Schlafmützchen passt doppelt gut

Kalifornischer Goldmohn erobert Gärten und Beete

0 22.05.2021

Goldig blüht dieses Blümelein aus der Familie der Mohngewächse. Es wird in immer mehr Gärten zur Zierde ausgesät. Von dort kneift es aus in die Natur und setzt dort hübsche Farbakzente. Es wird in unseren Breiten als ein in Einbürgerung befindlicher Neophyt angesehen. Die Rede ist vom Goldmohn, Kalifornischen Mohn oder dem „Schlafmützchen“. Schlafmützchen passt doppelt gut: Seine noch geschlossene Blüte erinnert an Onkel Fritzes Zippelmütze (aus: Max und Moritz), die er trug, wenn er zu Bett ging. Außerdem sind die Inhaltsstoffe der Pflanze schlaffördernd.

Die aufrecht wachsenden, verzweigten Stängel des Schlafmützchens wachsen 30 bis 80 Zentimeter hoch. Darauf sitzen die kegelförmigen Knospen. Während der Blüte zwischen Juni und September erreichen die vier gelb-orangen Kronblätter einen Blütendurchmesser von etwa 3,5 Zentimeter. Nur bei Sonnenschein sind die Blüten geöffnet, nachts und bei schlechtem Wetter schließen sie sich. Seine Samen reifen von August bis September in bis zu zehn Zentimeter langen Schoten.

Das Schlafmützchen kann viel vertragen. Es ist einjährig in Gebieten mit kalten Wintern oder trockenen Sommern. Ist das Klima günstiger, überlebt seine tiefe Pfahlwurzel im Boden, um bei Gelegenheit wieder auszutreiben. Also gedeiht es in trockenen Steingärten mit sandigem, nährstoffarmem Boden und viel Licht gut. In Essen wird der Goldmohn und da zur Begrünung von Straßenrändern oder mit anderen Blütenpflanzen als „Blumenwiese“ ausgesät, als Weide für Insekten.

Medizinisch richtig dosiert, ist der Goldmohn eine Heilpflanze, falsch angewendet ist er giftig. All seine Pflanzenteile enthalten giftige Alkaloide , die schwach narkotisch wirken und zu Übelkeit, Magenbeschwerden, Erbrechen sowie Durchfällen führen können. Bei Goldmohn im heimischen Garten sollten Eltern ein wachsames Auge auf ihre Kinder haben und sie von klein auf für die giftige Gefahr sensibilisieren.

Bereits die amerikanischen Ureinwohner nutzten den Goldmohn als Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie als mildes Schmerzmittel. Heutzutage finden sich seine Inhaltsstoffe vorwiegend in der Pflanzenheilkunde und Homöopathie. Die Pflanze enthält im Gegensatz zu den anderen Mohngewächsen keinen Milchsaft, sondern eine farblose wässrige Flüssigkeit.

Ein schöner Anblick: Der Goldmohn trägt lang gestielte gelb-orangefarbene Blüten mit bis zu 3,5 cm Durchmesser. Während sich die Blüte öffnet schieben sich die Kelchblätter wie eine „Schlafmütze“ hoch. Foto: flora



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