Oft wird der Kleine übersehen

Zwergtaucher verstecken sich gerne im Schilfgürtel vor neugierigen Blicken

0 19.07.2020

Unter den Vögeln, die auf dem Wasser leben ist er der „Kicki“. Nicht länger als knapp 30 Zentimeter ist der Zwergtaucher deutlich kleiner als zum Beispiel eine Stockente. Und er sieht einfach putzig aus mit seinem rundlichen Kopf und den Knopfaugen.

Im Prachtkleid sind Rücken und Oberkopf schwarzbraun, Wangen, Kehle und Teile des Halses schimmern rötlich kastanienbraun. Auffällig ist der grüngelbe Fleck am Schnabel. Der Schnabel selbst ist schwarz, die Augen braun bis rot. Brust, Bauch und Flanken sind weiß mit und mal mehr, mal weniger schwarz.

Im Schlichtkleid sind die Zwergtaucher unauffällig gefärbt, der helle Schnabelfleck fehlt und der Körper ist insgesamt eher heller. Oberkopf und Rücken sind meist braun, das Kinn weiß, die Flanken grau.

Wenn der Zwergtaucher im April auf Brautschau geht, hört man die „Kickis“ im Schilf trillern. Haben sich zwei gefunden, geht es an den Nestbau. Die Vögel bauen gemeinsam schwimmende Nester und befestigen sie im Schilfgürtel oder schichten im flachen Wasser Pflanzenteile aufeinander bis die Höhe stimmt. Das Weibchen legt meist vier bis sechs Eier. Wiederum Teamwork ist das Brüten, das mit der Ablage des ersten Eis beginnt. Nach 20 bis 21 Tagen schlüpfen die Küken. Sie werden von beiden Elternvögeln gefüttert. Nach etwa 30 bis 40 Tagen werden die Jungvögel selbstständig. Fliegen können sie erst etwas später.

Im Dunenkleid sieht der Nachwuchs sehr, sehr niedlich aus. Die Nestlinge tragen ein leichtes Streifenmuster und auf dem Kopf stehen mitunter in paar „toupierte“ Federchen hoch. Obwohl sie sofort schwimmen und tauchen können, bleiben die Kleinen noch eine ganze Weile bei den Eltern. Mit dem Fliegen will es dann nämlich noch nicht so gut klappen. Das hindert die Eltern aber nicht daran, auf der Stelle mit einer zweiten Brut zu beginnen.

Eigentlich bekommt man Zwergtaucher nicht oft zu sehen. Sie sitzen nicht gerne auf dem Präsentierteller und verstecken sich und ihr Nest im dichten Schilfgürtel. Das ist zumindest die Theorie. Auf dem Niederfeldsee in Altendorf hat nun vor den Augen aller ein Zwergtaucher gebrütet und fünf kleine Zwergtaucherchen sind geschlüpft. Wer mag, kann einmal einen Ausflug machen und sich die Kleinen besehen.

Man kann die Familie gut beobachten, bevor sie zu ihren Tauchgängen aufbricht. Auf dem Speisezettel stehen kleine Fische, Larven, Schwimmkäfer und Kaulquappen. Die exzellenten Schwimmer und Taucher müssen in Altendorf keinen Hunger leiden.

Zum Bild: Auf dem Präsentierteller lebt diese Familie der Zwergtaucher (Tachybaptus ruficollis). Er ist mit Enten nicht verwandt, sondern gehört zur Familie der Lappentaucher, die keine Schwimmhäute zwischen den Zehen hat, sondern „Lappen“, mit denen sie allerdings auch sehr gut unterwegs sind. Zwergtaucher sind in Europa durchaus häufig. Sie werden jedoch wegen ihres unauffälligen Gefieders und ihrer versteckten Lebensweise oft übersehen. Foto: Uwe van Hoorn

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