Schlossteich wird zum Schwanensee

Trauerschwäne brüten fünf Eier aus

0 03.04.2020

Mein lieber Schwan! Fünf Eier bebrütet gerade das Trauerschwanenpaar auf der Insel im Teich vor dem Borbecker Schloss.

Das Brutgeschäft geschieht unter großer Anteilnahme der Bevölkerung. Ob die Eier auch ausgebrütet werden? Hoffentlich werden sie nicht von anderen Tieren gefunden und geknackt? Und hoffentlich ist es nicht zu kalt für die Brut? Die Frage darf man sich stellen. Trauerschwäne kommen vom anderen Ende der Welt und da ist jetzt Sommer und warm genug, um die ganze Brut durchzubringen. Das kann in unseren Breiten schiefgehen, denn Cygnus atratus, so der wissenschaftliche Name, hat wohl den Wohnort auf die Nordhalbkugel verlegt, den Zeitpunkt seiner Brut aber oft beibehalten.

Trauerschwäne werden – so wie am Schloss – als Ziergeflügel gehalten. Im Brutvogel-Atlas für NRW heißt es: „In NRW ist die Art ein seltener Brutvogel, der inzwischen zerstreut im Tiefland vorkommt. Ein Schwerpunkt befindet sich jedoch im Ruhrgebiet, vor allem an der Ruhr (...) Der gesamte Bestand ist ursprünglich auf ausgesetzte Vögel und deren Nachkommen, wohl nur selten auf Haltungsflüchtlinge, zurückzuführen. Zumindest in einigen Fällen handelt es sich dabei um kupierte, flugunfähige Vögel, die oft schon sehr lange an diesen Gewässern leben (z. B. in Dortmund, Marl) und teilweise als nicht wildlebende Vögel auch nicht bei Brutbestandserfassungen berücksichtigt werden.“ Der Brutvogelatlas NRW zählt fünf bis zehn Brutpaare.

Trauerschwäne erreichen ausgewachsen eine Körperlänge von 110 bis 140 Zentimeter und sind damit insgesamt etwas kleiner als der Höckerschwan. Im Flugbild macht der Hals über die Hälfte der Gesamtlänge aus. Die Flügelspannweite beträgt zwischen 160 und 200 Zentimeter. Männchen wiegen durchschnittlich sechs Kilogramm, Weibchen dagegen fünf. Die Tiere sehen sich ähnlich.: Weibchen sind lediglich etwas kleiner und haben proportional zur Körpergröße einen etwas kürzeren Hals und einen kürzeren Schnabel. Alte Männchen fallen durch ihren kräftigeren und längeren, durch Federkräuselung dickeren Hals sowie ihre intensiver gefärbte Iris auf.

Der schwarze Schwanenhals hat 31 Wirbel. Damit lässt es sich auch in tieferen Gewässern gut gründeln. Das Gefieder ist schwarz. Die Füße sind anthrazitfarben mit schwarzen Krallen. Von weißer Farbe sind lediglich die Schwungfedern, die aber fast immer im Gefieder versteckt sind und bei geöffneten Flügeln bzw. im Flug sehr gut sichtbar werden. An den Flügelrändern haben die Tiere gelockte Federn. Der Schnabel ist leuchtend rot gefärbt und wird von einem weißen Band nahe der Schnabelspitze geziert. Die Augenfarbe variiert zwischen Orange und Hellbraun bis zu schwarz.

Das Weibchen legt vier bis acht blassgrüne Eier. Sie werden je nach Witterung fünf oder sechs Wochen lang abwechselnd von beiden Elternteilen bebrütet. Männchen sind eher schlechte Brüter. Sie vergessen gelegentlich das regelmäßige Drehen und Wenden der Eier oder setzen sich versehentlich neben das Gelege. Aber auch das gibt es: Beobachtungen haben ergeben, dass sowohl einzelne Männchen und einzelne Weibchen alleine eine Brut aufziehen, nachdem sie der jeweils andere Partnervogel verlassen hat. Außerdem, wurden Paarkonstellationen beobachtet, in denen der männliche und der weibliche Elternvogel sich die Sorge um die Jungvögel teilten sowie homosexuelle Paarbindungen, die gelegentlich Gelege großzogen, von denen sie die eigentlichen Elternvögel vertrieben, heißt es in der Literatur über diesen Vogel.

Sollte das Borbecker Schwanenpaar Glück haben, bekommt es fünf hübsche silbergraue Küken mit dunklem Schnabel und dunklen Beinen. Das Dunenkleid tragen sie 75 bis 95 Tage. Nach fünf bis sechs Monaten ist das Federkleid perfekt und die ersten Flugübungen können gelingen. Es macht Freude, den jungen Schwänen zuzuschauen, wenn sie ihre ersten Flugversuche starten. Elegant ist anders...

Zum Bild: Die Eier werden je nach Witterung fünf oder sechs Wochen lang abwechselnd von beiden Elternteilen bebrütet. Foto: Uwe van Hoorn

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