Weder Modell noch Versuchskaninchen!

0 10.04.2021

Wochenlang - was sage ich: Monatelang war Monica geduldig. Hat nur selten jemanden behelligt mit ihrer Meinung zum Thema Corona und dem ganzen Drumherum, hat mit stoischer Gelassenheit alles ertragen und mitgetragen, was Land und Kommune so alles beschlossen haben und was nicht. Hat sich gewundert über die nächtelangen Konferenzen, über deren Ergebnisse, und darüber, dass am nächsten Tag doch jeder Länderchef, jede Länderchefin das gemacht hat, was ihm oder ihr gerade einfiel. So scheint es jedenfalls. So sieht‘s aus: Kenntnis auf dem Gebiet der Pandemie besitzen Mediziner und Virologen. Deren Warnungen werden kontinuierlich in den Wind geschlagen und es wird darüber sinniert, wie man Modell-Stadt werden kann für verschiedene Öffnungsschritte. In Tübingen, zum Beispiel, die Modell-Stadt Nummer eins, auf die ganz Deutschland mit Neid geblickt hat, in Tübingen haben sich die Corona-Zahlen nach der Lockerung vervierfacht und stehen jetzt wieder ganz knapp unter 100. Ist das toll?

Lange Rede kurzer Sinn: Lieber Oberbürgermeister, lieber Gesundheitsdezernent, lieber Ministerpräsident – ich möchte nicht Euer Versuchskaninchen sein und nicht Modell stehen, so lange noch nicht genügend geimpft wurde.

So. Das ist das eine. Jetzt das andere ist: Bevor Ihr die nächsten flotten Sechziger zum Impfen einladet, arbeitet doch bitte erst mal den Berg der Anträge ab, von denjenigen, die aufgrund einer Erkrankung eine Einzelfallentscheidung beantragt haben. (Am Rande: Die Anträge müssen durch ärztliche Attests gut begründet werden.)

Eine liebe Freundin hat ein buntes Sträußchen voller Erkrankungen, von denen jede einzelne Monica überfordern würde. Vor drei oder vier Wochen hat sie einen Antrag gestellt und noch immer keine Nachricht oder gar einen Impf-Termin erhalten. Zeitnah geht anders. Auf telefonische Nachfrage teilte man ihr mit, dass es rund 4000 Anträge noch zu bearbeiten gebe.

Also bitte, liebe Stadt. Ärmel aufkrempeln und loslegen. Intensivmediziner warnen vor übervollen Intensivstationen. Vielleicht würde es die Situation ein wenig entspannen, erst einmal die Erkrankten mit einer Impfung zu versorgen?

Übrigens: Gerne hätte die mopsfidele Monica ihrer Nachbarin ihren Impftermin am kommenden Freitag abgetreten. Das geht nicht. Die Nachbarin ist erst 30 und Astra Zeneca ist ein anderes, weites Feld. Monica

 

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 8 plus 4.