Von der Kleestraße in den Schlosspark war es nur ein Katzensprung

Die Turngemeinde Borbeck trainierte die Heranwachsenden im Schlosspark

0 23.08.2021

Wolfgang Brammen erinnert sich an seine Borbecker Jugendjahre. Er schreibt: Die Kleestraße (Bild oben) war damals Spielstraße für die Kinder aus der näheren Umgebung. Auf dem Foto bin ich der 2. von links. Mit kurzer Hose. Luftbereifte Tretroller waren ein Muß für jeden, der nicht mehr in die Hosen machte. Auf dem Bild rechts schultert er als Christophorus seinen jüngeren Bruder Udo.

In der Nähe lag der Schlosspark. Wolfgang Brammen schreibt: "Der Schloßpark war auch ein Abenteuerspielplatz der frühen Kinderjahre. Er war damals noch ziemlich verwildert, bei weitem nicht mit so vielen Wegen durchzogen wie heute. Man konnte im dschungelähnlichen Dickicht ungesehen spielen und klettern, vor allem dort, wo der Bach entlangzieht. Es gab nur einen einzigengroßen Weg, der von der Frintroper Straße bis zum Schloß hinführte und immer noch existiert. Nur auf den beidseitigen Anhöhen zogen noch kleinere Pfade entlang.

Am südlichen Rand des Schloßparks, zum Westerberg hin, gab es eine ganze Zeitlang noch Bunker aus dem Krieg, die offen waren an zwei Seiten, vom Gras überwuchert. Wunderbare Spielstätten für Kinder und Jugendliche, bis die Stadt sie entfernte. Wo heute Spielplätze und ein Fußballplatz sind, ebenerdig zum Westerberg und zur Frintroper Straße, gab es vordem ein kleines Tal, das bis an die ersten Bäume des Schloßparks heranreichte, ausgefüllt mit ein paar Gärten und einem kleinen, wilden Bolzplatz für die Jungen.

Mit dem überflüssigen Erdreich einer großen Baustelle am Ruhrschnellweg wurde das kleine Tal dann zugeschüttet.

Als Heranwachsender war ich auch Mitglied in der Leichtathletikabteilung der Turngemeinde Borbeck, war über die Mittelstrecken aktiv. Trainiert wurde auch regelmäßig im Schloßpark. Wir hatten einen legendären Trainer, Theo Volland (vielleicht Vollandt geschrieben), der uns durch den Schloßpark trieb, schon bei Trainingsläufen augenzwinkernd verlangte, "um Brustwarzenbreite" zu kämpfen.

Noch ein Nachtrag zu meinem Kommentar: Das mit den Fotos ist so eine Sache. Damals, in den 50iger Jahren, war das mit dem Fotografieren nicht so verbreitet, wie das heute der Fall ist. Es wurden eher selten Fotos gemacht. Ich hatte zum Beispiel, als ich ein wenig älter wurde, eine "Agfa Box", ich glaube, so hieß das Ding, einen klobigen Kasten, den man nur mitnahm, wenn schon festand, daß irgendwas vermeintlich oder tatsächlich Wichtiges aufgenommen werden sollte. Meist hatte ich einen Film mit nur wenigen Aufnahmen eingespannt. Da hieß es dann, beim Knipsen, so nannte man das damals, sorgfältig und knauserig mit den Aufnahmemöglichkeiten umzugehen.

Die Hinterhöfe waren ziemlich trist, der Krieg war ja noch nicht so lange vorbei. Die Erwachsenen hatten anderes dringender zu erledigen als sich um die Begrünung hinterm Haus zu kümmern. Mit dem Freund auf der anderen Seite verständigte ich mich mit Pfiffen einer besonderen Melodie, kursierte damals mit dem Text: "Ist der Rundfunk bezahlt?" Offenbar geschah das seinerzeit nicht immer, es gab noch keine "'GEZ".

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