Stolze Offiziere führen die Parade an - hoch zu Ross

Rätsel um Kolping-Spielmannszug gelöst

0 29.11.2021

Unsere heutige Zeitreise führt uns in das Jahr 1938. Dellwig schmückte sich zum Schützenfest und hoch zu Ross führen stolze Offiziere die Parade vor Königshaus und Hofstaat an.

Auf dem großen Foto, das der Dellwiger Schützenbruder Hermann-Josef Kleine Eggebrecht dem Vereinsarchiv zur Verfügung stellte, sehen wir die Königsparade vor der Kraienbruch-schule, erkennbar am markanten, roten Backsteinbau. Im Hintergrund stehen noch Gebäude der ehemaligen Zeche Christian Levin, im Volksmund „Zeche Elend“, genannt. Entstanden ist diese wenig charmante Umschreibung, weil die Zeche im Laufe ihres Betriebes immer wieder mit Wassereinbrüchen durch Grundwasser zu kämpfen hatte.

Am linken Bildrand sieht man im hellen Kostüm die amtierende Schützenkönigin Gertrud I. (Ostgathe). Neben ihr, hoch aufragend, grüßt seine Majestät König Johann I. (Eschenbruch) den defilierenden Zug.

Etwas aufwändiger war die Recherche, welcher Spielmannszug die Veranstaltung musikalisch untermalte. Erste Vermutungen gingen in Richtung „Gut Freund“, da Essens ältester Spielmannszug über viele Jahrzehnte die Dellwiger Bürgerschützen zu den Festzügen anführte. Allerdings konnte Jörg Danielewski, Korpsführer von „Gut Freund“ , das verneinen. Die Fotos des Spielmannszuges von damals zeigten andere Hosen, Hemden und Marschtrommeln.

Der entscheidende Hinweis kam dann aus dem Archiv des Kultur-historischen Vereins.

Es zeigt das Bild des Kolping-Spielmannszugs von Dellwig (Bild rechts). Hosen, Hemden und Schärpen sind identisch. Lange Zeit war völlig unbekannt, dass der Katholische Gesellenverein St. Michael, der im Jahre 1933 gegründet wurde, überhaupt einen Spielmannszug hatte. Leider ist nicht mehr bekannt, um welche Kolpingbrüder es sich auf dem Foto handelt. Vielleicht kann ja eine Leserin oder ein Leser dazu Hinweise geben?

Es war übrigens das letzte Schützenfest vor dem Krieg. Schon seit geraumer Zeit hatten sich dunkle Schatten über Deutschland gelegt und erst im Jahre 1952 konnte der Stadtteil wieder ein großes Schützen-, Volks- und Heimatfest feiern. Text: Thomas H. Münstermann

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