Schneckenplage? Geburtenkontrolle im Herbst hilft

Eine Nacktschnecke legt bis zu 400 stecknadelkopfgroße Eier als Gelege

0 14.11.2020

So viel ist klar. Das hier wird keine Liebesgeschichte. Mensch und Schnecke mögen sich nicht besonders. Eine Ausnahme ist die Weinbergschnecke, die ja manchem - in Knoblauchbutter gereicht - ein Genuss sein soll. Aber bei den Nacktschnecken hört die Sympathie grundsätzlich auf.

Besonders Gärtner begegnen diesen bis zu 15 Zentimeter groß werdenden Weichtieren mit unverhohlener Abneigung. Je nach Temperament versuchen sie diese, teils mit barbarisch wirkenden Mitteln, vom Leben in den Tod zu bringen.

Ihnen sei jetzt zugerufen: Die beste Zeit für die Schneckenbekämpfung ist jetzt. Denn jetzt im Herbst/Winter findet man Gelege mit bis zu 400 Schneckeneiern. Geburtenkontrolle ist die Chance der Hobbygärtner.

Die Eier-Haufen findet man unter Pflanzkübeln, unter losen Steinen, unter Holzstapeln versteckt, im Komposthaufen oder im Laub. In der Regel reicht es aus, die Eier an die frische Luft zu setzen. Einige Gärtner graben deshalb im Herbst das Gemüsebeet um. Für viele Vögel sind die stecknadelkopfgroßen Eier dann ein gefundenes Fressen.

Auch verschiedene Käferarten, Weberknechtarten und die Larven einiger Fliegenarten haben Appetit auf Schneckeneier oder die frisch geschlüpften Jungschnecken. Schneckenfeind Nummer eins – neben dem Menschen – ist der Igel. Ihm ein Winterquartier aus Reisig, Holz und Laub zu bieten, ist viel besser als im Frühjahr Bierfallen aufzustellen.

Und was machen die Weichtiere sonst so im Winter? Schnecken mögen keine Kälte. Um den Winter in unseren Breiten überstehen zu können, haben auch die Nacktschnecken eine Strategie entwickelt.

Die einen suchen – oder bauen sich - ein muckelig-warmes Plätzchen in der Erde, wo sie nicht so schnell von ihren Fressfeinden entdeckt werden – und schalten ihren Stoffwechsel auf „Winter“ um. Sie fallen in eine Art Winterschlaf und bieten so dem Kältetod die Stirn. Die meisten Schleimerchen haben dann einen langsamen Herzschlag und eine Körpertemperatur von fünf bis sieben Grad. Die Jungtiere der besonders unbeliebten Spanischen Wegschnecke aber halten sogar frostige Außentemperaturen um die 0 Grad Celsius aus. Mit der Körpertemperatur sinkt auch der Energiebedarf der Schneckchen um etwa 90 Prozent. Also fressen sich sich im Sommer einen Wanst an, um von den Fettreserven zehren zu können.

Die Überwinterung beginnt meist Mitte/Ende Oktober und endet, sobald die Temperaturen wieder ansteigen, was in der Regel Ende März/Anfang April der Fall ist. Dann kommen sie wieder aus ihren Verstecken gekrochen und gehen auf die Nahrungssuche, mit einem enormen Appetit.

Zum Bild: Die Schneckeneier reifen innerhalb von zwei bis zehn Wochen heran. Die Eiablage von bis zu 400 Eiern erfolgt gewöhnlich als Gelege in einer Höhle in der Erde, in verwitternden Holzspalten oder unter Steinen. Die Entwicklung der Eier bis zum Schlüpfen der Eilarven kann je nach Außentemperatur zwischen zwei Wochen und mehreren Monaten liegen. Foto: flora

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