Tschüss Brezel! Hallo Stutenkerl!

0 20.11.2020

Brezel gab es früher schon beim Martinszug zu kaufen. Sie hatten ein Bändel und konnten prima um den Hals gehängt werden, als Proviant für die weite Strecke. Biss man nun an der falschen Stelle in den Brezel – zack – war dem Vergnügen ein schnelles Ende beschieden. Der Brezel rutschte vom Bändchen und fiel auf die meist regennasse Straße. Das Geschrei war groß.

Besser gefielen Klein-Monica die Stutenkerle. Es gab nichts Größeres als ein Stück mit tüchtig Margarine und Erdbeermarmelade beschmiert. Sie gab es zu ausschließlich zu Nikolaus. Doch schon jetzt verdrängen die Stutenkerle beim Bäcker die Brezel aus der Auslage.

In Monicas Erinnerung waren die Stutenkerle früher deutlich größer als heute. Einer reichte für eine fünfköpfige Familie: Linkes Bein, rechtes Bein – beide bis fast zum Bauchnabel amputiert – für die Brüder. Linker Arm, rechter Arm für Mutter und Töchterchen bis zur Brustmitte und der Kopf für den Vater. Die Rosinen hatte Monica flugs vorher in einem unbeobachteten Moment herausgepult.

Das Theater darum, wer von den Kindern zuerst die Pfeife bekam, um mit Spüli und Wasser Seifenblasen zu produzieren war enorm. Es war ein beliebtes Spiel.

Und heute? Heute haben die Pfeifen oft kein Löchsken mehr, durch das man pusten könnte und überhaupt sind die Stutenkerle viel, viel kleiner geworden. Dieses Geschichtchen diene denjenigen, die glauben, dass früher alles besser war, als Beleg dafür, dass ihre Annahme unmöglich stimmen kann.

Übrigens: Heute belegt Monica ihren Kerl zusätzlich zur Erdbeermarmelade mit einer Scheibe Gouda, gerne mittelalt. Das schmeckt! Probieren Sie es ruhig aus.

Bis zur nächsten Woche

Ihre und Eure Monica

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