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0 01.03.2026
BEDINGRADE/SCHÖNEBECK. Eine kleine Serie über Borbecker Kneipenkultur von Wolfgang Sykorra beginnt heute mit dem
Stammhaus Kaldenhoff
Eine Kneipe war ursprünglich – so der Duden – die Bezeichnung für eine kleine „schlechte, gemeine Schenke.“ Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Kneipen allerdings zu beliebten Lokalen, in denen man sich auf ein Bier am Tresen traf. Darüber hinaus nutzten Vereine diese Gaststätten als ihren regelmäßigen Treffpunkt. Auf diese Weise entstand allmählich eine Kneipenkultur. So auch in Borbeck, wo jede Kneipe ihre eigene Geschichte schrieb.
Ein Beispiel dafür ist das „Stammhaus Kaldenhoff“ an der Aktienstraße 140. Berühmt wurde diese Gaststätte, weil in ihrer Räumlichkeit eine bergmännische Erfindung gefeiert wurde. Das war im April 1834. Den Bergleuten war im benachbarten Schurfschacht „Franz“ am Winkhauser Tal der vertikale Durchbruch der Mergelschicht zur Kohle gelungen. Dafür wurden sie von ihrem Arbeitgeber Franz Haniel mit einem gemütlichen Beisammensein belohnt: 30 Bergleute verzehrten in ausgelassener Stimmung gemeinsam 17 Kannen Branntwein sowie Unmengen an Bier, Weißbrot und Käse, wie die Rechnung des Wirts auswies.
Jahrzehnte später - im Jahr 1919 - wurde im „Stammhaus Kaldenhoff“ der Fußballverein VfB Borbeck gegründet. Hinter der Gaststätte stand dem Verein sogar ein Sportplatz zur Verfügung. Da es sich um früheres Weideland handelte, war der Platz nur schwer bespielbar. Daran hatte sich der VfB Borbeck mit der Zeit aber gewöhnt, so dass die schwierigen Platzbedingungen für ihn ein Vorteil gegenüber der jeweiligen Gastmannschaft waren. Bis in die jüngere Vergangenheit war das „Stammhaus Kaldenhoff“ das Domizil des VfB Borbeck, bevor der Klub zur neuen Sportanlage an der Ardelhütte wechselte und im Jahr 2001 mit Grün-Weiß Schönebeck zur SG Schönebeck – heute SGS Essen - fusionierte.
Inzwischen steht das „Stammhaus Kaldenhoff“ seit Jahren leer. 
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