Und legte jeden Tag ein Ei

Viele Hennen im Stall sorgen für reichlich Eier zu den Feiertagen

0 29.03.2024

„Und legte jeden Tag ein Ei“ sangen einst die Comedian Harmonists in ihrem Schlager „Ich wollt ich wär' ein Huhn“. Und daran ändert kein Kraftfutter der Welt etwas. Ein Ei pro Tag, das ist das Maximum, was eine Henne schafft.

Doch wenn die Hühner zu Ostern nicht fleißiger sind als sonst, wie kommt es, dass zu Ostern die Eier nicht knapp werden? Schließlich hat auch der Osterhase keine Ahnung vom Eierlegen.

Dass zu Ostern die immense Nachfrage nach den Konditionsknickern gestillt werden kann, hat zwei Gründe: Zum einen sorgen die Hühnerhalter, dass vor Ostern genügend Hennen in bestem Legealter (also etwa zwei Jahre alt) in den Ställen sind und zum anderen hält sich die eierverarbeitende Industrie (Kuchen, Plätzchen, Nudeln) kurz vor Ostern mit ihrer Produktion zurück. Sie haben vorproduziert, so dass die Eier, die normalerweise in die Kuchenproduktion gingen, zu Ostern von den Verbrauchern gekocht und gegessen werden können.

Bereits wenn das weibliche Hühnchen aus dem Ei schlüpft, hat es mehrere tausend Eizell-Anlagen im Eierstock. Ein gigantischer Vorrat! Wenn aus dem Hühnchen nun ein Huhn wird (mit etwa 21 Wochen) beginnen die Eizellen zu reifen, sie füllen sich mit gelben Dotter. Das ist eine Substanz die größtenteils in der Leber gebildet wird. Täglich stellt die Henne bis zu 20 Gramm an Dotterbestandteilen her.

Zum Zeitpunkt des Eisprungs sind die sogenannten Follikel-Eier schon 3,5 cm groß. Erstaunlich: Das unbefruchtete Ei ist immer nur eine Zelle. Bei einem Strauß wird diese Eizelle bis zu 7 Zentimeter groß!

Später beginnt die Zelle mit der Teilung. Ganz egal, ob das Ei befruchtet wurde oder nicht. Bei der Ablage besteht das Hühnerei aus über 60000 Zellen. Jeden Tag „springt“ ein Ei aus dem Eierstock und macht sich auf den Weg zum gemachten Nest, vorausgesetzt es handelt sich um ein glückliches Huhn in artgerechter Haltung. Am liebsten legt das Huhn seine Eier nämlich in eine flache Grube, die es aus Heu oder Stroh herstellt.

Hühner haben nur einen ausgebildeten Eierstock, meist ist es der linke. Der rechte ist verkümmert. Zur Begattung muss der Hahn die so genannte Kloake auf die der Henne drücken. Sein Samen fließt dann den Eileiter entlang bis zum Eileitertrichter. Dort kommt es innerhalb einer halben Stunde zur Befruchtung --- oder nicht. Trotzdem legt das Huhn ein Ei.

24 Stunden dauert es vom Eisprung bis zur Eiablage. In dieser Zeit wandert das Ei durch den sogenannten Legedarm. Dort lagert sich im ersten Abschnitt das Eiklar (Eiweiß) um den Dotter. In dieser Phase ist eine Befruchtung nicht mehr möglich. Das Eiklar wird von bestimmten Drüsen der Eileiterwände abgegeben. Dabei dreht sich die Dotterkugel, Schicht um Schicht Eiweiß kann sich ablagern.

Im ersten Abschnitt des Legedarms werden auch die Hagelschnüre ausgebildet. Dies sind dünne Fäden aus Eiweiß, die das Dotter im Innern des Eies in Position halten.

Dann werden die innere und die äußere Schalenhaut gebildet. Aber fest wird die (luftdurchlässige) Schale erst in der letzten Stunde vor dem Legen. Erst dann werden auch die Farbstoffe für die Eierschale hinzugegeben.

Es muss hell sein für den Eisprung und auch für die Eiablage. Im Winter legen die Hennen daher von Natur aus weniger Eier. Auch die Mauser stört bei der Eierproduktion. „Licht an“ heißt es daher in den Legebatterien.

Zu guter Letzt entsteht beim Legen ein Sekret, das sich als dünnes Häutchen um die Eierschale legt, dann wird das Ei ausgestoßen. Das dünne Häutchen schützt das Ei vor dem Eindringen von Keimen.

Übrigens: Zwar scheint es zu Ostern ausschließlich gelbe Küken zu geben, das ist aber in der Natur die Ausnahme. Schließlich sollten die Kleinen für hungrige Fressfeinde eher unsichtbar sein und das wäre mit einem hellen Sonnengelb wohl nicht der Fall. So sind es vor allem die Küken von Haushühnern, die mit gelbem Flaum schlüpfen. Die gelben Hühnerküken bekommen später ein weißes Gefieder. flora

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