrodite einen Apfel und löste so den trojanischen Krieg mit aus. Man sieht: Rund um den Apfel ranken sich die dollsten Geschichten.

Schon in den alten Kulturen galt der Apfel als Symbol der Fruchtbarkeit und, besonders der rote, als Liebesfrucht. In der christlichen Kunst gilt der Apfel als Symbol des Sündenfalls. Die Gottesmutter Maria erhält ihn auf Abbildungen seit dem 11. Jahrhundert aber aus anderen Gründen. Im Spätmittelalter hält der Christusknabe auf dem Schoß seiner Mutter oft einen Apfel. Auch Kaiser und Könige hielten ihn als Sinnbild der Weltherrschaft in der Hand. Seit christlicher Zeit ist der Reichsapfel meist von einem Kreuz gekrönt.

Doch weder Reichs-, noch Liebes- oder gar Zankapfel sind hier Thema. Die Rede ist von Malus domestica, dem Apfelbaum.

Die Ernte der frühen Apfelsorten beginnt schon im Juli/August (Klarapfel). Bei diesen frühen Sorten ist die „Pflückreife“ gleich der „Genussreife“. Man kann sie direkt vom Baum essen – aber nicht lagern. Die Hauptapfelernte dauert von September bis Oktober. Je später die Sorte reift, desto besser kann man sie im kühlen Keller auf einer Stellage aufbewahren. Gut gelagert schmecken die viele Äpfel erst Weihnachten (mit glänzend geputzten Bäckchen!) so richtig gut.

Doch wie merkt man, ob ein Apfel reif für die Ernte ist? Viele Arten bekommen rote Bäckchen und die grüne Grundfarbe wandelt sich zu einem Gelb. Wer ein feines Näschen hat, sollte am Apfel schnuppern. Besonders an dem vertrockneten Blütenrest kann man erschnuppern, ob es sich wohl lohnen könnte, den Apfel zu pflücken. Und das macht man, indem man die Frucht in der Hand leicht nach oben biegt und dann dreht. Löst sich der Apfel leicht vom Ast, ist er reif. Und schließlich die ultimative Test: Man schneidet ihn auf. Sind die Kerne richtig braun, ist er reif.

Guten Appetit! Und denken Sie daran: An apple a day, keeps the doctor away. Oder wie man hier sagen würde: Ein Appel am Tach, hält den Doktor in Schach. flora

Zu den Bildern: Leicht rosafarben sind die Blütenblätter, die im April erscheinen. Foto: flora

Ein Apfel wie gemalt, mit roten Bäckchen und gelber Grundfarbe. Jetzt könnte man reinbeißen. Foto: flora

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