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0 27.08.2026
Ein Falter des Buchsbaumzünslers hatte sich an der Küchenwand niedergelassen. Ein hübsches Exemplar. Ohne den schwarzen Rand, der die Flügel umrahmt, wäre der Falter kaum zu sehen gewesen. Die Zünsler-Flügelfläche ist nämlich schön weiß, der Körper etwas gräulicher. Bis zu fünf Zentimeter beträgt die Flügelspannweite. Damit gehören die Insekten zu den Kleinschmetterlingen. Die meisten Menschen interessieren sich für „Cydalima perspectalis“, so der wissenschaftliche Name, nur, weil sie ihn schnell wieder quitt werden wollen. Aber: Sieht man ihn als erwachsenen Falter, hat er sowieso nur noch kurz zu leben. Nach etwa acht Tagen ist es aus mit ihm. Vorher hat das Weibchen aber seine Eier an einen Buchsbaum abgelegt.
Als Raupe hat der Buchsbaumzünsler keine Freunde. Wie sein Name ahnen lässt: Seine Raupen haben großen Appetit auf Buchsbaumblätter. Buchsbaum war einst ein beliebter Gartenstrauch und diente als Winzig-Hecke zur Einfassung von Blumenrabatten.
„Einst“ muss man schon sagen, denn der aus Asien stammende Falter ist Nahrungspezialist und hat es geschafft, die Anzahl der Buchsbäume in unseren Breiten zu dezimieren, so dass der Nachwuchs nun Schwierigkeiten haben kann, Nahrung zu finden. Aus zwei Gründen: Viele Buchsbäume sind tatsächlich eingegangen, weitere Buchsbäume wurden – weil sie abgefressen gar nicht schön aussehen – vorsorglich von den Gärtnern entfernt, obwohl einige sich von dem Kahlfraß hätten erholen können.
Vermutlich ist der Buchsbaumzünsler mit Baumschulware als blinder Passagier per Schiff mit der Ladung von japanischen oder chinesischen Baumschul-Pflanzen zu uns gekommen. Als Neozoe (tierischer Neubürger) hatte er hierzulande keine natürlichen Feinde und konnte sich vor wenigen Jahren rasant ausbreiten.
Doch wie wir mit der Zeit auf den Geschmack gekommen sind Pizza und Döner zu mögen, kommen hier allmählich Haussperlinge, Kohlmeisen und Wespen auf den Geschmack und finden die Zünsler-Raupen als eiweißreiche Zwischenmahlzeit ganz famos.
Die Raupen des Buchsbaumzünslers sind hell- bis dunkelgrün gefärbt mit schwarzen Punkten und weißen Borsten. Ihr Kopf ist schwarz, sie werden bis zu fünf Zentimeter lang. Schon früh im Frühjahr fangen sie an zu fressen. Das Raupenstadium dauert vier Wochen. Danach verpuppen sie sich an ihrer Wirtspflanze in weißen Gespinsten. Andere Sträucher wie z.B. Liguster, Holunder, Berberitze, Stechpalme oder Eibe verschmähen sie. Sie kommen ihm nicht auf den Speisezettel. Lieber verhungert der Buchsbaumzünsler.
In Mitteleuropa wurde der ostasiatische Kleinschmetterling erstmals 2007 entdeckt. Inzwischen hat er sich in vielen europäischen Ländern ausgebreitet. Sein Vorkommen schwankt aber von Jahr zu Jahr. Momentan schaut es so aus, als wäre er auf dem Rückzug.
Kohldampf schoben in diesem trockenen, heißen Sommer aber nicht nur die Raupen des Buchsbaumzünslers. Auch andere Schmetterlingsarten hatten Schwierigkeiten genug Nahrung für ihre Raupen zu finden.
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