Pfennigkraut in Höchstform

Gelbblühendes Pflänzchen eignet sich als Bodendecker

0 26.06.2022

Keine Lust auf Unkraut ziehen im Garten? Der Schottergarten unter ästhetischen und ökologischen Gesichtspunkten keine Alternative? Da helfen Bodendecker! Das Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) zum Beispiel ist so ein praktisches Pflänzchen und hübsch ist es auch. Zur Zeit ist es in Höchstform und steht in voller Blüte.

Das kleine Gewächs wird auch Münzkraut oder Pfennig-Gilbweiderich genannt und gehört zur Familie die Primelgewächse. Der deutsche Name ist schnell erklärt: Er spielt auf die kleinen in etwa kreisrunden grünen Blätter der Pflanze an. Das kleine runde Geldstück taucht auch im lateinischen Nachnamen der Pflanze auf. „Nummus“ heißt „Münze“. Und der Herr Lysimachos soll in der Antike diese gelb blühende Pflanzengattung entdeckt haben.

Natürlich verbreitet ist das Pfennigkraut in den gemäßigten Gebieten Europas und Asiens. Da es aber eine überaus beliebte Gartenpflanze ist, kommt Lysimachia weltweit vor. Meist denkt das Pfennigkraut nicht daran, sich an Beetgrenzen zu halten und so findet man bei uns an einigen Standorten verwilderte Sorten.

Beim Pfennigkraut handelt es sich um eine immergrüne, kriechende, krautige Pflanze. Sie ist ausdauernd, d.h. wo sie einmal ist, bleibt sie. Die Pflanze wird etwa fünf Zentimeter hoch. Ihre Laubblätter sind drüsig punktiert und stehen sich an den Stängel gegenüber (d.h. sie sind gegenständig angeordnet.)

Der Blattstiel ist kurz, das Blatt selber rund oder elliptisch mit stumpfer Blattspitze. Die Länge der Blätter variiert zwischen 1,5 und 2,5 Zentimeter, die Breite beträgt 1,5 bis 2 Zentimeter.

Leuchtend gelb sind die bis drei Zentimeter lang gestielten fünfzähligen Blüten. Sie entspringen einzeln in den den Blattachseln. Die Zipfel des Blütenkelches werden etwa 3 bis 5 Millimeter lang. Die gelben Kronzipfel werden bis etwa 15 Millimeter lang.

Obwohl die Blüten von Insekten besucht werden, sind die Blüten oft steril und bilden selten Samen aus. Der Vermehrung erfolgt also selten über die Kapselfrüchte des Pfennigkraut.

Die Pflanze bildet Ausläufer. Bis zu 50 Zentimeter lang werden überirdisch kriechenden Ausläufer. An den Knoten bilden ich Wurzeln, dann trennt sich das junge Pflänzchen von der Mutterpflanze. Die Art der Verbreitung nennen Biologen Blastochorie. Man kennt das zum Beispiel von Erdbeeren, die allerdings zusätzlich Samen in ihren Früchten bilden.

In der Volksheilkunde wurde das Pfennigkraut als Hustenmittel verwendet und im Mittelalter in Bauerngärten gezogen. In Mitteleuropa spielt das Pfennigkraut in der Pflanzenheilkunde keine Rolle mehr. In Osteuropa soll es gelegentlich noch gegen Durchfall, Rheuma, Blutungen und Schwindsucht verwendet werden.

Das Pfennigkraut liebt nasse Füße und gedeiht vor allem auf feuchten und nährstoffreichen Böden. Im Garten wird es häufig an die Ufer von Teichen gepflanzt. Es kann sogar in nicht zu warmen Aquarien unter Wasser kultiviert werden.

Zum Bild: Das Pfennigkraut wird als Zierpflanze verwendet. Neben der grünen gibt es noch u.a. eine gelbe, optisch ansprechende Form, das Gelbblättrige Pfennigkraut (Lysimachia nummularia 'Aurea'). Foto: flora

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