Von kleinen und großen Wünschen ans Christkind

0 13.12.2019

Verflixte Kiste. Jetzt ist er weg. Jahrzehnte lang lag er in der alten Fotokiste und erinnerte mich an das, was ich mir damals von Herzen wünschte. Mit ungelenker Kinderschrift hatte Klein-Monica ihre Wünsche zu Papier gebracht.

Das Schreiben eines Wunschzettels war eine ernste Angelegenheit. Tagelang hatte man vorher Spielzeugprospekte studiert, die der Zeitung beilagen. Allein das war ein Fest! Klein-Monica war es nur nicht ganz klar, warum so viel Platz auf die Darstellung von Autos, Lastern und Treckern verschwendet wurde. Man hätte die Seiten doch durchaus noch mit weiteren Bildern von Puppen, Puppenstuben, Puppenkleidern und vor allem – das wäre echt das Größte gewesen – Stofftieren füllen können. Ich hätte bei der Werbung einen anderen Schwerpunkt gesetzt. Vorbei. Verjährt.

Doch zurück zum Wunschzettel. Es war ganz klar: Alles konnte das Christkind nicht bringen. Und zwar nicht nur weil das Budget begrenzt war. Es ging auch ums Prinzip. Die Kinder sollten nicht unverschämt sein mit ihren Wünschen. War ich auch nicht. Ich setzte einfach darauf, dass das Christkind auch Gedankenlesen kann und in meinem Falle auch tat. Deshalb standen, wenn ich mich recht erinnere (ich finde ja den verflixten Wunschzettel nicht mehr), nur drei Wünsche auf dem Zettel: „Wunderbare Murkelgeschichten“ hätte ich gerne gehabt, einen „Puppenjungen“ und, um ihn überall mit mir herumschlörren zu können, eine Tragetasche für Puppenkinder. Das war damals total hipp. So war es. Ich dachte aber insgeheim und außerdem ganz, ganz fest an ein Okapi. Kein lebendiges! Obwohl sich so ein Tier im Garten gut zwischen unseren Apfelbäumen gemacht hätte. Nein. Ich wollte ein Okapi von diesem namhaften Stofftierhersteller, der seinen Produkten einen kleinen Knopf ins Ohr nähte. So eins hatte nämlich meine Freundin schon laaaaange.

Wenn Sie jetzt sagen: Okapi? Noch nie gehört! Dann muss ich Ihnen leider sagen: Auch das Christkind hatte wohl noch nichts von dieser giraffenähnlichen Tierart aus dem tiefen, tiefen Regenwald gehört, denn Klein-Monica ging leer aus. Und meine Freundin? Die hatte wohl eine andere Bezugsquelle.

Auch heute noch hat Monica Wünsche. Einer liegt mir besonders am Herzen.  Wenn Monica durch Borbecks Fußgängerzone geht, durch die Gerichtsstraße, dann fragt sie sich, wann endlich, endlich, endlich die häßliche Flickschusterei im Pflaster verschwindet? Es sieht so heruntergekommen aus. Das hat Borbeck, das haben die Borbecker nicht verdient. Zugegeben: Das ist ein sehr großer Wunsch. Aber vielleicht klappt es ja, wenn möglichst viele diesen einen Wunsch hegen? Aber es ist es ja nicht das Christkind zuständig, sondern die Stadtverwaltung... (An diese Stelle müssen Sie sich einen tiefen Seufzer denken)

Was wünschen Sie sich eigentlich? Ein schönes Wochenende? Das wünsche ich Ihnen von Herzen. Monica


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